Full text: (Zweiter Band)

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Harnischen — Hans 
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bet an Ellbagen (un liekers verklaamt) zum 
Empfindlichen; vgl. Fuusthannsch II, 261, 
froren 1 (II, 221 u.). Trägt jemand bei 
wärmerer Witterung noch Handschuhe, so 
sagt man: de Kukuk schitt di in’e Hann 
schen, oder büst ni bang, dat de Kukuk di 
in’e H. schitt? he is bang vör’n rügen 
Hannsch(en) Kk. Oh. Ellerb. Sschl., oder 
den kann man mit ’n rügen Hannschen in ’t 
Muuslock jagen (Ascheberg) von einem 
Feigling; vgl. Hannschenmaker, bang I, 
226 u.; mit rüge Hannschen bang maken 
»vergraulen“ Neust, he hett sik gans ver 
ändert as en umgekehrte Hannsch Schlesw. 
1800 (Sch. 4, 301). wenn ’t kummt, kummt 
’t all op ’n mal, harr de Snieder ok seggt, 
da harr he op ’n Wiehnachtenabend een 
Paar Hannschen to versohlen krggen Üters. 
Wenn die Katze kratzen will und die Kral 
len zeigt, sagt man: se treckt de Hannschen 
ut Dtm. Ang. — Aberglaube s. finden II, 95 o. 
— Zsstzgen: Hannschen -d§rn f. „Hand 
schuhe tragendes Mädchen“, auch Bezeichn, 
für die „Brautjungfer“ Wm. (ausgest.); vgl. 
-—knecht. Sonst nur in der Ra.: H. (H—s) 
un Tüffelknecht (T—en) deent beide gren 
Herrn siecht Holst. 1840 (dat sünd ni de 
Buurn sien rechten Schönkirchen b. Kiel 
seit.) oder Tuff ein-Knechten un H—s sünd 
miendaag noch nix wgrt west Oh. Kh. 
»Mädchen, die bei der Arbeit Handschuhe 
tragen, und Knechte, die immer in Pantof 
feln gehen, sind nichts wert“; vgl. —jung, 
fleuten II, 147. — jung m. „Knecht, der 
bei der Arbeit Handschuhe trägt“; vgl. 
~~dgrn, —knecht. H—s un Töffeln-Dgrns 
sünd nix wert Elbm. — knecht m. „be 
handschuhter Knecht“; vgl. —dgrn, —jung, 
vun H—s un Höltentüffeln-Dierns hollt de 
Bvur ni vgl vun Dtm. abst. Auch Bezeichn, 
für die „Brautführer“, „Begleiter der Braut 
jungfern“ Wm. (ausgest.) Innien; vgl. 
dgrn y Bruutknecht I, 549 und Hochtied. 
In der Ggd. von Kh. tanzten beim Lichter- 
da7is (s. d.) die 3 Bruutdgrns (s. I, 549) mit 
üen 3 H—en; ebenso im Ksp. Wacken um 
1800. In Sdtm. und Ggd. v. Itz. ist der H. 
der männliche Trauzeuge bei der Hochzeit. 
r" m aker m. „Handschuhmacher“. Auch 
Bezeichn, für einen „Waschlappen“, „Feig- 
Bng“: da’s ok so’n H. FL.; vgl. Hannschen. 
hannschen (hansri) sw. v. „hantieren“. 
Nur in der Wendung: se kann dat bgter li. 
»besser durchsetzen“, „sie hat die Kräfte da- 
* u > die Arbeit zu leisten“ Hü.; vgl. handen 
(dat handt gr bgter), hanteln und blasen 1 
(I, 374). 
han-nu (hanü-) adv. „im Nu“, ..sofort“ 
Map. 
Hannwehr (hanvg-a?) s. Hammwghr. de 
hett dat all in H. „in Händen“, „zu leiten“ 
Innien. 
hann-wiel (hanvvl) adv. „vor einer Weile“, 
„vor einiger Zeit“, h. wgr ’k na mien Nawer 
hin Lutzhorn (Barmst.) abst. 
Hanp „Hanf“ s. Hemp. 
Hans (hans) männlicher Vorname, aus 
„Johannes“ zsgezogen; vgl. Hannes. Hans 
war (und ist noch stellenweise) neben 
Klaas, Peter, Krischan u. a. m. einer der 
beliebtesten Vornamen. Er kommt daher 
in Redewendungen und Reimen sehr häufig 
vor, oft auch in solchen, in denen gewöhn 
lich ein anderer Name gebraucht wird (z. 
B. Hans Kreih leggt. ’n Ei usw. für Klaas 
Kreih). In Vbdg. mit Substantiven und 
Adjektiven oder Satzteilen (bes. Impera 
tiven) gibt er diesen das Gepräge von Fa 
miliennamen (der Ton liegt daher nicht auf 
H.) und bewirkt eine Personifizierung, z. 
B. Hans-Ars, -Brasch, -Dünk (-Dumen- 
dick), -Eenfoold, -Hassel, -Loi, -Quast, 
-Taps, -Wellerlich, -Wust, -Wüpp (-Wüpp- 
stgrt) (s. u.; vgl. auch Hans-Bunkentgg. 
-Damp, -Dummbart, -Hackenkieker, -Hagel, 
-Harlekin, -Hasenfoot, -Katt, -Narr). Im 
perativische Wortbildungen (und ähnliche): 
H. Riihrum (Rghrup) „unruhiger Geist“; 
vgl. -Wüppstgrt. he is’n richtigen H. Fall- 
in-de-Brie Hü.; vgl. II, 13 unt. du schasst 
mitfghren op H. Blief-to-Huus sien Waag 
scherzh. für „du sollst zu Hause bleiben“ 
Hollingst. (Treene) 1850. Nordfr. se bruukt 
em as H. Help-mi-man „nehmen seine Hilfe 
(Gesellschaft) in Anspruch, wenn sie keinen 
anderen haben“. H. Verwghr-mi-dat scherz 
haft für „Pfandleiher“ Ang.; auch H. Kratz 
genannt, weil er sich durch sein Geschäft 
Geld zusammenkratzt (Ang.). Hans-wghr-di 
„nimm dich in Acht“, scherzh. für den 
Ort, in dem die Armenkate liegt (Lbg.). 
dat is so ’n rechten H. Sühst-mi-wol „auf 
geputzter Affe“, „hochmütiger Geck“. H. 
Putz-weg Name eines Kinderspiels; s. u. 
Die „Krätzsalbe“ Unguentum sulfuratum 
compositum (vgl. Höcksalf) nennt man 
scherzh.: H. Fraag-nix-dqrna Oldesl. Fehm. 
Eid., oder H. Kumm-mi-na Oh. oder 
H. Kghr-di-an-nix Fehm. oder H. Doo- 
mi-nix Wandsbek, oder H. Weet-von- 
nix. — Vor Verwandtschaftsbezeichnun 
gen dient H. zur Unterscheidung von 
Angehörigen der gleichen Gruppe mit 
anderem Vornamen: Hans-Ohm (s. d.), 
-Unkel (seltener -Broder. -Vetter) und 
dann auch Hans-Nawer (s. d.) im Ggs. zu 
Klaas-Ohm, -Nawer; der Ton liegt (wie 
auch bei den folgenden) auf H„ auch in 
Vbdg. mit dem Familiennamen Ohm (wäh
	        
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