Full text: (Zweiter Band)

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Grand — Grapen 
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Flurnamen: Grand-kamp Friedrichstal 
(Oldbg.), —kuul Lurup (Pbg.). — Dazu 
grandig (gra-ndl) adj. „körnig“, vom 
Boden, der mit kleinen Steinen und Sand 
durchsetzt ist; vgl. grannig. — Zsstzgen: 
Grand-good n. „kleiner Kram“ Dtm. 
(Groth 1, 15). — kuul, — lock n. „Kies 
grube“. — m § h 1 n. „grobes, körniges 
Mehl“ Mh. —stieg m. „Kiessteig“ Fehm. 
— Stuten m. „aus Grandmehl hergestell 
tes Gebäck“, ein sehr wohlschmeckendes, 
aber aus der gegenwärtigen Bäckerei ver 
schwindendes Brot (Heim. 2, 104) Mh., vgl. 
Kleenklepper. — Zugehörig sind wohl 
Grandjer u. Grandmonarch (s. d.). 
Grand 2 (grand) in der Wendung: ik lieff 
G- „ich bin übermütig“, „habe Lust zu 
einem tollen Streich“ (meist mit Hinter 
gedanken an geschlechtliche Dinge) Pris- 
dorf (Pbg.). Ob zu mnd. granten „gierig 
nach etwas sein“? 
Grande (grandd) f. „die Versammlung 
der Dorfs- und Kirchspielsgenossen“, „die 
versammelten gleichberechtigten Teilhaber 
an der Feldgemeinschaft“ Nordschlesw. 
1860 (Jb. f. Ldk. 6, 57); jüt. granne, altnord. 
Oranni „Nachbar“, norw. grcende „Nachbar 
schaft“, „Bezirk“. — Zsstzg. Grand- 
stock m. „der Stab, in dem die Haus 
marken der Dorfgenossen eingekerbt waren 
und der von Nachbar zu Nachbar geschickt 
wurde, um zu einer Versammlung zusam 
menzurufen“ Alsen (Heim. 18, 117). 
Grande (gran) Dorf im Kchsp. Trittau 
(Storm.) s. Glinde (bei Glind). 
grandessig (grandesi) adj. in Anlehnung 
aa franz. grandesse gebildet: 1. „großartig“, 
•»wichtig“, „anmaßend“, „hochmütig“. 2. 
durch Vermengung mit grandig (s. gran- 
ni 9): „böse“, „zornig“, in Holst, ziemlich 
®dlg. bekannt, auch aus Schw. u. Eid. belegt. 
“ e is so g. as ’n stöten Bull, as ’n grantigen 
Gauner Ranz. 
grandig s. Grand 1 u. grannig. 
Grandjer (grandza), Gr an j er (grai 
%a), Grantje (grandza) m. „Landstre 
^er“, „Bettler“, „Strolch“ Oh. Dtm. Hohi 
" ohl eigentl. „vagabondierender Erdarbe 
ter“, zu Grand K Vgl. Grandmonarch. 
Grandmonarch (grandmonäx) m. das 
wie Grandjer, in Holst, allg. bekennt. De 
Ausdruck Monarch für „Landstreicher 
»»Arbeiter ohne festen Wohnsitz“ ist er: 
seit Menschengedenken aufgekommen; a 
Vagabunden aus aller Herren Ländern ein 
häufige Erscheinung wurden, da hieß e 
»»die sind von allerhand Monarchen“, un 
die Bezeichnung „Monarch“ wurde dan 
spöttisch auch auf den einzelnen angewer 
det. Grand-monarchen sind eigentl. „re: 
sende Erdarbeiter“ (s. Grand), dann auc 
„Erntearbeiter“ (wie sie namentl. auf Fehm. 
gebraucht wurden), schließlich allg. „Land 
streicher“, „Bettler“. 
Granenett (xrpnane-d) f. „Reinetteapfel“ 
Ang. 
grang (gran) adj. „großartig“, „hochfah 
rend“, aus franz. grand. dat is ’n g. Kunn 
„ein Prahlhans“ Prb. FL. 
Graniel (grö-nial) u.Granium (grö-ni. 
um) entstellt aus Geranium, „Storchschna 
bel“ Dw. Schw. Ang.; vgl. Geranium, Gra- 
na, Kranium u. Adebarssnawel I, 51. 
Granken (gröragra) n. „Sandpfeifer“, 
Charadrius hiaticula; vereinz. 
Grann (gran) f. „Tanne“, Picea excelsa. 
Ang. Schwabst.; dän. gran, altnord. grgn. 
In der umgelauteten Form Grän (gren) ist 
das Wort in Lbg. bekannt (oft bei Garber): 
he seet ünner de groot G., de Gränen hangt 
null Snee. 
grannig (gra-ni) adj. durch Assimilation 
aus grandig entstanden (s. Grand 1 ), 
auch grantig Dtm. Eid. Nordfr. „kör 
nig“, „sandig“, zunächst von grobem Mehl; 
dann „scharf“, z. B. von der Luft: dat is 
vundaag g—e Luch „rauh“, dat Weder is 
g. „schneidend kalt“ Dtm. de Lee (Sense) 
is g. „hat guten Schnitt“. Dann auch von 
Menschen: „scharf abweisend“, „grob“, 
„bissig“, „heftig“, „unwirsch“, „verdrieß 
lich“. dat is ’n g—en Kerl „hart“, „rück 
sichtslos“; schließlich auch in gutem Sinne: 
„vor nichts bange“, „kräftig“, „stämmig“. 
Auch rein steigernd (wie bannig, grasig 
usw.): dat is g. koold vundag „sehr kalt“ 
Hohenw. 
granschen (gransn) u. granzen 
(grandsn) sw. v. „mit Geräusch harte Spei 
sen (bes. unreifes Obst) essen“, he granscht 
dor wat op los Wschl. Vgl. mnd. grausen 
„die Zähne weisen“, „mit den Zähnen knir 
schen“. 
grantig s. grannig. 
Grapen (gröbm), oft auch in der kürze 
ren Form Grnap(gröb), die mnd.grope, grape 
entspricht, namentl. in Schlesw., m. „drei- 
beiniger eiserner Kochtopf“, je neger bi 
den G., je warmer de Happen Dtm. dor is 
keen G„ so scheef, dor passt ’n Stülper op; 
vgl. Putt, de Kqtal lacht den G. wat ut, 
dat he swart is Kk. se is ni wieder kamen 
as vun Putt na ’n G. von einer unerfahre 
nen Frau, de mgt twee Stülpers op ’n G. 
hemm sagen die Marschbauern von den 
Geestleuten (sonst verkocht das wenige, 
was sie im G. haben), um een Arf blifft 
de G. ni apen Dw. hett dien Vadder noch 
m$hr so kloke Jungs? Ja, ’n gansen G. 
null, dor kannst du de Stülper to warm 
Ranz, dat is mi eendoont. wodenni se mi 
nömen doot, wenn se ok G. seggt, wenn se
	        
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