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Hering — Herr 
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mast“ Sch. 2, 122; vgl. Bus I, 629 u. Jäger. 
— hingst (hg-anhiras) m. »^® r | ngs * 
hengst“. du büst so mager as n H. Hü., vg . 
—stgrt. — könig m. „Hering von gold 
gelber Farbe mit leuchtend roten Kiemen 
und roten Streifen am Kopf“. Er taucht ge- 
legentlich unter den Heringen auf, wenn 
die Fischer ihn fangen, pflegen sie im 
Scherz zu sagen: nu hebbt wi den Koni, n 
kriegt wi de annern ok Ellerb. s t § r m. 
„Heringsschwanz“, Bezeichn, für einen ma 
geren Menschen (Stap.); vgl. o ufffS ' 
— swanz m. Parodie: Heil dir im Siege - 
kranz, Pellkantüffeln un H., ei, dat smeclc 
Herkules (he-aküles) der H. der 
sehen Sage. Scherzfrage: wo hett n. si 
Fru heten? — Frukules Üters. (Wortsp mi 
Herr), Fru H. Barmst, (vgl. Habakuk). 
Zsstzg.: Herkulestijg ph „Kraftpro 
ben“, z. B Ringen, Werfen, Stemmen; vgl. 
I, 439 o. , 
Herlekin (hemlakin) Sdtm. Hohn, auc 
mit Anlehnung an Herr: H e r r 1* 1 ^ 
(Sdtm.) m. „Harlekin“, „eingebildeter 
Haffe“. he is en H., doch auch: he denk 
dünner, wat he för ’n H. is „Haup ’ 
„Ba as “ Sdtm. Auch als Kosename für kleine 
Kinder: nu kiek mal den lütten H. 0 n * 
Herodes (herö-des) der biblische • 
schickt em (he läppt um Geld) nun a. 
Pilatus „sie schicken ihn von einem ^ zu 
andern“, von zwecklosem Bemühen i • 
Storm. Dw.). Dafür auch: vun Pontius n 
Pilatus. 
T Herr (hea), pl. Herren (hean), vereinz. 
Herrens, m. „Herr“; vgl. Harr I , • 
Hie Bezeichn. H. wird noch jetzt au 
Bande vielfach nur Leuten von Rang una 
Stand (Pastoren, Ärzten, hohen Genchts- 
und Verwaltungsbeamten) sowie gu S e 
deten Männern aus der Stadt, auf den u 
tern bes. dem Gutsherrn zugestanden. Danu- 
Werkern, Bauern und Arbeitern gegenu 
wi rd diese Bezeichn, auch heute noch nicli 
gebraucht; doch gewinnt sie mit dem 
gingen städtischer Sitte mehr und melir 
Boden, bes. als Anredeform (während umge- 
ke brt H. als Zubehör zum Titel zuruckgent, 
?• B. de Paster oder uns P. hett ru 
her : de H. P. t uns H. P.). Vgl. I, 889 u„ 
tt II, 440. - mit grote H-en is ni good 
N 9t plöcken vgl. hd. „ist nicht gut Kirschen 
essen“, de best Mist is de, de de H. mitsien 
^tgweln op’t Land driggt d. h. „der H err 
maß sich selbst um seine Wirtschaft kuin- 
^mm, muß selbst mit Hand anlegen“ Schw. 
Mifft (is) H., un wenn he ok bet Middag 
stoppt auch von Leuten, die trotz ihrer Faul 
heit Glück haben (Hlghf.). dat geit jümmer 
H. ijwer H. un Döbel (Düwel) öwer D. „der 
eine ist immer noch stärker als der andere“ 
Wm.; fortgeführt: Vader sleit Moder, Moder 
sleit mi un ik slaa de Hund Nordfr. selten 
(. . . ik slaa ’t Kalf, un de Düwel pisackt 
de Katt Holst. 1840); für H. auch Held 
(s. d.). beide H. lieke hoch von 2 Dienst 
boten, die in demselben Hause bei gleichem 
Lohn dienen (Börm). nu sünd wi lieker H. 
lieker hoch, sän de Knechten, dor harrn se 
den Prachervaagt duun maakt un bi de Kal- 
wer in ’n Stall leggt Burg (Dtm.). wenn ’k 
enen Knecht meedt heff, will ’k keen H—v 
in ’t Huus hebben. ik bün H., un du büst 
Knecht, du mußt (schast) doon, wat ik di 
segg Heist (Uters.) Schönkirchen (Kiel) 
seit, bgter ’n lütten H—n as en groten 
Knecht Fehm. so as de H„ so de Knecht, 
so de Mudder, so de Dochter, gewöhnlich 
noch en beten slechter Tritt, wat de H. deit, 
is wolgedaan, wat de Knecht deit, mutt ok 
noch gähn, awer de verdammte (verdreihte) 
Jung (den mi)t wi slaan Schönkirchen bei 
Kiel, op den geit’t ümmer dal FL.) Neust. 
he sett de Knecht op de H. „trinkt erst 
guten Wein und dann schlechten“ Hollingst. 
(Treene) 1850; vgl. Buur I, 609 Mitte. An 
deres (zu Herr — Knecht) s. bedregen I, 
257 o., eken I, 993. wat de H. nich mag, 
gifft he sienen Hund (vgl. wat de Buur ni 
kennt, dat itt he ni). na de H—en gähn 
oder: mit de H—en sprgken scherzh. für 
„nach dem Abort gehen“ Wm. Ausruf des 
Erschreckens: H. in’t Hemd, mien öhming 
kümmt un mien Fruu liggt splitternaakt 
in ’t Bett Eut. abst.; vgl. Hemd. Wetter 
regel: strenge H—en regiert nich lang „auf 
starken Frost folgt bald Tauwetter“. — H. 
wgn „zu sagen haben“, „herrschen“, he is H. 
op enen na von eingebildeter Herrschaft 
und Willensfreiheit (Wm.), eigentl. „bis auf 
einen, der nachbleibt“, „der über ihm ist“; 
vgl. zu der Wendung op enen na Hart. 
Sierk, Chron. 103 u. Anm. S. 253. i k bün 
H., seggt de Mann, do seet he ünner ’n Disch 
Holst. 1850. Wm.; ik will di wiesen, dat ik 
H. in ’n Huus bün, sä de Snieder(Mann), donn 
wull he nich ünner ’n Disch herut, as sieri 
Fru em räup (dor kröp he ünnern ’n Disch 
FL.) Neust, bün ik ’n Kerl as ’n Muus, blief 
ik doch H. in mien Huus. hollt, een is dor 
H. in ’e Kgk, un dat bün i k wehrt die 
Frau ihren Mann oder ihr Gesinde ab, wenn 
sie sich in Küchenangelegenheiten mischen 
wollen (Wm.). he is H. in ’t Dörp „er steht 
obenan“ Eid. — H. warm „die Herrschaft 
bekommen“, „überwältigen“, „überwinden“. 
een Hahn ward H. gwer 12 Höhner, een 
Fruunsminsch öwer ’n half Dutz Kerls Eut. 
S. noch Dicknung I, 722u. — Pfänderspiel:
	        

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