Full text: (Zweiter Band)

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fastnageln — Fastelabend 
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(Sdtm., s. Heim. 34, 242 f.). Vgl. noch 
Mhff. 2 Nr. 302 u. 508 (S. 420 f.); s. auch 
fastschrieben u. anbinden S. 117. —na 
geln „festnageln“, wat de verteilt, dat 
mutt’n gliek mit’n Sacksband an Bijhn f. 
„seinen Worten ist nicht zu trauen“ Schön 
kirchen (Kiel). — n e i h e n „festnähen“. 
se neiht gr de Verstand fast sagt man, 
wenn jemand an einem Kleide näht, wäh 
rend die Person es anhat (Schlesw.). 
— nösseln (Kk.), — nussein (Schw.) 
refl. he hett sik fastnösselt „hat sich fest 
gearbeitet, sodaß er nicht mehr durchfin 
den kann“. — o k e r n refl. he hett sik fast- 
okert „hat sich bei hastiger Arbeit fest 
gearbeitet“ FL. — pgken „festkleben“. 
de Wijr p?kt em an de Tung fast „er 
bringt nichts heraus“ Vgl. Groth 3, 259. 
— rattein refl. „sich verstricken“, „sich 
verwickeln“ Wm. —rustern „ein 
rosten“. dat is in em fastrustert Lbg. 
— schrieben „festschreiben“. Das „Fest 
machen“ der Diebe wird auch f. genannt, 
s. Mhff. 2 Nr. 312 (Wm.) u. fastmaken. 
— setten „festsetzen“. In der Seemanns- 
spr. Schoot f. „Segelzipfel, Segel fest- 
machen“, s. auch Vörfess, Dreefoot f. s. 
I, 845. he sett sik wedder fast „weiß nicht, 
zu gehen“. — s t a h n „feststehen“, stah 
fast, Schipper! Aufforderung zum Durch 
halten (Wm.). Begegnet man einer Hexe, 
so muß man sie fest anblicken und dabei 
sprechen: Hex, stah fast! Blief bi dien Be 
dacht! Im Namen des Vaters usw. Schw. 
Ebenso verfährt man, wenn man auf der 
Koppel einem gefährlichen Stier begegnet; 
statt Hex sagt man dann Bull Schw. 
~supen refl. „über dem Trinken das 
Nachhausegehen vergessen“. —surren 
„mit Ketten oder Tauen befestigen“, de 
Wanten (s. d.) ward mit’n Reep fast surrt, 
wenn Storm kümmt, mutt allens dubbelt 
fastsurrt warm Seemannsspr. (vgl. Kluge 
S. 845 bei „zurren“); aus niederl. sjorren 
zu f ranz, serrer „binden“. — tüdern 
refl. he hett sik fasttüdert „sich festge 
redet“. — t ü g e n „einen durch Zeugen 
aussage überführen“, ik lieff em fasttügt 
Dtm. — w a r r n „festwerden“. man allens 
mit, wat f. will! „mitnehmen, was irgend 
geilt . w a s s e n „festwachsen“, em is 
de Tung fastwussen; Antwort: denn mutt 
em de Kgkelreem sngden warm. 
Fastelabend (faslg-mb, —Ipm, —Igm; das 
\ wird, obwohl zur ersten Silbe gehörig, in 
der Aussprache zur zweiten gezogen), 
Fasselabend, Fasslämd m. „Fast 
nacht“, eigentl. der Tag vor Beginn der 
großen Fasten, dann ausgedehnt auf die 
Tage von Sonntag bis Dienstag vor Ascher 
mittwoch; mnd. vastclavend. Das Wort hat 
ursprünglich mit „fasten“ nichts zu tun; 
man stellt es wohl zu dem Verbum fasen 
„umherschweifen“, „sich albern benehmen“; 
wahrscheinlich aber gehört es zu demselben 
Stamm wie Fasel (s. d.), faseln „sich fort 
pflanzen“ (vgl. den alten Spruch: Almosen 
geven armet nicht, Karken gaan sumet 
nicht, unrecht Gudt faselt nicht 16. Jhdt.), 
da dem altheidnischen Fest ein Fruchtbar 
keitsritus zu Grunde liegt (letzte Nach 
klänge davon in dem Schlagen mit der 
Rute, wovon ursprünglich nur Frauen be 
troffen wurden); erst in christlicher Zeit ist 
die ursprüngliche Frühlingsfeier auf die 
Tage vor Beginn der goßen Fasten verlegt 
und der Name damit in Zusammenhang 
gebracht. Beliebte Zeitbestimmung: dat 
wgr so Um F. rüm. dat kümmt man all F. 
ins „kommt nur alle Jahre einmal, nur sel 
ten vor“. Wetterregel: F. fallt ’n hüten 
Steen in’t Water (in’e Eer) „das Eis wird 
wegen der steigenden Erdwärme unsicher“, 
„die wärmere Zeit beginnt“ Holst. 1850; 
vgl. Urdsbr. 3, 112. — Von alten Fast- 
na chtsbräuchen hat sich nur wenig 
erhalten; noch üblich oder aus älterer Zeit 
nachweisbar sind folgende: 1) Am verbrei 
tetsten ist noch das Heißeweckenklopfen 
(Heetwichpiet sehen, —stupen, —stuwen, 
—stucken). Am Fastnachtsmorgen oder am 
Fastnachtsmontag gehen Kinder mit einer 
Rute, die mit bunten Bändern, farbigem 
Papier, künstlichen Blumen oder Gnit- 
tergold geziert ist, oder mit einem ähnlich 
geschmückten gabelförmigen Zweig an 
das Bett der erwachsenen Hausgenossen 
(auch wohl sonst der Verwandten und Be 
kannten), schlagen auf die Decke und 
wecken so die Schlafenden; diese müssen 
ihnen dafür Heißewecken (s. Heetwich) 
geben. Dabei singen die Kinder ein Lied 
oder sprechen einen Spruch. Besonders in 
Schlesw. verbreitet ist folgendes Lied: stuuf 
op (stuck op Flensb., klapp op för Tondern 
abst.), stuuf op, mien Hedewich, von Osten 
un von Westen, de groten (letzten) sind de 
besten, un sind se man wat kleen, so giff 
mi twee för een, un sind se denn to groot, 
so hett et ok keen Nood. In Nordschlesw.: 
staa op, staa op, gi Hedeviger ut, s. Heim. 
25, 90; vgl. Jb. f. Ldk. 6, 396. Heim 7, 179. 
Nds. 5, 157. 176. In Oh., bes. auf Fehm. 
heißt es: vundaag is de Dag (auch is dat 
Schacheldag Hlghf. oder hochd. „heute, 
heute ist der Tag“), dat ik Hedewich piet 
schen mag; wüllt ji ne in Goden, denn 
pietsch ik mit de Roden (Zusatz: un wüllt 
ji nich in Frgden, denn kaam ik mit de 
Wgden Grömitz); vgl. Heim. 7, 86. — Ver 
schieden vom Heetwichpietschen ist das 
Heetwichschatten; Kinder ziehen ohne
	        
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