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jüppen — Jütt 
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„kriegte ihn beim Kragen“ Dtm. s. Boysen 
v. Nienk. S. 269 (1865). wullt wat in ’t J.? 
Ndtm. 
jüppen (zybrp) sw. v. „mit einem Jupp 
(s. d.) in die Höhe heben“ Dtm. 
Jürk (zyag) f. — Jijk. klei di, wo du J. 
hesst Ang. Dazu: jürken (zyagra) sw. v. 
= jgken (s. d.). mi jürlcer de Schwaart 
„ich hatte große Lust dazu“, eigentl. „mir 
juckte das Fell“ Ang. jürkt di de Schwaart? 
fragt man Kinder, die etwas Verbotenes tun. 
Ang. Vgl. das Rummelpottlied aus Bordesh. 
(1870) Heim. 37, 291: denn jürkt uns de 
Finger ok ni. 
Jürn „Jürgen“ s. Jgrn. 
Jürrer „Euter“ s. Jidder. 
Jürs „Giersch“ s. Jijrs Storm. Jürsrade 
Ausbaustelle Bothkamp (Bordesh.). 
jüst (zysd) u. jüs (zys, seltener zys) adv. 
„just“, „grade“, „doch“, „erst recht“; aus 
franz. juste. Bei Sch. 2, 201 noch als Adjek 
tiv: he maakt sien Saken jüst „er macht 
seine Sachen richtig, gut“, he is hellisch 
jüst un akkrat „ordentlich“, „ordungslie- 
bend“ Wm. 1860. Sonst nur in der Form 
jüs als Adverb; häufig verwendetes Wort. 
he is j. kamen „grade eben“, ik keem j. froh 
noog. dat köm mi j. so in de Hand, dat is 
j. mien Kost „meine Lieblingsspeise“, all up 
un j. satt. j. von Pass graad as Hanswust 
sien Fevier (s. II, 630). du kümmst ok j., 
wenn ’t Swien witt is „wenn die Arbeit ge 
tan ist“, nu segg ik dat j. „erst recht“, dat 
is j. wahr „doch“, dat j. nich „das grade 
nicht“, dat bringt j. ni vgl. Auch verstärkt: 
dat geit di j. akkrat as mi (s. I, 98); zusam 
mengezogen zu jüsterkrat Lbg. Dazu das 
Subst. Jüst (zysd und zys) in der Vbdg. he 
is recht op sien J. „er ist sehr aufgelegt“, 
„fühlt sich sehr wohl“ Dtm. Stap. ik bün 
ni recht op mien J. „es geht mir nicht be 
sonders gut“ Dtm. Hadem. Groth 4, 121: de 
Fru wgr domals recht, as man seggt, op gr 
^üs „auf der Höhe“. Vgl. Justement. 
jüstement (zysdsme-nd), jüsterment, 
justement adv. „grade“, „genau“, stär 
ker als jüs (s. d.); aus franz. justement, ik 
bün j. kamen „grade eben“ (vgl. Groth 3, 
12). du läppst mi j. ümmer in de Qugr. dat 
heff ik j. meent. Dazu das Subst. Jüste 
ment „richtiger Zustand“, ik bün ggrni 
so recht op mien J. „fühle mich nicht recht 
wohl“, he is orndli op sien J. „aufgeräumt“. 
dat wgr in sien J. „in seiner guten Zeit, als 
er noch in voller Kraft war“ Schw. (abst.). 
Vgl. Jüst. 
jüsen 1 (zyzn) adj. „mager“, „kraftlos“, 
„hinfällig“, auf Dtm. beschränkt; vielleicht 
zu gos, güs, güst „trocken“, „mager“, s. göst 
II, 457. Am häufigsten von Schweinen: dat 
Swien vmrd j. henholen „bekommt mäßiges 
Futter, damit es mager bleibt, weil es zur 
Zucht verwendet werden soll“, j. Swien 
wird gradezu für Faselsvnen gebraucht (vgl. 
II, 21 u. Brem. Wbch. 6, 126). he is mager 
oder süht ut as en j. Swien Dtm. 1755 (mit 
dem Zusatz: infimae plebis flosculus). he 
süht man j. ut, is j. to Mood „leidend“, 
„kränklich“, „übernächtig“, ik bün so j. in 
Lief „kraftlos“, „ausgehungert“. Groth 3, 
142: noch in unse Tied kamt de j. Lipp- 
schen to ’t Steenbacken. 4, 67: de Spiesen 
wgrn j., as man sä. 
jüsen 2 (zyzij.) adv. „eben“, „inzwischen“. 
ik gah j. en bgten ut Geg. von Leck. 
Jütack (zyta-g) Name des Gartenrot 
schwanzes, nach seinem Lockruf gebildet. 
Elsdorf (Rdsbg.). 
Jüt-buddel (zydbudl), auch Jüter- m. 
„kleine Flasche, bes. zu Schnaps“ Wm. 
Jüt (zyd) m. „Jüte“. Jüten hießen früher 
die dänischen Vierbankschillinge (Dtm.). — 
J ü t -1 a n d n. in J. steit de Schürpahl in ’e 
Stuuf Itz. Ruf des Pirol: wi wüllt na Jüt 
land! wullt du mit? wullt du mit? Sgbg. 
Spottlieder s. Hannemann II, 619. — J ü t - 
oss m. „Ochse aus Jütland“ Holst. 1800 
(Sch. 3, 182); sie wurden früher paarweise 
verkauft, s. Heim. 38,13. —jütsch (zyds) 
adj. „jütisch“. Verbreitet waren die in Jüt 
land hergestellten schwarzen Töpfe: j—e 
Pött oder Jütepött, scherzhaft auch j. Por- 
zellan genannt, he wgr in ’t Gesicht so 
swatt as ’n j—en Pott Dtm. 1850. 
Jütt s. Jott.
	        

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