49 
Feiton — Feldscheed 
50 
gegeben!“ Oh. (abst.). Vgl. fogen. Oder ist 
es dasselbe wie fäustern (s. d.)? 
Feiton (fai-ton), Feig ton (Wm.), Fei 
ton g (fai-tora), F e i t u m (Stap.), F e i - 
tung m. „Phaeton“, eine Art Stuhl wagen, 
dessen hinterer Stuhl abnehmbar ist, sodaß 
der Wagen auch zur Beförderung von Mehl, 
Ferkeln usw. benutzt werden kann. S. Waag. 
Feld (feld), vereinz. mit Rundung des e: 
Föld Prb. (vgl. Melk: Molk, Welt: Wölt) 
n. „Feld“, „bebaute Landfläche“; vgl. Acker, 
Land. Das Wort ist außer in präpositiona- 
len Vbdgen nicht volkstümlich, dat F. hett 
Ohren wie hd. „die Wände haben Ohren 
Holst. 1860. he mutt utholln as Winterkorn 
int F. Plön, de Haas geit int F. bleibt 
leben“ Jägersprache. Vereinz.: se lcemen int 
F. tohopen „unter freiem Himmel“ Dtm. 
1860. Flektierte Formen liegen vor in: dat 
steit noch in wieden Fell „in weitem Felde“, 
„das dauert noch lange“ Dw.; vgl. dat is 
noch wied in ’n Hoben, ut de Kohr, ut de 
Welt, op ’n Felln (jetzt meist op’t Feld) 
arbeiden „auf dem Felde“ Glückst. Schenef. 
W wüllt to Fell (Felle Ang.) fahren „nach 
dem Acker, um zu arbeiten“, bes. von dem 
Bauern, der seine Ländereien besichtigen 
oder sie dem Besuch zeigen will, dat Veeh 
ward morgens to Felln an droben „auf die 
Weide“ Fehm. Die flektierte Form Felln 
auch bei fell-jagen, -lopen, -rieden (s. u.). 
Rätsel: dat geit op’t F. un fritt ni un suppt 
ni un kummt na Huus un is doch lustig 
(Kuhglocke) Wm. 1860. — In Orts- und Flur 
namen häufig: In den Fellen Neritz (01- 
desl.), Vor up'n Felde Lurup (Pbg.), Felde 
b. Westensee, Feldthorn Gnutz (Nort.) 1724, 
Feldrehm Krogaspe (Nort.) 1724, Agtern 
Feldholm Wedel (Elbm.) 1791, Bei der Feld 
mühlen Haseldf., Feldschmiede Itz., Feld 
husen Dorf bei Kh.; Schenefeld Dorf b. 
Altona u. Kirchdf., Brachenfeld Dorf b. 
Neum., Hohenfelde oft. Vgl. Zs. 29, 243. 
•38, 189 ff. In Schlesw. ist F. in alten Namen 
selten: Ahlefeld (Hü.), Hummelfeld (Eckf.), 
Gosefeld (Eckf.). In Ang. wird es oft zur 
Benennung ausgebauter Stellen gebraucht: 
Aorderfeld Teil des Dorfes Dollerup, Doll 
rott-, Sörup-feld. 
Feld-blooin (fe-ldblöm) f. „Feldblume“, im 
Ggs. zu den eigentlichen Blomen („Garten- 
u. Topfblumen“). — b r i 11 f. de F. opset- 
ten (ophebben) „die flache Hand über die 
Augen halten und ausspähen“, und dann 
zuweilen „neugierig sein“. — b u u t s f. 
„Feldmütze“, „Krätzchen“ Soldatensprache. 
— flüchte r, — flöchter m. „halb 
wilde Taube“ Fehm. — harder, — har- 
T e r m - „Feldhüter“, jetzt meist Feldvaagt 
(Fievaagt Neum.); s. auch Markmann, 
Schütter. In Flensb. hieß der Feldhüter 
Feldherr (1555); daher der Name Feldherren 
teich auf dem Nicolaifelde. — jagen, 
meist fell-jagen sw. v. „durchgehen“, 
von Pferden, de Po-r hebbt felljaagt eigentl. 
„sind zu Felde gelaufen“, „haben die Fahr 
straße verlassen“, „sind scheu, wild gewor 
den“. Ebenso sagt man vom Fuhrmann: he 
jaagt feil „die Pferde gehen ihm durch“, 
vereinz. unterscheidet man zwischen f. und 
feld-lopen: de Knecht hett feld jaagt, de Por 
hebbt feldlopen Wakendf. (Sgbg.). Der Aus 
druck ist bes. in Mh. gebräuchlich, doch auch 
sonst (Wm. Dtm. Rdsbg. Schleswig) neben 
anderen Ausdrücken (s. dänsch 2 , löpsch, 
lippsch, feld-lopen, -rieden) üblich. Auf Men 
schen übertragen bedeutet f. auch „durch 
brennen“, „über den Schwengel hauen“ 
(Kremp.) oder „von einem Mädchen abge 
blitzt werden“, bito-friegen (Wm.). F e Id 
le r ö p p m. „Ackerlattich“ Heist. 1800 (Sch. 
2, 354). feld —, felln — (Has. Uters. 
Bramst.), meist fell-lopenst. v. „dur<*b„, n 
gehen“, wie -jagen (s. o.) Mh. Elbm. Dtrtw ■ 
(schon im 18. .Th., s. Brem. Wb. 6, 62), di» 
Kremp. 1797 bezeugt: fellopen „fehllauf en»— J 
auch sonst wird das Wort irrtümlich mit 
fohl zusammengebracht. Vgl. noch Sch.jH 
312. 3, 341. Auf Menschen übertragen: dor 
will ik ne mit f. „ich werde das nicht aüs 
tragen, austrompeten“ Wm. — Dazu Fell- 
1 ö p e r m. „Durchgänger“, von Pferden, zu 
weilen auch von Menschen. Feld-lünk 
m. „Feldsperling“; vgl. Boomlünk. —marl 
f. (?) das Mal, welches das Feld bezeichnet, 
jiach dem die Gänschen in dem Spiele „all 
mien lewe Gäuschacken kaamt to Huus“ auf 
die Aufforderung des „Gausharr“: „all mien 
lewe Gäuschacken gaht to Feld!“ vom Huus- 
marl (s. d.) auslaufen müssen (Fehm.); vgl. 
Heim. 34, 220 f. — muus f. „Feld-, Wühl 
maus“ Hypudaeus arvalis. Die Feldmäuse 
sollen alle 7 Jahre erscheinen; ihr plötz 
liches Verschwinden erklärt man sich damit, 
daß sie sich ins Meer stürzen (Dtm.; vgl. 
Groth 1, 167). — recht n. Beim Getreide 
mähen oder -hauen wurde dem Vormäher 
oder -hauer das F. erteilt, d. h. er durfte 
das Mädchen, welches das Mittagessen aufs 
Feld brachte, küssen (Dtm.). Vgl. Moor 
recht. Braakrecht S. 496. — fell-rieden 
st. v. „das Pferd durchgehen lassen“, beim 
Reiten (Wm.); vgl. -jagen. Feld-rood 
f. „Feldrute“, Bezeichn, für die äußere Rute 
(s. Rood) der Windmühle im Ggs. zur inne 
ren (s. Huus-rood) Holst. — r o o s f. 
„Hundsrose“, „wilde Rose“ Rosa canina. 
Dtm.; vgl. Wiepel-, Klei-dgrn, Hahnpoot. 
— rüster m. „Feldulme“ Ulmus cam- 
pestris. Holst. 1815; vgl. Rüster, Ieper. 
— scheed f. „Feldscheide“, „Grenze der 
Dorfgemarkung“, auch einfach Scheed. Von
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.