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Fehler — fei 
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„es muß eintreffen“. dat kunn ni f. „das 
war vorauszusehen“. 
Fehler (ffla), pl. F—s, m. „Fehler“, dor 
is keen Minsch sünner F., un wenn he ok 
man ’n Schoh scheef geit Holst. 1840. anner 
Lüd ?r F—s sünd licht to finden, de Per 
hebbt 99 F—s, de Fruunslüd 100; de Pgr 
kann ’n wedder vun af kamen, vun de 
Fruunslüd nich Kk. — Spottlied: Kühler 
hett ’n F. an de Lung, an de Tung, an de 
Lewer Neum. 
Fehmarn (fe-män), F emarn die Insel F. 
Der Sage nach war F. einst mit dem Lande 
Oldenburg verbunden und bildete mit die 
sem eine Insel, die durch eine Wasser 
straße zwischen Grube und Weißenhaus von 
Holst, getrennt war. Aus Rache für die 
Ermordung ihres einzigen Sohnes durch 
die Bürger der Stadt Oldenburg ließ die 
schwarze Grete die Einfahrt des Oldenbur 
ger Hafens verschütten, sodaß die Wasser 
straße versandete und die Ostsee sich einen 
neuen Weg bahnte, den jetzigen Fehmarn 
sund, der anfangs so schmal war, daß man 
auf einen im Wasser liegenden Pferdekopf 
tretend trockenen Fußes von Land Olden 
burg nach F. gelangen konnte (vgl. Voß u. 
Jessel, Fehm. S. 64 f. u. Mhff. 2 S. 18). — 
Die Bewohner wurden wegen der auf F. 
noch bis vor kurzem lebendigen Diminutiv 
bildungen (z. B. Büllaken s. S. 623, Sün- 
naken „Marienkäfer“, bittaken „ein biß 
chen“, Tgnaken „Zähnchen“, Gösaken 
„Gänschen“; alter Kinderreim: Kindaken 
hett Beenaken as Stökaken un kann doch 
lopaken) von den Ostholsteinern spottend 
Ranaken (aus Fehmaranaken) genannt. — 
F. im Storchlied s. Adebar S. 50; vgl. Fastei 
ahend u. Rummelpott. — Sch. 4, 385 ff. 
überliefert mit Melodie „das Fehmarsche 
Lied“, in dem 42 Ortschaften der Insel nach 
ihrer Eigenart kurz gekennzeichnet wer- 
^ e n; z. B. Ach Mummendorp, ach Mum- 
mendorp, da hebben se veel grote Göse, To 
Satjendorp, to Satjendorp, da drinkt se ut 
de Kröse. Die einzelnen Verse sind im 
Wörterbuch jedesmal bei dem Namen der 
Ortschaften verzeichnet; vgl. z. B. Albers- 
<R>rp S. 99, Avensdörp S. 188, Bisdörp S. 360. 
Rlieschendörp S. 387, Bojendörp S. 417. Die 
etzte Strophe des Liedes lautet: Ach Feh- 
merland, ach Fehmerland, ik segg di Pries 
un^ Ehren, in aller Land, wo ik man kaam, 
will ik dien Loff vermehren. Vgl. auch 
oss, Chronik v. Fehmarn 1, 157, wo das 
Lied mit einzelnen Anmerkungen wieder 
p ■g®d ruc kt ist. — Fehmarsch adj. dat 
• Wgderglas „Acker-Gauchheil“, Annagal- 
is arvensis. Wetterregel: dat F. Weder glas 
is slaten, dat gif ft Regen: de Blöt is apen, 
dat Weder blifft drög FL. 
fehr (f?a), feer (Sch. 1, 312) adj. 1. 
„nicht trächtig“, „unfruchtbar“, von Kühen. 
de Koh is oder geit f. „ist nicht beim Stier 
gewesen“, „hat noch nicht gerindert“ (vgl. 
Quie, Stark), „wird gemolken“ (Sch. 1, 312: 
„Milchkuh“ Eid. Üters. Rdsbg. Wm.). de 
Koh is f. blgben „ist vom Stier belegt, aber 
nicht trächtig geworden“ (Ggs. en tokamen 
Koh „Kuh, die kalben soll“; vgl. Groth 3, 
82). de Koh ward f. g wer molken „ist nicht 
trächtig geworden und wird im Winter ge 
molken“ Wm. Häufige Redensart: he fraagt 
en f. Koh (auch Fghrkoh s. u.) ’n Kalf af 
von Neugierigen, die durch ihre Fragen 
lästig fallen, bes. von Kindern. — 2. „keine 
Milch gebend“, „trocken stehend“ (vgl. 
güst). he tiert sik as ’n f. Koh, de man 
melken will Itz. de Slachters kemen üm 
dat f—e Veh „nicht milchgebend“, „Fett 
vieh“ Dtm. (Groth 2, 66. 186. 191). Vgl. 
nordfries. feer (Föhr, Amrum), fiar (Sylt) 
„trocken“, „milchlos“. — Scherzend über 
tragen auf die Henne: se kakelt as ’n f—e 
Hehn „gackert wie eine nicht legende 
Henne“ (namentl. wenn Mädchen beim 
Lachen laut kreischen) Dw. he is so klook 
(nielich, mager) as so ’n oll f. Hehn (auch 
Fehrhehn s. u.). he mutt ok jümmer dor 
wen, wongm en f—e Hehn slacht ward 
Dtm. mien Ngs gifft ebenso vgl as en f—e 
Hehn Eier sagt ironisch einer, der mit star 
kem Schnupfen behaftet ist. — Das (außer 
in Oh.) überall übliche Wort gehört wohl zu 
mnd. varre, ver, ndl. var „junger Stier“; 
vgl. hd. „Färse“ „das noch nicht trächtige 
Rind“. — Zssetzgen: F^hr-h§hn f. 
„Henne, die keine Eier legt“; auch Schelte: 
ole nieliche F. „neugieriges Frauenzimmer“ 
Ang. —koh f. „unfruchtbar, bezw. trocken 
stehende Kuh“ (s. o.). 
Fei (fai) f. „Fee“; nur in der Vbdg. 
Grete Fei eine weibliche Spukgestalt; vgl. 
Harms Gnomon 3 S. 334: Niß Puck un 
Grete F. Dtm. 
fei (fai) adv. u. adj., ursprüngl. wohl 
„dem Tode verfallen“, (vgl. fee, im älteren 
Dänisch feig, fei), „schlimm“ und dann wie 
bös, dull, bannig, arig u. a. m. zum Form 
wort der Steigerung verblaßt: „sehr“, 
„außerordentlich“. Das Wort ist auf das 
nördl. Ang. und die Ggd. von Flensb. be 
schränkt, weicht aber vor Synonymen wie 
grgsig, beestig zurück. 1. Adv., vereinz. noch 
„schlimm“: dat sücht hier noch f. ut, ik 
heff noch nich eenmal utsüselt („ausge 
fegt“) Flensb. dat weiht f. von starkem 
Wind. Dann auch „stark“, „dringend“: ik 
schall mal so f. „muß notwendig mein Be 
dürfnis verrichten“, se schall so f. „ist 
schwanger“. Meist „sehr“: he (dat) is f. 
guud (nett), dat is mal f. koold vundaag.
	        

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