Full text: (Dritter Band)

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Kretel — Kried 
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des Rechnungsjahres“; die steuerzahlenden 
Gemeindemitglieder versammeln sich zur 
Prüfung der Rechnung; eine Bewirtung 
schließt sich an (Brammer b. Nort.). —j 9 k 
{-zgg) dass, wie Jott Prb., s. II, 1048 f. — 
Kretling maken „die Spielregeln ab 
sichtlich verletzen“ Flensb. Kretlingmaker 
findt sien Lohn Flensb. 
Krett s. Kritt. 
kretteln (kredln) sw. v. „reizen“; mnd. 
kretten. he kann dat ull K. ni laten „reizt 
immer auf“, „purrt nach“ Oh. dat krettelt 
mi „ärgert mich“ Oh. Auch „kitzeln“ Prb. 
1813. Vgl. krötteln. 
kreuen (kroin), kroien, krojen 
(krözp) sw. v. „die Kappe der Windmühle 
in der Windrichtung drehen“; diese Tätig 
keit mußte vor Erfindung des selbsttätigen 
Windrades, der Windrose, der Müller selbst 
verrichten. Noch jetzt sagt man: de Mg hl 
kreut (krojet) good „sie stellt sich gut nach 
der Windrichtung ein“ Dtm. Schw. Ang. de 
Myhl kreut man gben „die Flügel drehen 
sich nur langsam“ Schw. he kroit sik wat 
trech (wat umbi) „dreht sich planlos hin 
und her“, bes. von schlechter Arbeit (Ang.). 
Das Wort stammt wohl aus dem Nieder 
ländischen : mnl. cruden „schieben“, „stoßen“, 
ndl. kreuen „karren“, „schieben“; vgl. ost- 
fries. kröien „schieben“, nordfries. kroi, 
krui „drehen“, „kurbeln“. — Kroispill 
n. „Drehwerk der alten Mühle“ Ang. Vgl. 
Mghl. 
Kreuk (kroig) f. „Dohle“ Fehm. 
Kreut (kroid) f. „Krabbe“ Sdtm.; s. Kraut, 
Kraut. 
kreuzig s. kreizig. 
krewweln (krev(n) sw. v. „kribbeln“, 
„krabbeln“, Ang. de Semp kreivwelt mi in 
de N$s Oh. 
Kribbel (kribl) m. „Juckreiz“, „Ärger“. 
ik heff sun K. in de Föt „Frost“. Dazu 
kribbeln (krib]n), kriwweln sw. v. 
im Ablaut zu krabbeln (s. d.) „wimmeln“: 
dat kribbelt un krabbelt allens dörch en- 
anner. „jucken“, „prickeln“: dat kribbelt 
mi in ’e Ngs, in de Finger, in Hann un Föt. 
dat kribbelt em „das ärgert ihn“ Wm. FL.; 
vgl. Sch. 2, 348: dat kribbelt em in Kopp 
„ein Verdruß geht ihm im Kopf herum“. — 
kribbelig (kri-bali) adj. „reizbar“, „leicht 
erregt“, „eigensinnig“. — kribbsch 
(kribs), k r 9 p s c h Kremp. 1797 adj. „kurz 
angebunden“ Hü. Sch. 2, 348. — Kribbel- 
k o p p m. ,Jeicht erregter, aufbrausender 
Mensch“. — Kribbelkrabbel im Kinderlied 
s. Daler I, 663. 
Krick 1 (krig) f. „Kirschpflaume“, Pru 
nus cerasifera. Embühren (Rdsbg.); vgl. 
Kreek'. 
Krick 2 (krig) m. „Schindmähre“, Ablaut 
zu Krack, n’ ool K. vun Pgrd Elsdorf 
(Rdsbg.). K. un Krack „altes Pferd“ Flensb. 
krick (krig) Interjektion, beim Zutrinken 
gebraucht; wenn 2 sich ein Glas teilen, sagt 
der erste krick!, der zweite krack! (zu 
weilen mit dem Zusatz is ok’n Pgrd) und 
trinkt aus (Wm. Dtm. Stap. Eid. Mh.). 
Krick-aant, —ent, auch Krückaant 
(s. d.) f. „Krickente“, kleine wilde Ente; 
wohl lautmalend vom Geschrei, he smitt 
sik in de Bost as ’n K. Tritt. Vgl. Sch. 2, 
349. 
krickeln (krig\n) sw. v. „kritzeln“. Dazu 
krickelig adj. „kritzlich“, „krumm“. — 
Krickel-krackel „schlechte, unsichere 
Schriftzüge“ Schw. Im Rätsel für den 
„krausen Kohl“: Krickel-krackel Kruus, 
achter uns Huus, wenn de Wind weiht, 
wenn de Hahn kreiht, Krickel-Kracket 
Kruus achter uns Huus Hüttblek (Kk.); auch: 
achter unsen Husen dor krickeln un krak- 
keln de Krusen; wo düller de Wind geit, wo 
düller de Krickel, de Krackei, de Krusen sik 
dreiht FL. — krickel-krumm adj. 
„krumm“, „im Zickzack“, sien Bookstaben 
sünd all k. Storm. In einem Gespräch zwi 
schen Sturmwind und Bach wird dieser K. 
genannt: K., wo wullt du hen? Antwort: 
wat geit di dat an, Bullerjahn? Oh. (vgl. 
Nds. 15, 113). 
Kricker (kriga) m. „Heimchen“, „Haus 
grille“ Ang., lautmalend; vgl. Krickaant 
u. Kritt 2 . 
krick-solt (krigso-ld) adj. „sehr salzig“ 
Wm. — s u u r adj. „sehr sauer“ Wm. 
Kried (kriid), Kriet (krid), Kritt 
(krid) Wm. Itz. f. u. n. „Kreide“, so witt 
as K. „kreidebleich“ (as en K. Groth 1, 40). 
dat läppt ganz buten ’t K. „geht über alle 
Berechnung“ Wm. he geit buten ’t K. „er 
überschreitet mit seinen Forderungen alle 
Grenzen“ Holst. 1840. dat geit gwer K. un 
Roodsteen Dtm. Kh. Dw. Schw. dat kannst 
du man mit swatte K. in Schosteen an 
schrieben, vgl. Kgtelhaken III, 98. du büst 
bi em woll bannig in de K. „sehr verschul 
det“. dat lett sik knapp mit ’n Bund K. 
utrgken von sehr entfernter Verwandtschaft 
(Wm.). Reim s. Bliewitt I, 386; vgl. noch 
Grütt II, 504. — Kried-barg Platz Du 
venstedt (Storm.), — k a m p Flurname Gr. 
Flottbek (Pbg.). — Zsstzgen: Kried-bü- 
d e 1 m. „Puderbeutel der Glaser“. — s t r 9 k 
m. „Kreidestrich“ (vgl. Zs. 7, 228). — s n 9 r 
f. „mit Kreide eingeriebene Schnur zur Be 
zeichnung einer lotrechten Linie“ (Zimmer 
mannssprache); vgl. Nd. Jb. 1, 79. Sass § 85.
	        
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