Full text: (Zweiter Band)

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Hoof — Hoop 
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Rätsel: wat to Stall geit un fritt nich, wat 
to Water geit un süppt nich Storm. Ande 
res s. bei finden 2 (H, 94). — Aberglaube: 
Es bedeutet Glück, wenn man ein H. fin 
det, das ein Pferd verloren hat, bes. wenn 
es ein zerbrochenes (halbes) ist; man be 
festigt es über der Tür, am Türpfosten, 
auf der Türschwelle, am Bett, steckt es 
hinter einen Balken, hängt es (mit Bronze 
übergoldet und mit Schleifen geschmückt 
Wm.) in der Stube auf, legt es (in ein Stück 
Samt eingenäht) nebst der Haut einer Rin 
gelnatter in eine Truhe (Mschl.) oder trägt 
es bei sich; auch an den Eingangspforten 
zum Hofplatz oder an Bäumen, die auf dem 
Hofplatz stehen, wird es angenagelt (über 
„Hufeiseneichen“ außerhalb der Wohn 
stätten, z. B. bei Rettin b. Neust., s. Nds. 
19, 39). Ein solches H. hält Unglück (Krank 
heit, Hexen) fern; besonders schützt es (an 
der Stalltür oder im Stall befestigt) das 
Vieh vor Ungedeihen (Undqg). Im FL. 
bringt man es nicht im oder am Pferde 
stall an, da es den Pferden die Ruhe 
nimmt (Heim. 37, 35). Ein großes Glück 
bedeutet es, wenn noch die Nägel darin sind 
(Schw.); im FL. soll das halbe H., das man 
am Kuhstall anbringt, 3 (nicht 4) Löcher 
oder Nägel haben. In Schw. befestigt man 
gegen Hexen 3 H. außen über der Tür. 
Ein gefundenes H. ins Schweinefutter ge 
legt, gibt den Schweinen Gedeihen (Holst. 
1860). Ein altes H. in der Tranktonne be 
wahrt die Sau, daß sie huulsch („brünstig“) 
wird (FL.); s. Heim. 37, 133. Auch ein H., 
daß jemand unter dem Stiefelabsatz verloren 
hat, bringt Glück; doch darf man es nicht 
so aufnehmen, daß einem die runde Seite 
zugekehrt ist, sonst bekommt man die 
Krankheit, mit der der Verlierer behaftet 
ist (Oh.). S. noch Bessen I, 309 u. — Sagen 
von Hufeiseneindrücken in Steinen s. Mhff. 2 
Nr. 216. 218. 219. 589 und Anm. S. 529 (zu 
Nr. 218). Auf der Grenze zwischen Klaus 
dorf und Wellingdorf (Kiel) ist ein Grenz 
stein mit eingemeißeltem H. Hoof- 
kling f. „Hufklinge“, Klinge mit gebo 
gener Schneide und verdicktem Rücken zum 
Beschneiden der Hornwand; vgl. Haukling 
II, 664 und Hoof hamer. Beim Beschneiden 
des Hufs mit der H. schlägt der Schmied 
mit einem Holzschlägel (Kloppkül, Klopper) 
auf den Rücken der H. — lörken „Huf 
lattich“ FL.; vgl. Fahlenföt II, 8. —mess 
n. „Hufmesser“, gekrümmtes Messer mit 
eingerollter Spitze und mit Holzstiel zum 
Auswirken (s. utwarken) des Hufs; vgl. 
—hamer (Warkmest). —nagel, vereinz. 
Huf. (Pbg.) m. „Hufnagel“; auch scherz 
haft für die Nägel, mit denen das Eisen 
unterm Stiefelabsatz befestigt ist, z. B. als 
Auflösung der Scherzfrage: wer geit up’n 
Kapp to Kirch? Plön. Vermutet man, daß 
einem Pferdefleisch vorgesetzt worden ist, 
so Sagt man wohl: dat smeckt na H—s oder 
biet man nich up ’n H. oder dor kriggt man 
ja H—s mank de Tähn Pbg. Im Viermann 
buch (Fehm. 17. Jh.) wird unter dem 
Schmiedegerät genannt: „1 grot Underysern 
undt Hoofnagelysern“. — raspel f. „Huf 
raspel“, eine grobe Feile zum Beraspeln der 
Hornwand des Hufs; vgl. —hamer. 
— smidt m. „Hufschmied“; wohl bes. in 
den Städten, sonst kaum gebräuchl. (s. 
Smidt). —spöhn m. pl. „Hufspäne“, die 
bei der Vorbereitung zum Hufbeschlag los 
gelösten Hornteile des Hufs. Aberglaube: 
Steckt man einige H. unter den Schweine 
trog, haben die Schweine besser D$gen 
(„Gedeihen“) FL. — tang f. „Hufzange“, 
zum Anfassen der Hufeisen. 
hoog adj. „hoch“ s. hoch. 
Hool m. „Halt“ s. bei holen. 
Hoop (hob) und Hopen (höbm), Hop e 
Holst. 1800 (Sch. 2, 174, vgl. 2, 156), Hop 
pen (hobm) Ang., plur. zu Hoop: H ö P 
(hob),, vereinz. H o o p s und Hopen, zu 
Hopen: H o p e n s, m. „Haufe“; vgl. Hw- 
pen. Die Form Hoop ist gebräuchlicher als 
Hopen. Unter H. versteht man in der Re 
gel einen etwas größeren Butt (s. I, 923); 
doch nennt man z. B. einen Kothaufen 
neben Dutt auch H. oder Schqthoop (vgl- 
Sch. 2, 156: en groten H. doon). Als fl- 
(Plur. Höp) bezeichnet man bes. kleine 
Heuhaufen (einen Arm voll oder eine Forke 
voll) bei der Heubereitung: nu wüllt wl 
dat Heu in Höp smieten; dat Heu steit in 
Höp Uters. Pbg. Ranz. Kk. Bramst. westl- 
Mh. Eid.; vgl. Höckel und höpen (s. u.)- 
Auch Maulwurfshaufen heißen kurz Höp- 
Höp slaan „Maulwurfshaufen auseinander- 
schlagen“ Dtm. Rdsbg. Hohn, dat Gaarn i* 
in Hoop „verwirrt“ Ang. Mit to verschmilz 
H. zu einem Wort: s. tohoop. — en Hoop 
van Kerl „ein kleiner Kerl“ Holst. 180“ 
(Sch. 2, 156); vgl. Dutt 2 (I, 925 u.) und 
Hupen. — In Orts- u. Flurnamen ist fl- 
in Holst, sehr häufig (vgl. Zs. 29, 259) • 
Hopen (1447: to den H.) Dorf in Sdtm- 
(Reim: wi wulln enmal na H. gähn to Beer- 
do smeeten s’ mi von’n Disch un dat * 
Eer, de Düwel schall na H. gähn un sik da 
Jack voll Prügel haaln um dat ol lusig B eeT 
Sdtm.; vgl. Heikendörp, Jqvenstqdt). floP en 
Beidorf (Hadem.), Hoepen Sahren un 
Hoepssejen Eckhöft (Westensee), Höpv 
Straße in Hohenw., Hoepen Holzung 
bek (Sdtm.), In Hoop Henstedt (Kk.), H°P 
(1257 genannt) Reinbek (Storm.), HoP s '
	        
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