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Hiob — hiss 
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Hiob (hvob) der biblische Hiob, he is so 
arm as H. (Job Sch. 2, 140). Reim: tröst 
di mit H. un sm$r di mit Sirop Holst. 1800 
(Sch. 2, 140). 
Hiop (hi-ob) Name des Hundes im Rätsel- 
märchen; op H. gah ik, op H. stah ik usw. 
(s. Ali I, 100, Ilo) Sdtm. 
Hipp (hib) f. „krummes Gärtnermesser", 
zum Beschneiden der Bäume; mnd. hepe, 
heppe, heipe; hochd. „Hippe“. In der Ggd. 
von Itz. Bezeichn, für die „Sense“; vgl. Leh. 
ln den Formen H i e p Oldesl., H i e p s 
Ang., Hieper Lbg. bezeichnet das Wort 
ein gestieltes Messer zum Beschneiden der 
Knicks; vgl. Busch-kniep, —mess (I, 591), 
Dgrn. (I, 778), Hgg-rieter (II, 703). 
hipp (hib), hiep, hipsin der Wendung: 
dat is h. as (um Flensb.) happ „es kommt 
auf eins heraus“ Ang. Schw.; s. happ. 
hippeln (hibln) s. hibbeln 1 . 
Hippel-happel (hvb]habl) „Geschwätz“; 
vgl. hibbeln 1 . maak keen H.; vgl. Himp- 
hamp. wi springt ahn vgl H. mit di üm 
»wir machen nicht viel Federlesens mit dir“ 
Kbg. 1880. — hipp-happen (hvbhabrp) 
»geschwind reden“, „schwatzen“ Kremp. 
1797. Wm. 
hips (hibs) s. hipp. 
Hirlen (Main) „Zwischenboden“ s. Hill 3 . 
hirren (Man) sw. v. lautmalend, „keu 
chend atmen“; vgl. hachein II, 540; hiemen 
H) 790. he hirrt wedder so vom rasseln 
den Geräusch beim Atemholen (Ang. abst.); 
auch vom Keuchen der Hunde und Schafe 
bei großer Hitze und nach starkem Laufen 
(Mschl.). dat hirrt em bannig vor ’t Bost 
»es kocht ihm vor der Brust“ Ang. ahst. 
Hirsch 1 (Mas) m. „Hirsch“, aus dem 
Hd.; vgl. Hart 1 . wo is de H., wenn ’t Gras 
wasst? nach Sch. 2, 140: „von unbestimm 
baren, verlorenen, verlassenen Dingen und 
•Menschen“ Holst. 1800. Wetterregel s. 
Ä 9idi I, 189 und Sch. 1, 19. Hx wird auch 
al » Kuhname gebraucht (Oh.); vgl. Hartbock 
(bei Hart 1 ), Hirschkopp (s. u.). — Flur 
name: am Hirschpark Dockenhuden (Al- 
Jona). öfter in Hausnamen (bes. für Wirts 
häuser): springender H. Krempdorf 
(Kremp.), Boostedt (Neum.), Springhirsch 
ützen (Bramst.), Brinjahe (Rdsbg.), Brau- 
B. Grönwohld (Oldesl.), Kl.-Harrie 
(Neum.), Grüner H. Lübbersdorf (Oldbg.). — 
sstzgen: Hirsch-brunst „Hirschtrüf- 
e I Boletus cervinus. H. wird Kühen 
nnd Ziegen zur Erregung des Geschlechts- 
Diebes eingegeben. —hprn n. pl. Name 
ei nes Gebäcks von der Form eines Geweih- 
Rekens; vgl. Sch. 2, 140. — k o p p m. Be 
zeichn. für ein Pferd mit hirschähnlichem 
°Pf (Oh.). — leddern adj. „hirsch 
ledern“. du rittst dat Muul apen, dat man 
dor ’n h. Büx in späten kunn Itz. 
Hirsch 2 (MaS) „Geißfuß“ Ndtm.; s. 
Giersch II, 376, Hirts. 
hirsch (MaS) Kk., hirserig FL., his 
se r i g Hlghf., hissen-suur (Heikendf.) 
adj. „herbe“, „sauer“, von unreifem Obst, 
alter Buttermilch u. dgl. 
Hirschacken (hi-asagn), Hischak- 
ken, Hissacken „Mehlbeere“, die 
Frucht des „Weißdorns“ Fehm.; s. Hg- 
sacken. 
Hirschen (hiasp) m. Bezeichn, für die 
„Brücke“ im Kinderspiel „dgr ’n Hirschen“ 
Wesselburen und Lunden (Ndtm.). Der Ver 
lauf des Spieles ist derselbe wie beim 
„Brückenspiel“ (s. I, 554). Zwischen dem 
Vordermann der in einer Kette heranziehen 
den Kinder und den beiden den H. bilden 
den Kindern entspinnt sich ein Gespräch: 
kann ’k ni dgr ’n H. kamen? — „de H. is 
verslaten (beslaten)“. — wat fghlt dgran? — 
„gölten Halsband“. — ach, mien lewer Ach 
tersmann, schasst ok en vun mien Kinner 
hebben. Das „Brückenlied“ wird nicht ge 
sungen. Vgl. Nd. Jb. 8, 100 f. 
Hirse-nettel (hi-azanedl) s. Hiddelnettel. 
hirserig (hvasori) s. hirsch. 
Hirts (hiads) „Geißfuß“ Ndtm. Eid.; s. 
Giersch II, 376, Hirsch 2 . 
his (Ms) adv. nur in der Vbdg. h. un hgr 
„zerstreut“ Ang. abst.; dän. hist og her 
„hier und dort“, fries. hist en här „hin und 
wieder“, „hier und da“ (Wiedingharde). 
Hischacken (hi-sagw) „Mehlbeere“ s. 
Hirschacken. 
hislepis (hislapi's), hislapis in der Be 
schwörungsformel: h., wenn’t ni bgter (an- 
ners) ward, blifft ’t, as ’t is, meist scherzhaft, 
doch zuweilen auch bei kleineren Gebrechen 
und Krankheiten gebraucht, z. B. Verbren 
nungen, Augenleiden (vgl. Heim. 19, 192), 
wenn Menschen oder Vieh verhext sind 
(Prb.). Vgl. Mhff. 2 Nr. 332 und böten I, 
491 Mitte. — Dazu: hisselpisseln 
sw. v. „flüstern“, „zischeln“, se hisselpisselt 
sik bös wat trecht Wm.; vgl. fießeln 1 H, 89. 
Hiss (Ms) „Diemen“ s. Hist. 
hiss (his) Interjektion, um aufzuhetzen 
oder anzutreiben; nach Sch. 2, 140 auch: 
„womit man einem Menschen zischt“ (s. u.). 
h., h., op em oder: putz (putsch Wm.) em 
„pack an!“, „faß ihn!“ Zuruf an Hunde; 
auch an Menschen, z. B. bei einer Schlägerei. 
at geit so ’n bgten hiss-gah-to mit dien Ar- 
beiden „in Eile“, „flüchtig und unordent 
lich“ Kh. Vgl. hissen. — hiss-ut (hisü-d) 
Interjekt. h., h.! dass, wie etsch (I, 1070), 
hgk-ut (s. d.) Holst. 1800 (Sch. 2, 141); vgl. 
uthissen.
	        

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