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Hissacken — hitt 
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Hissacken (hvsagra) „Mehlbeere“ s. 
Hirschacken. 
hisbissen (hvsbisn), hissebissen 
(Sch. 2, 111) sw. v. „unruhig hin und her 
rennen“ Holst. 1800 (Sch. 1, 106) Wm.; 
vgl. hgsbgsen, hastbassen, Hitschenplitsch. 
dat is en H. „zweckloses Laufen und Hen 
nen“. 
hisselpisseln (hvslpis]n) s. bei hislepis. 
hissen 1 (hisp) sw. v. „hetzen“, „antrei 
ben“; zu hiss; auch hießen (hisn), h i t - 
z e n FL. Wschl., h i e t z e n Ang. se hebbt 
em mit de Hunn vun ’n Hoff hisst, he hiss 
de Hunn op em. he hett se op’n anner (to- 
samen) hisst „gegeneinander aufgebracht“. 
he is mit all Hunn hisst wie im Hd. 
Sehnellsprechübung: Hans hiss ’n Hund hin- 
ner'n Hasen hgr Sghg. he is so dumm, mit 
em kann man Schünendijren inlopen un en 
Bullen h. Holst. 1840. „den Hund up dem 
Bullen h.“ oder einfach „den Bullen h.“ 
nannte man die Stierhetzen, die um die 
Mitte des 18. Jh. auf der „Dröge“ bei Ham 
burg abgehalten wurden und ein beliebtes 
Schauspiel der Hamburger und Altonaer 
waren (Sch. 2, 141). he lett sik ni h. un ni 
locken (lacken) oder: he is nich to h. un 
nich to locken Altona 1800 (Sch. 2, 141) 
Wm.; oder» bi em helpt keen H. (un keen 
Lacken) „mit ihm ist nichts aufzustellen“, 
„er nimmt keine Vernunft an“, „er ist 
eigensinnig“, bes. von dummen oder trägen 
Menschen. 
hissen 2 (hisn) sw. v. „hissen“, „hoch- 
ziehen“, „hochwinden“. Auch hießen, 
hietzen Ang. Hus., hietschen Ndtm., 
hieschen Fehm.; vgl. heißen 1 bei 
Heiss 2 , hiewen und Nd. Jb. 20,1 ff. Lasten, 
Boote, Fahnen mittels einer Leine hoch- 
ziehen; in Ang. nur vom Hochziehen schwe 
rer Gegenstände (z. B. eines Sacks Korn) 
mittels einer Winde, nicht vom Hissen der 
Flagge. Vereinz.: he hießt so na de Luft 
„er schnappt mühsam nach Luft“, von 
einem, der sich beim Essen verschluckt hat 
(Ang.); vgl. hiemen. Zuweilen reflexiv: 
he hießt sik pielliek in de Luft „sich bäu 
men“, von Pferden (Storm.). — Zsstzg. 
Hiese-Block m. „Blockrolle“ Holst. 
1800 (Sch. 2, 141 aus Richey). 
Hissen (hisq) m. „Sprunggelenk“, beim 
Pferd und Rind (Fehm.); vgl. Hess 2 (H, 
766). 
hissen-suur (hisnsü-a) adj. „brandsauer“, 
z. B. von alter Buttermilch. Heikendf.; 
vgl. hirsch. 
hisserig (hi-sari) s. hirsch. 
hiss-ut (hisü'd) s. hiss. 
Hist (his), Hiss, vereinz. Hess, pl. 
H—en m. „großer (runder oder vierkanti 
ger), mehrere Fuder enthaltender Diemen“ 
Nur in Ang. Ist in der Scheune kein Platz 
mehr, so wird das Stroh in großen Haufen 
in der Nähe des Gehöfts auf getürmt: he 
hett ’n H. sett; dat Stroh mutt noch in His 
sen, seltener vom Heu. 
Hitschenplitsch (hvdsgplids) „einer, der 
sich viel und unnötig zu tun macht“ Holst. 
1800 (Sch. 2, 111); vgl. Hgsebgse, hissbissen. 
hitt (hid), daneben noch h e e t (hed), 
heit (haid) adj. „heiß“, heet ist die ältere 
Form (alts. mnd. het), die aber schon seit 
mnd. Zeit durch die in Anlehnung an das 
Substantiv (alts. hittja, mnd. hüte) gebil 
dete Form hitt zurückgedrängt wird, heet 
hat sich bes. in dem Reim wat ik nich weet, 
maakt mi nich heet erhalten; Sch. 2, 123 
hat in mehreren Wendungen heet (vgl. auch 
4, 236); hitt verzeichnet er nicht. — dat 
ward ni jümmer so h. gten (utgten), as dat 
kaakt (opfüllt, opggben, inkrömt, inbrockt) 
ward wie im Hd. (vgl. Sch. 2, 123). wat ut 
den Pott kummt h., is koold, wenn man ’t 
itt Holst. 1840. so h„ so koold, so jung, so 
oold Ggd. v. Kiel, proof du to, ob ’t h. is, 
seggt Hinnerk to Klaas, ik heff mi de Snuut 
all verbrennt (Heim. 15, 75). dat ward ’n 
hellisch h—en Dag auch = ’n bilden Dag 
„ein arbeitsreicher Tag“; vgl. Backaben I, 
199 Mitte, Hahn II, 557 o., Hex. dat is 
hier so h. as in ’n Backaben vgl. Hitt (s. u.). 
h. as de Holl, de Höll is nich so h., as de 
Papen se maakt FL. de is mi ok all to h. 
west, sä de Voss, do schöt de Jäger em den 
Stgrt af (Heim. 23, 113). dat lesen mutt ’n 
smgden, wenn ’t h. is, dafür auch scherzh.: 
man mutt den Krock drinken, solang as he 
h. is Hohn, dat is mit’n h. Nadel (un en 
versengelt Faden Schw.) neiht von schlech 
ter Näharbeit (wenn die Naht nach kurzer 
Zeit aufläuft), fr is de Nadel to h. „sie hat 
keine Ausdauer bei Näharbeiten“ Storm. 
laat di man Tied, seggt Peter Lümann to 
sien Swien, dat pett mit de barten Föt in ’n 
h—en Drank Holst.; vgl. barfoot 2 (I, 233). 
he geit as de Katt um ’n h—en Brie. — den 
Backaben h. maken „anheizen“; vgl. hitten 
(s. u.) und Backtrog I, 212 o. KaffewateT 
h. maken „Wasser kochen zur Kaffeeberei 
tung“. — Von innerer Hitze: he kreeg ’n 
h—en Kopp vom Hitzkopf, maak mi ni den 
Kopp h. „reize mich nicht“, „mache mir den 
Kopf nicht wirr“, dat gwerlöppt mi h. an 
koold oder ik warr (mi ward) h. un koold 
vor Angst, Entsetzen, Wut usw.; vgl. Groth 
1, 2. Vereinz. auch einfach: ik wurr h. 
„wütend“ Sdtm. he hett sik de h—en Hgrn 
aflopen „ist aus den tollen Jugendjahren 
(ut de Raasjahrn) heraus“ Tritt. — dat is’n 
h—en Pott mit de beiden „sie lieben sich
	        

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