Full text: (Zweiter Band)

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Hecht — Heck 
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wie hachpachen (s. d.). wenn se dat heel 
wichtig hett, kann se de Wi)r knapp rut- 
kriegen, denn hechpecht se so „bringt die 
Worte keuchend, stoßweise hervor“ Bramst. 
se hechpech achter em an „lief keuchend 
hinter ihm drein“ Itz. 
Hecht (hex) 1. f. „Haft“; mnd. hechte, 
hefte, in de H. kamen „ins Gefängnis kom 
men“ Holst. 1800 (Sch. 2, 118); vgl. Lock, 
Bunker 3 I, 586, Kaschott. Jetzt nur noch 
in den Wendungen: de Höhner ward in de 
H. kragen „in einen Draht- oder Latten- 
verschlag gesperrt“ Söhren (Bordesh.); wi 
hebbt dat nu in ’e H. „in Ordnung gebracht“ 
Nübbel (Rdsbg.); vgl. Reeg. — 2. n. „das 
Heft des Messers“ Eid. Dafür jetzt Heft, 
Stift ( s . d.). — hechten (hexn), vereinz. hef 
ten (Storm.) sw. v. 1. „haften“; vgl. hack 
ten. Das Wort ist nicht mehr sehr ge 
bräuchlich (bes. in Ndtm. Storm. Sschl. 
Ang.) und weicht vor den Synonymen zu 
rück; vgl. hangen, haken, backen 3 I, 208, 
P?ken. he kunn dor ni recht h. „seßhaft, 
warm werden“ Hü. Ang. Meist anhechten 
(s. I, 127): de Klieben haakt un hecht er an 
Holst. 1860. em hecht nix an „ihn ficht 
nichts an“; vgl. Aal I, 3 unt. Vereinz. „sich 
a n jemand heften“, „anstänkern“, se 
hecht jedereen an „stänkern jeden an“ Itz. 
2. „heften“, den Ärmel an den Rock an<- 
hechten „mit großen Stichen annähen 
Hohn; vgl. Sch. 2, 118. In der Schusterei 
»mit Pechdraht heften“ Ang.; vgl. ik bün 
de Fru vun Hechtet-Pech im Pfändersp. 
(s. Heim. 22, 310). — Zsstzgen: Hecht- 
k 9tel (he-xkgdl), — köddel (Prb. We 
stensee), — kö'rl (Sdtm. seit.), auch 
Hechte- (Schw.), Hef t-kptel (Dw.) m. 
verächtlicher Ausdruck (s. Kgtel) für einen 
rechthaberischen Menschen Dtm. Wm. Pbg. 
Hh. Prb.; besonders von Menschen, die sich 
überall einmischen und meinen, alles besser 
wissen oder zu können: laat mi man mal, 
du H., du kannst dat doch ni, du büst n 
Booten Schietplock (Köddelklöwer); vgl. 
"ebberecht, Keithahn, Jiffel; seltener von 
einem, der ungeduldig zur Eile antreibt, 
u nd von ungeduldigen Pferden (Dw.). Dazu 
sw - v. hecht-kQteln, — körln (Sdtm. 
8e H) „rechthaberisch sein“, he hett so vgl 
h. „daran auszusetzen“, „zu nörgeln“ 
kdtin. Itz. Früher auch = kütbüten (s. d.) 
»tauschen“ Dtm. 1755. Hecht-plaaster 
»Heftpflaster“ Sdtm. (abst.); jetzt meist 
(deft-plaaster. — t w $ 11 m. „Halter zum 
Hedespinnen“ Dw. abst.; vgl. Heedtwglt bei 
Heed. 
.Heck 1 (heg) f. „Hecke“, „Zaun“; litera 
risch öfter belegt (z. B. Groth 1, 66. 105. 
“4- 164. 214), nicht volkstümlich (dafür 
Hgg, Tuun, Knick, Redder). gwer (di)r) 
ü—en (Knicken Hohn) un Tun gähn „sich 
wie wild gebärden“, „aus dem Häuschen 
sein“ Stap. Hierher die Wendung: in’e 
H—en gähn „verloren gehen“, „untergehen“ 
Wm. (vgl. Wicken). Reim: Kukuk achter 
de H—en usw. s. bleken I, 379 (doch vgl. 
Heck 3 ). Aberglaube: Wenn auf einer Hecke 
beim Hause eine Elster sitzt, hat man Gäste 
zu erwarten. Holst. 1860 (Jb. f. Ldk. 8, 92); 
vgl. Besök 1 c (I, 306). Flurnamen s. Heck 3 . 
Heck 2 (heg) n. „Heck“, Bezeichn, für ein 
gitterförmiges Lattengestell; mnd. heck 
„Umzäunung“, „Einfassung“, „Tor“; ndl. 
hek „Gitterwerk“, engl, hatch „Gittertür“. 
1. Das Wort dient meist zur Bezeichn, 
des Tors, das den Eingang (s. Hecklock) zu 
einer Koppel oder Weide verschließt. Vom 
Slaaboom (s. d.), der auch oft H. genannt 
wird, unterscheidet sich das H. dadurch, 
daß der, bezw. der eine Längstbalken seines 
Torgerichts durch 2 Hängen (s. Heckhän- 
gen) an dem Heckpahl (achst Stütt „hintere 
Stütze“, Achterpahl) befestigt ist, die über 
die beiden Zapfen (Tubben, Heckkrücken) 
passen; nicht selten ist der Längstbalken 
aber auch einfach mit einer Kette oder mit 
1 oder 2 Drahtenden (Wiern) am Heck 
pahl befestigt (früher nahm man statt Draht 
auch Weden s. d.). Ein solches Tor nennt 
man Slöp- oder Slep-heck (s. d.). Der ein 
fache Slaaboom ist ein langer Querbalken, 
der auf dem Heckpahl durch einen langen, 
dicken Eisennagel drehbar befestigt ist; ist 
er geschlossen, so ruht sein freies Ende in 
einem gegabelten Längstpfahl (Gaffel, 
Twgl) oder in dem Einschnitt eines ein 
fachen Pfahls (vi)rst Stütt, Vi)rpahl), wäh 
rend das Slgpheck an diesem durch einen 
öwerfall (—slag, Lenk), der über eine 
Krampe im Pfahl greift, oder durch eine 
Wirbel (Warwel), oft auch einfach mit 
einem Drahtende befestigt wird. Ist der 
Slaaboom mit Been und Scheden (s. u.) 
versehen, so heißt er auch Swungheck. Das 
hintere verlängerte Ende des Slaaboom ist 
meist verdickt oder mit einem großen Stein 
beschwert, um ein annäherndes Gleichge 
wicht mit dem langen freien Ende herzu 
stellen. Das Winkelheck (auch preußisch 
Heck Ndtm.) unterscheidet sich dadurch von 
dem Swungheck, daß der Querbalken mit 
einem Längstbalken (Hamerstück) ein offe 
nes Torgericht bildet, das durch einen schrä 
gen Strebebalken (Knee) zusammengehal 
ten und durch Hängen am Heckpahl be 
festigt wird. Bei dem gewöhnlichen Slgp- 
heck besteht das Torgericht aus einem 
Querbalken (Boom, Balken, Hecken-, Sleet-
	        
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