Full text: (Zweiter Band)

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Flachermuus — fladusig 
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Flachermuus „Fledermaus“ s. Fledder- 
muus. 
Flacht (flaxd) n. „das beim Deichbau 
für die untere Decklage gebrauchte Reet“ 
Pellw.; vgl. Diele 2 S. 726. 
flack (flag) adj. „flach“, noch gebräuch 
lich, namentl. in attributiver Stellung in 
bestimmten Verwendungen, aber vor der 
Form mit hochd. Lautgebung (flach) stark 
zurückweichend (vgl. swack); mnd. flack; 
Neok. 1, 33: ein evenes unde flack Land, 
dagegen 2, 377 se plogeden it flach umme). 
Petreus 76: an der flachen Side (des 
Deichs); auch substantiviert: an der Flache 
des Dieks Wm. 17. Jhdt. de Elf is hier man 
flack Holst. 1800 (Sch. 1, 320). Oft bei 
Groth (z. B. 1, 99. 170. 190. 2, 47. 3, 159.). 
flack Water Ellerb., auch dat Flack „seichte 
Stelle im Wasser“ Ellerb. flack Land „ebe 
nes Land“ Sch. 1, 320. dat Flackfeld „Ebe 
ne“ Storm. hier läppt ’n Flackert ari hoch 
raf Ellerb. Flackstrom Name eines Watten 
stromes zwischen Miele und Elbe, Schiffer- 
spr. 1804. Flurname: Flackenfohr Wenn 
büttel (Sdtm.). Synonyma: school, sied. 
Flack „Fläche“, „Stelle“ s. Flach. 
flackern (flagan) sw. v. wie im Hochd., 
aber wenig gebräuchlich. Groth 1, 142: dat 
Für dat flacher g$l un swach. Dazu: F1 a k- 
kerfür n. „flackerndes Feuer“. Reim: 
jung Mähen, nimm keen ölen Mann, süst 
warrst du nümmer froh; de Le wer de ward 
braden bi F. un Stroh (Heim. 16, 26). Vgl. 
flackern. 
Fladder-esch s. Fledderesch. 
Fladdermuus s. Fleddermuus. 
fladdern (fladan) sw. v. „flattern“, wie 
im Hochd., aber wenig gebräuchlich; vgl. 
Fludder, fluddern. Vom Geflügel wird ge 
sagt: dat fluddert (fliddert) un fladdert 
op ’n Hof Schw. Früher auch vom Dünn 
misten des Rindviehs, s. Sch. 1, 320. 
fladderig adj. „flatterhaft“, „unbestän 
dig“ Holst. 1797 u. noch jetzt. Fladderk 
„unstetes, nachlässiges Mädchen“, nur Sch. 
1, 320. Fladdervagei m. „unbeständi 
ger Mensch“ Schw. 
Flade f. „Tanzlustbarkeit der jungen 
Leute auf Nordmarsch“ 1807; nur bei 
Eggers, Beitr. zur Kenntnis von Holstein 
2, 141. 
Fladen (flpn) m. „dünner flacher 
Kuchen“; selten. Rachel 1650: se weth nit 
een Kohl to kaken, nit een Kunkelpiep 
(„Grützwurst“) to mähen, nit een Fladen. 
Vgl. Groth 1, 204. Zsstzgen: Kohfladen 
(s. d.), Kröm- u. Krumenfladen „getrock 
netes Krummbrot“ Fehm., vgl. Heim 35, 44. 
Fladen-simm s. Flaten-simm. 
Fladuus (fladü's), vereinz. Fleiduus Dtm., 
Flandern Eid. f. „Haube mit flatternden 
Bändern“; in der ersten Hälfte des 19. 
Jhdts. aufgekommene Bezeichnung für eine 
mit vielen Bändern, Schleifen und Spitzen 
geschmückte Frauenhaube aus Tüll, die nur 
bei festlichen Gelegenheiten getragen, sonst 
auf einem Ständer im besten Zimmer auf 
bewahrt wurde („Staatshaube“); die langen 
breiten seidenen Bänder wurden entweder 
unter dem Kinn in eine Schleife gebunden 
oder hingen herunter. Der Ursprung des 
Wortes ist unsicher; es geht, wie die Be 
tonung zeigt, auf ein französisches Wort 
zurück, das aber in dieser Form nicht nach 
zuweisen ist; man könnte an ein Wort 
flatteuse oder dgl. denken, zu flotter, das 
„flattern“ bedeutet und auch von weiten, 
wallenden Kleidern gebraucht wird. Es 
könnte aber auch das nd. Wort fladdern 
mit einer franz. Endung versehen sein. Das 
Wort hat eine eigentümliche Bedeutungs 
entwicklung gehabt. Als um 1850 die Fla 
duus aus der Mode kam und nur noch von 
alten Frauen getragen wurde, stellte sich 
allmählich der Begriff des Rückständigen, 
Altmodischen, Unschönen ein und das Wort 
bekam einen verächtlichen Sinn: wat hesst 
du dor för ’n F. op ’n Koppl „schäbige“, 
„abgetragene“, „unordentliche Kopfbedek- 
kung“. Da die F. mit reichem Schmuck 
versehen war, entwickelte sich andererseits 
die Bedeutung „auffällig“, „aufgetakelt“, 
„prunkhaft, aber wertlos“ (dat sali wat sien 
un is nix, „schäbige Eleganz“), „geschmack 
los“. Von der Kopfbedeckung wurde dann 
das Wort übertragen: a) auf die Haar 
tracht: „auf geputzt“, „aufgefliert“. wat 
hett se sik dat Haar opfladuust! b) auf 
die übrige Kleidung, wenn sie mit Spitzen, 
Schleifen, Garnierungen auffällig oder ge 
schmacklos verziert war: wat hesst du för 
Fladusen op dien Kleed! Hieraus entwik- 
kelte sich die Bedeutung „überflüssige 
Dinge“, „alberne Schmeicheleien“ (vielleicht 
mit Anlehnung an franz. flatter, flatteur, 
flatterie): he sä mi so v$l Fladusen; he hett 
er F—en achter ’t Ohr seit. Dann auch: 
he hett F—en vor „macht unnütze, törichte 
Streiche“; he hett F—en in Kopp „Grap- 
pen“. — ik krieg di bi de F—en „beim 
Schlafitchen“ (vgl. bi de Plünn). c) auf die 
Person, die derartiges trägt, se is recht 
so ’n F. „aufgeputzte (opfladuuste)“ oder 
„unordentliche, schlampige Person“; dann 
übertragen auf den Charakter: „flatter- 
ha.it“, „flüchtig“, „unzuverlässig“, „leicht 
fertig“; zuweilen sogar von männlichen 
Personen: he is en ganze F. „flatterhafter 
Bursche“, „Wildfang“. Dazu das Adjektiv: 
fladusig, flandusig (Eid.) „fahrig“» 
„leichtfertig“. Vgl. flusig. — In Sdtm. 
(Bunsoh) soll vereinz. auch eine kleine Ma-
	        
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