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fipsen — Fisch 
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Schenef. ist die Zahl der Mitspieler 4, de 
ren jeder 5 Karten erhält. — Mit Fips be 
zeichnet man auch die „Karo-Farbe“ im 
Kartensp. (Lbg.); vgl. Nds. 11, 345 u. Ru 
ten. — fipsen (fibsn) sw. v. 1. „heim 
lich wegnehmen“, he fips em dat ünner ’t 
Koppküssen weg Neum.; vgl. fupsen. — 
2. „heimtückisch stechen“, s. das Bätsel bei 
befummeln S. 273 u. Floh. — 3. „Fips 
(s. o.) spielen“ Sdtm. 1860. Lbg. 1880. Mh. 
Firken (fiagw) n. „Förtchen“ Holst. 1800 
(Sch. 1, 341); vgl. Forten. 
firksen (fiagsn), filksen (s. d.) 
„schnitzeln“; vgl. fitschen. laat dat F. (dat 
Gefirks FL.) na zu jemand, der z. B. Pa 
pier in Schnippeln schneidet (Fehm. ahst. 
FL.), he firks un klüter so lang, bet he 
de Maschin trech harr „arbeitete mit Mes 
ser und anderm Geschirr daran herum“. 
Ruschboombülten ward to Figuren trech- 
firkst „Buxbaumsträuche werden kunstvoll 
zugestutzt“ FL. 
Firl (fial) Name eines Spieles nach Art 
des „Glücksrades“. Der aus Holz geschnitz 
te uhrzeigerförmige Firl oder Ningel wird 
mittels eines Stiftes auf der Tischplatte 
drehbar befestigt und mit ihm als Kadius 
eine Kreislinie gezogen, an der wie an 
einem Zifferblatt die Zahlen 1—12 und 
zwischen je 2 Zahlen eine Marke für 
„Halb“ angebracht wird. Nun wird der F. 
in schnelle Drehung versetzt; bleibt er auf 
„Halb“ stehen, so wird der Stoß wieder 
holt. Sonst gilt die Zahl, der der F. am 
nächsten steht. Je nach ihrer Höhe muß 
der Spieler sie mit Pfeffernüssen besetzen; 
mt sie schon besetzt, so streicht er den 
Einsatz als Gewinn ein. Ggd. von Tondern. 
Vgl. Ningel-um u. Heim. 21, 298. 30, 188 f. 
Firlefans (fvalafans), Firlfans m. 
„Firlefanz“, vereinz. wie im Hd. für „wert 
loser Kram“ und „dumme Flausen“, „Al 
fanzereien“; vgl. Backbgrnkraam, Bum- 
melaasch, Bimmel-bammel bezw. Fisemo- 
tenten. Bei Sch. 1, 206 aus einem Hoch 
zeitslied von 1655: denn kummt de Bruut 
in Dans, de Brögam maket gr en groten F. 
„Beferenzen“, „Aufmerksamkeiten“. 
firri (fi-ri), Eid. Hus. Ndtm. firrig 
(Eid. 1795; vgl. Sch. 2, 165), ferri (Eid.), 
forri (Eid.), fürri (Eid. Viöl 1860). Zu- 
ruf an die Pferde (bes. beim Pflügen), 
wenn sie mehr 
altfries. ferra, 
„vorn“, „vorder“, 
hant „rechts“, he weet nich wat heuz 
(„links“) un firrig is „ist sehr beschränkt“ 
Eid. 
rechts gehen sollen. Zu 
neufries. fuar, eigentl. 
vgl. mnd. tor vorderen 
firrig (fvri) adj. „übel riechend“, et rükt 
f. („wie ein Bock“) Dtm. 1755. Nordfr. 1819. 
Vgl. fiestig, fimsig. Auch „übel 
schmeckend“: et smeckt f. „wie Bocks 
fleisch“ Dtm. 1755. 
Firsch (fias) m. „Pfirsich“ Wm. 
Firten (fiadn) Holst. 1800 (Sch. 4, 309), 
F i r t j e n (Ndtm.) n. „Förtchen“, s. 
Forten. 
Fisch (fis), Fesch (Pellw.), Fisk, 
Fiss m. „Fisch“, plur. = sing.; zu der 
Aussprache Fisk, Fiss vgl. Disch S. 741; 
die Form Fiss ist auch als „veraltet“ aus 
Westensee (Kiel) bezeugt. Dient F. zur Be 
zeichn. für die stoffliche Masse, so wird 
es vereinz. als Neutr. gebraucht: dat F. 
liggt op ’n Toller Eid. Die bekanntesten 
Fischarten sind: Aal, Bars, Brassen, Breed- 
ling (Sprott), Bütt, Dösch, Hgk, Hgrn 
(Buckel), Hunnstang, Kabeljau, Karpen, 
Kruutschen, Makreel, Pliet, Schellfisch, 
Scholl, Slie, Steenbütt, Stint, Stijr, Struuf- 
bütt, Witt fisch. Über die Fischerei s. bei 
fischen. Die Fischgerichte scheidet man 
nach der Art der Zubereitung in kaakte, 
braadte, solte, sure, räkelte F.; Näheres 
s. bei den einzelnen Fischnamen, vgl. auch 
Backfisch. — F. utlümpen „die Eingeweide 
herausnehmen“; vgl. Lümp. F. tomaken 
„kochfertig machen“ Holst. 1800 (Sch. 1, 
319). in groot Water fangt man grote F„ 
in good Water fangt man gode F. Holst. 
1840. dat is en swgren F. to fangen „er 
ist ein schlauer Fuchs“, „läßt sich nicht 
überlisten“ Wm. utrgkt („ausgerechnete") 
oder ungefangen F. kaamt selten to Disch 
„es kommt oft anders, als man es sich aus 
gerechnet hat“. Kk. Neum. man mutt nich 
ghr „haalt Fisch!" („Fisch!“) ropen, ghr 
man se (welk) fangen (in’e Kiep Oh. 
Hadem., in de Korf Schw.) heit „man soll 
den Tag nicht vor dem Abend loben“, de 
Gast is as ’n F., he blifft nich lange frisch 
„man wird des Gastes überdrüssig, wenn 
er zu lange bleibt“ Eut. wenn de F. braadt 
(dood) is, helpt em dat Water nich mghr; 
vgl. dood S. 755. braadte F. de smeckt 
schön, mien Vader hett se mal gten sehn 
Holst. 1840. F. wat, Kantüffeln satt heißt 
es in kinderreichen Familien. Eckf. F. is’n 
dür Eten, man mutt all Fett dorto doon 
(es wird nicht mit geliefert wie beim 
Fleisch) Holst. 1800. (Sch. 3, 342). wo ggrn 
freet de Katt F., wenn se bloots de Graden 
kreeg Flensb. wenn ’t wieder nix gif ft, 
denn is Eggen ok’n goden F. Oldbg. lütte 
F. sünd de besten, wenn ’n keen grote hett 
Eut. de F. rögt den Stgrt Holst. 1800 (Sch. 
1, 319) Wm., auch sleit mit ’n Stgrt Dtm. 
Kk. oder de F. mutt swümmen sagt man 
entschuldigend, wenn man nach dem Fisch 
essen einen Schnaps nimmt, dat is so hitt, 
de F. sweet in’t Water Sgbg. he will de 
F. fodern vom Seekranken, der sich über
	        

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