Full text: F bis J (Zweiter Band)

39 
Fedder — Fedderpoos 
40 
und Haaren“, de Engel plückt F—n un 
Dunen „es schneit“; vgl. Feddeler. Da die 
Federn als Polsterungsfüllung für Betten 
dienen, bezeichnet der Plur. de Feilem ge 
radezu das „Bett“ (s. das Wortsp. bei duun 
S. 931): he kruppt (geit, stiggt, will, liggt) 
in de F—n; vgl. Poos, Puuch, Fedderball 
u. Bett S. 323 Mitte, he kömmt vun de 
F—n op’t Stroh „vom Pferd auf den Esel“, 
„seine wirtschaftliche Lage verschlechtert 
sich“ Schw.; vgl. Bett S. 324 f. — Scherz: 
itt, Krukau, dat ’s Goossuur! — Ja, dat seh 
ik an de F—n Schw.; vgl. Duun. — Scherz 
fragen u. Rätsel: wat is swatter as de Raav? 
(seine Federn) Üters. dor flüggt wat gwer’t 
Huus, dat hett nich Lief noch Leben (die 
Feder) Kk. kömmt vun ’n Lgben, hett keen 
Lgben un kann stillswiegens Antwgrt 
ggben (die Feder, d. h. der „Gänse 
kiel“ s. u. 2) Holst. 1860. wat is 
lichter (sw arer), een (hunnert) Pund 
Isen, oder een (hunnert) Pund F—n? (se 
siind beid lieker swar); s. auch Duun. — 
Regenlied: Sünn, Sünn kumm wedder mit 
dien golln F., s. Sünn. — Reim: as Kasper 
Wrag’ op’e Ledder seet un Mudder Eggersch 
ope tiönner reed (un sien Fru mank de 
Hönner greep), as de F—n in’n Schosteen 
flögen, Junge, wat mök mi dat Vergnögen 
Kk. — Lied: hebbt wi keen Ünnerbett, liegt 
wi up’t Stroh, stickt uns keen F. in’n Mgrs, 
bitt uns keen Floh Lbg. Sgbg.; vgl. Bett S. 
325 u. Leefste. — Aberglaube: „Wenn ein 
Pferd eine Feder verschluckt hat, so nimmt 
man den Magen einer Henne und gibt ihm 
zu fressen“ Ang. 1800. Liegt jemand in 
Krämpfen, so reißt man einem Stück Fe 
dervieh eine Feder aus, zündet sie an und 
hält sie dem Kranken unter die Nase, so- 
daß er den Rauch einatmet (s. Urqu. 4, 278). 
Anderes s. bei Bruutbett S. 547, Unruh-fed- 
dern. — 2. „Schreibfeder“, ursprüngl. der 
als solche dienende „Gänsekiel“ (s. o. bei 
den Rätseln, sowie Fedder-mess, -poos), jetzt 
die „Stahlfeder“, de hett dat in de F. as 
de Kadeker in’n Stgrt von einem Schreib 
gewandten. Neum.; meist he hett dat in ’n 
Kopp usw. — 3. Die mechanische Vorrich 
tung an Gegenständen aller Art, z. B. an 
Wagen (s. Fedder-waag), Uhr, Messer, Spa 
ten (s. F.-spaden, -buscher), Brettern (s. 
slöben), Matratzen (s. Springfedder). Dazu 
f e d d e r n sw. v. „federn“, de Waag fed- 
dert guud. Zsstzg. af-fellern (s. d.) zu 
Fedder 1. 
Fedder-ball (fe-dabal) m. 1. das Ballspiel 
„Federball“, s. Jb. f. Ldk. 1, 258. — 2. ifc 
will to F. scherzh. für „ich will zu Bett“; 
a. Fedder 1, Fedder-barg, -dörp, -hagen, 
-holrn, -huus, -husen, -klapp, -maskeraad, 
Feddem-horst, -höft, Fedders-barg, -dörp. 
— barg m. ik will in den F. (na ’n F. Kk.) 
gähn, s. -ball 2. — b o o m m. „Ehrenpreis“ 
Veronica. Dtm. — buscher m. Spaten, 
dessen Büchse von der Ausbuchtung des obe 
ren Teils des Spatenblattes gebildet wird, 
während beim Dullbuscher (s. d.) eine Tülle 
an das Blatt angesetzt ist (Stap.; s. Nd. 
Kbl. 10, 12); vgl. —spaden. —bütel m. 
„mit Federn gefüllter Beutel“, ik legg mi 
’n F. up de Maag gegen Magenschmerzen 
(Kollm.). — d q k f. „Federdecke“, „Bett 
decke“. Der Bezug heißt Feilerdgks-bür 
(Hohn) oder —slaap, —sluup. he hett en 
Gelaat as en Ferrerdgksloop „kann viel 
lassen“, „ist wohlbeleibt“. —d ö r p. ik will 
na F. Schw. s. —ball 2. —f lucht (Ang.), 
— f 1 ü g g (Schw.), — f 1 u n k m. „Feder 
wisch“, Gänse- oder Hühnerflügel zum Ab 
stäuben der Möbel, zum Reinigen des Her 
des von Asche u. dgl. he wiggt twintig 
Pund un ’n Fedderflunk „ist sehr leicht“ 
Uters.; vgl. Fedder 1. —g r a s n. „Feder 
pfriemengras“, Stipa pennata. — hagen. 
na F.! „zu Bett!“ Silberstedt (Hus.). Vgl. 
—ball 2. — h o 1 m. ik will na F. Ang. s. 
—ball 2. — h o 1 e r, meist mit hd. Laut- 
gebung —halder, —haller m. „Federhalter“. 
Fällt ein F. so zur Erde, daß er aufrecht 
stecken bleibt, so gibt es Besuch. —hoss 
s. Feddern-, —hgwel m. „Hobel zum Aus 
hobeln der Feder an Brettern“; s. slöben u. 
Nd. Jb. 1, 76. —huus. na F. gähn Eid.; 
s. —ball 2. — husen, — husum (Ang.). 
ik gah na F. Dtm. Eid. Hus. Schw. Dw.; 
s. —ball 2. —klapp, he will to F. Ang.; 
s. —ball 2, Klapp. —loos adj. „unbefie 
dert“, nur im Rätsel vom Schnee (s. blatt 
los S. 376). — maskeraad. ik will tau 
F. Westensee; s. —ball 2. —m e s s n. „Fe 
dermesser“, früher zum Zurechtschneiden 
der Gänsekiele gebraucht (Kk. Fehm. 
Schw.); s. Fedder 2. Feddern-ball 
(Schw.) s. Fedder-. Fedder-nggel 
(Storm. Kk. Bornhöv. Hü.), — n i 1 k (Dtm.), 
— nelk f. „Federnelke“ Dianthus pluma- 
rius. Feddern-horst (Hü.), -host 
(-hoss) Rdsbg. Nort., -hast (-höss) Schw. Hü., 
Fedder-hoss Prb., -hast Rdsbg. na F. (seit. 
na de F.) gähn „zu Bett gehn"; s. —ball 2. 
— höft (höf). ik will na F. Dw.; s. —ball 2. 
Fedder-poos, vereinz. — p a a s (Innien) 
f. „Federkiel“, „Federspule“, bes. von Gän 
sen (Dtm. abst. Hohn Schw.). Früher ver 
stand man unter F. auch den zum Schrei 
ben zugerichteten Gänsekiel (s. Fedder 2), 
dann eine kleine Dose zur Aufnahme von 
Stahlfedern und zuweilen auch den „Feder 
kasten“ (Hohn). Mit buntgefärbten Feder 
posen wurden früher die Kalkpfeifen ver 
ziert (Elbm. 1880). Jetzt dient F. bes. noch 
als Bezeichn, für die Buchse, die durch
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.