Full text: (Zweiter Band)

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Grapseh — Graslook 
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Grapsch (grabs) m. „soviel man mit der 
doppelten Hand fassen kann“ Dtm., zu 
grapsen; vgl. engl, grasp. Synonyma: Oöps 
(s. d.), Göpsch Kiel, Gorsch Wm. 
grapsch (grabs) adj. „zugreifend“, zu 
grapsen, dat is ’n g—er, Kerl „einer der 
gleich zugreift“ FL.; vgl. grapsig. 
grapsen (grabsn) sw. v. „schnell nach et 
was greifen“ (bes. „einen Ball mit Ober 
griff fangen“), „haschen“, „entreißen“, 
»stehlen“; vgl. engl, to grasp. he is recht 
so ’n Graps (in) de Brie s. Brie I, 519. Vgl. 
Grapsan, Graps, Grapsch, grapsch. Dazu: 
grapsig (grabsi) adj. „habgierig“, „alles 
an sich reißend“, „auf den eigenen Vor 
teil bedacht“. Zsstzgen: Graps-kater, 
— m e i e r m. „raffgieriger Mensch“. 
Gras (gras) n. „Gras“. Von Arten wer 
den unterschieden: bunt G. „Glanzgras“, 
Phalaris; engelsch G. „Glanzgras“, Phala- 
ris, auch „Grasnelke“, Armeria (vgl. Buten, 
dieksgras I, 597); suur G. „Riet“, Carex; 
blau G. „Schwadenriet“, Carex panicea. 
Gras ist auch gemeinsamer Name für aller 
lei Unkräuter. — Gras slaan (schörren Dw., 
strein Dtm.) „das in Schwaden liegende 
Gras mit der Heuharke abwechselnd von 
rechts nach links auseinander schlagen“ 
Holst. 1800 (Sch. 4, 106). Vgl. meihn. de 
Koppel liggt in ’t G. „ist mit Gras bewach 
sen“ Dtm. ik heff allem to G. leggt „habe 
nur mehr Weideland“ Eid. ik hebbe dree 
G. up ’n Butendiek „habe das Recht, auf 
dem Außendeich 3 Kühe zu weiden“ Dtm. 
18. Jhdt. (Brem. Wbch. 6, 90). — op All- 
wanns Weg ivasst keen G. s. I, 1C7. de 
Straat, de vgl fahren ward, de wasst keen 
H. Ang. grön G. is ok mal Heu worrn 
Holst. 1840. vun lütt G. wasst ok wull ’n 
groten Bull Holst. 1840. dor is all lang G. 
bwer wussen wie im Hochd. he kann G. 
(un de Wull op ’n Schaap) wassen un Flöh 
hasten hgren „überklug“, he is ’n Kerl, de 
een di)r G. un Stroh geit „auf ihn ist 
Verlaß“, „er geht mit einem durch Dick und 
D ünn“ Holst. 1800 (Sch. 2, 63). dat steit em 
an as den Hund dat Grasfrgten vom Un 
geschickten. he mutt in ’t G. bieten scherzh. 
v °n einem Städter, der wegen Fettmangel 
auf eine „bessere Weide“ geschickt werden 
muß (Wm.); auch he mutt in’t G. schickt 
warrn. Drohung: ik will di bi G. an de 
wpp ( W enn du keen Knüllen magst) Oh. 
ettst du dat Rieten ni na, denn is dien 
i^en G. (Wisser, Volksm. 1, 96). — Scherz: 
a t G. wasst mehr as en El to Dack s. El 
> 1033. wo schrifft man „drög Gras“ mit 
Bookstaben? (Heu). Im Rätsel vom Men 
schen (s. Minsch): up den Block wasst G. 
Haar. — Bauernregeln: wasst dat G. in 
n nuar, blifft ’t kort dat ganze Jahr. Ge 
witter op en kahle Struuk gifft spät Heu 
un G. Ang. dat G., wat in de März wasst, 
sleit Petrus mit de Kül in’e Eer Schw. 
wenn Maidagabend keen G. is, so is Maidag- 
morgen G. Hollingstedt. kolen Mai bringt 
G. un Heu. Vgl. Daudrüppen I, 688. G. 
kümmt bi Küll un geit ok bi Küll Ang. 
Schlechtes Wetter (Regen) steht bevor, wenn 
Hunde oder Katzen Gras fressen; gutes 
Wetter kommt, wenn die schwarze Schnecke 
Gras auf dem Schwanz trägt. — Zsstzgen: 
Gras-angel m. „Grasnarbe“, „Rasen“ Dtm. 
t—bloom f. „Sternmiere“, Stellaria Ho- 
lostea; auch witte G. genannt zum Unter 
schied von ggle G. „echter Goldstern“, Ga- 
gea lutea. —bock m. in der Wendung: 
de G. stött em wenn ein Arbeiter in der 
Mähezeit nachts im Schlafe zuckt (Stap.). 
— boom m. „Weidenbügel an der Sense 
beim Grasmähen“ (im Ggs. zu Hakentüch 
beim Getreidemähen) Mh. Lbg. — b o 11 e r 
f. „Grasbutter“ (im Ggs. zu Stallbotter). 
— börger m. „ehemaliger Landmann, der 
sich als Rentner in der Stadt niedergelassen 
hat“ Wm. — b r i n k m. „grasbewachsenes 
Beet im Garten“ Rdsbg. (abst.). — brook 
n. „grasbewachsene Stelle im Walde“; auch 
Flurname. —bult m. u. n. „Grassode“; 
auch „Grashaufen, die die Kühe auf der 
Weide stehen lassen“ Fehm. (vgl. Bultgras 
I, 577). — geld n. „Geld, das man dafür 
bekommt, daß man fremdes Vieh auf die 
Weide nimmt“ Schobüll (Hus.) 1790. Schw. 
1740 u. noch jetzt. Auch der Verdienst beim 
Verkauf auf eigener Weide gegräster Tiere: 
de Ossen hebbt good G. maakt oder 
holen Dtm. — haken m. „gebogener 
Sensenbaum mit 2 kurzen Handgriffen 
zum Grasmähen (im Ggs. zum Kornhaken, 
der fast ganz gerade ist und oben einen 
längeren, in der Mitte einen kürzeren Griff 
hat) Nort.; vgl. Krgpel. —halm m. 
„Grashalm“, wat buten wull för Weder is, 
sä de Voss, do seet he achter’n G.; vgl. 
—meddel. —h§k m. „kleiner Hecht, der 
in den Gräben zwischen Grasland gefangen 
wird“ Wm., (vgl. Sch. 2, 62. 120), „junger, 
einjähriger Hecht“, wegen der grünlichen 
Farbe so genannt (Dtm.). — h o f m. 
„Grasland in der Nähe des Hauses“ Dtm. 
Wm.; auch „Landstelle, die nur Weideland, 
kein Ackerland hat“ (Ggs. Plooghof) Dtm. 
— hopper, — hüpper, vereinz. — hap - 
per (Lindau in Dw.) m. „Grashüpfer“, 
„grüne Heuschrecke“, „Feldgrille“. — j a h r 
n. s. Daudrüppen I, 688. — 1 a n d n. 
„Weide“. — lee f. „Sense mit Grasboom“ 
(s. d.), Ggs. Kgrnlee. — 1 o o k m. „Schnitt 
lauch“, Allium Schoenoprasum (Schlesw. 
Dtm.); auch für bunt Gras „Glanzgras“ Pha 
laris und „Grasnelke“ Armeria gebraucht
	        
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