Full text: F bis J (Zweiter Band)

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Fastelabendlialin — Fatt 
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lustigen Fastnacht und die Feier selbst; 
vgl. Pingstgill. Die F. in der Probstei hat. 
der Teufel gestiftet; er tanzt daher immer 
hintenan (N. Prov. Berichte 1813, 45). 
— h ah n m. „Fastnachtshahn“. Die „Oster- 
egge“ (s. Egg S. 1012) in Heide besaß eine 
Fahne mit darauf gesticktem Hahr und der 
gleichfalls gestickten Unterschrift: de 
Ostereggers ehr Fasselabendshahn; sie 
wurde bei der Feier des Hahnbeers benutzt 
(s. d.) Vgl. Heim. 6, 176. — k n a s t 
(fa-slumknas) m. „Kälterückfall im Fe 
bruar, der erfahrungmäßig um Fastnacht 
eintritt“. de Lichtmeßstoot (s. d.) un de F. 
Ang. de F. is de ole Paag (Pferd) sien 
Dood. Hus. vgl. — stoot. — r o o d f. „Fast 
nachtsrute“, der sich die Kinder beim 
Heißeweckenpeitschen bedienen: s. o. 
Fastelabend 1. — st o o t m. dasselbe wie 
— knast. Wenn im Februar das gute 
Wetter gelobt wird, heißt es: töf man, bet 
de F. kümmt Plön, de F. deit mennig ool 
Paag (Ruun, Pgrd, Wief, Minsch) den Dood. 
Fasten (fasn) m., F asteltied f. (Sch.l- 
309) „Fastenzeit“. In Wetterregeln: dröge 
F. bringt’n good Jahr Wm. Wenn F. hell 
und kalt ist, gibt es eine schöne und heiße 
Ernte (Wm.). Vgl. Heim. 25, 42 u. Ascher- 
midwgk S. 182. 
fasten (fasdn u. fasn) sw. v. „fasten“ 
f. is keen Brood sparen Holst. 1800 (Sch. 
1, 310). darup (up’t anner Jahr) is good 
töwen, awers quaad f. von sehr langwieri 
gen Dingen. Holst. 1800 (Sch. 4, 273). 
faten (fgdn) sw. v. „fassen“. Präs, ik 
faat (fgd), du faatst (fgds) und du föttst 
(fods), he faat (fgd) u. he fött (fad), wi faat 
u. faten (fgdn). Prät. ik faat u. foot (fod) 
u. föt (fod). Part., fatet (Sch. 1, 310. 4, 298) 
und faat (s. d.). he kriggt em fatet „er 
wischt ihn" Holst. 1800. he hett dor vun 
fatet „hat etwas von dem Fehler an sich 1 
Eid. 1800. — de Fiel faat ni recht mghr 
„faßt nicht“, „nimmt nichts weg“, faat di 
man sülm an de Ngs (Snuut), mit dem Zu 
satz: denn hesst du’n Stück Fleescli Wschl. 
den de Koh tohgrt, de faat se an Stgrt 
Dt.m. Oh. Hü. he nimmt allem, wat to ra- 
kcn un to f. is „alles, was er irgend bekom 
men kann“; ähnlich: he is jüst as Jehann 
Haak, de nöhm allem, wat em raak un 
faat Schönkirchen (Kiel), in de lütten Ka 
ten is ni vgl to f„ awers düchtig lang in 
to slapen Kk. Faulheit laat los un Flietig- 
keit faat bi Dtm. op em fatet doch alles 
„er bekommt jede Krankheit“ Ang. (vgl. 
faat). Arger faat nich op em as Water nich 
op sien Köter Dtm. (Groth 2, 116). In über 
tragener Bedeutung „erfassen“ nicht recht 
volkstümlich, am ehesten noch in der Vbdg. 
he kann dat ni begriepen un ni faten. — 
Schleswig,Holsteinisches Wörterbuch. II. 
Häufig refl. sik faten „mit einander rin 
gen, um Kräfte und Geschicklichkeit zu 
messen“, wie es die Jungen gern tun. 
faat ju mal; wüllt wi sik mal faten?, bes. 
in Dtm. Wm. Stap. Hohn Mh. bekannt, 
seltener im Osten; doch auch hier in der 
Wendung: he faat sik mit Jehann Loos zur 
Bezeichnung der Faulheit (Prb. Plön). Vgl. 
Heim. 6, 177. — Der Inf. mit to ist häufig 
in den Vbdgen to faten kriegen und to 
faten hemm, he kriggt em to f. „erwischt 
ihn“, nu hebbt se em to f., de de Schienen 
vun de Iserbahn angnabbelt hett Spott auf 
den übertriebenen Eifer der Polizeiorgane. 
he hett bald de tachendig to f. „ist bald 
80 Jahre alt“. Vgl. faat. 
Fatt (fad) n. „Faß“; plur. Fäte (Sch. 2, 
215), jetzt Fgt (fgd), Fät (fgt) und zuweilen 
schwach Patten (fadn) Eid. u. vereinz. Sschl. 
Sch. 4, 298. 1. „Faß“, „Tonne“, geschlos 
sener Behälter; z. B. Beer-, Kgm-, Wien-, 
Syrups-fatt, vgl. auch Hiitt-, Snaclcfatt. en 
vat Wiens holt 3 Ahm 25 Stoveken Wm. 
17. Jhdt. ik drink mit di ut een F., awers 
ni ut een Glas s. drinken S. 864. wüllt 
mal ’n anner F. ansteken „von etwas an 
derem reden“, „das Thema wechseln“, im 
Kartenspiel „die Farbe wechseln“, ole Fgt 
lecken ggrn Mschl. et reg ent. as wenn’t mit 
Patten giitt Holst. 1800 (Sch. 4, 298) — 
2. Getreidemaß = K Scheffel Wm. 1700. 
FL. — 3. „Bütte“, „Napf“, „Schüssel“ jeder 
Art, besonders größere; z. B. Botter-, Mghl-, 
Melk-, Solt-, Sucher-, Klumpen-, Pann- 
kokenfatt. kalkte Fäte „weiße steinerne 
Schüsseln“ Dtm. 1755. Wenn die Mägde 
zu langsam arbeiten, sagt die Hausfrau: 
dat mutt ni gähn „Toller un Fatt“, „Toller 
un Fatt“ (langsam gesprochen), dat mutt 
gähn „Hacken un Teen“, „Hacken un 
Teen“ Gg. v. Kiel. Besonders das Gefäß, 
in dem das Essen auf den Tisch gebracht 
wird. Häufige Zurechtweisung unbescheide 
ner und voreiliger Menschen: ni vor Vad- 
der in't F. langen! Auch: du mußt ni üm- 
mer de grste Mann in’t F. sien; du sittst ok 
immer mit de Finger in’t F. Finger ut’t 
F.! „bleib davon!“ he sitt vör’t vulle F. 
„hat reichlich zu leben“, he kümmt bi’t 
lüttje F. „aufs Altenteil“ Ang. (abst.). 
wenn’t Pannkoken rggent, is mien F. um 
stülpt „von dem Segen bekomme ich nichts 
ab“, hett de Pracher (de lüttje Mann Eid.) 
wat, denn hett he keen F. Vom Kinder 
reichen heißt es: in sien F. lickt vgl Hüh 
ner Holst. 1800 (Sch. 4, 299). de Kgksch un 
de Katt gten ut een F. Pellw. lerrig F. 
maakt de Snuut nich natt Holst. 1840. rein 
Fatt! sä Kröger, dor freet he dat Schüttei 
mit up Stap. Zum Neugierigen: Pannkook 
op’n holten F., nielig Pgrd, wat schglt di 
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