Full text: (Zweiter Band)

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Fastplück — fastmaken 
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auch Fasten-, Fassenlegg (wie beim ein 
fachen Wort). Als Schildbürgerstreich der 
Fockbeker wid erzählt, dat se ’n Bullen op 
de Fasslegg trocken (vgl. Mhff. 2 S. 526; 
Heim. 5, 120). — p 1 ü c k m. „Firstpflock“, 
eichene Pflöcke von etwa l 1 /,, Fuß Länge 
zur Befestigung der auf den First gelegten 
Heideplaggen; vgl. Heidplück u. Heim. 3, 
257. 25, 110 f. — Fasten-wiep „klei 
ne Strohbündel zur Herstellung des Fir 
stes“ Storm. 
fast (fas), fass adj. „fest“, ’n fasten 
Kgrl „starker, widerstandsfähiger Mensch“. 
dat Pgrd is in’t Moor f. worrn „stecken 
geblieben“, ik kann de Föt ni f. kriegen 
„rutsche aus“, „gleite“, auch übertragen. 
sitt f. „bleib sitzen“, Höflichkeitsformel 
(Sch. 1, 309 aus Üters. 1800). he hett de 
Ruch f. „hat sich gedeckt“, „lebt in ge 
sicherten wirtschaftlichen Verhältnissen“. 
dor kannst du nich f. an warm „damit 
kannst du nichts aufstellen“ Ang. Oft ne 
ben reflexiven Verben als Ergebnis der 
Handlung: he hett sik f. lagen, snackt, 
fifhrt, wruckt („hat sich fest gegessen“, 
„kann nichts mehr lassen“ Dtm.) u. a. (s. 
u. die Komposita). Sehr beliebte abweisende 
Antwort auf die Frage: wat is dor los? 
Aliens, wat ni f. is. — Kinderspiele: Ball 
fast s. Ball S. 220; tick f. s. ticken. — de 
faste Wall nennen die Bewohner der 
Inseln an der Westküste das gegenüber 
liegende Festland, he is na de faste Wall 
wgn to kehren sagt man von einem, der, 
um seine wirtschaftliche Lage zu bessern, 
von der Insel nach dem Festland zieht, aber 
nach kurzer Zeit ohne Erfolg zurückkehrt 
(Pellw.). Vgl. G-roth 3, 172. — Wie das 
hochd. „fast“ wird f. in gutem Nd. nicht 
verwendet, dafür meist oder meistto: he is 
all meist sgbentig „er ist fast 70 Jahre alt“. 
Vgl. auch bineeg, — Komposita, sämtlich 
unfest (trennbar) und mit dem Ton auf der 
ersten Silbe: 
fast-binden „festbinden“. Braak f. s. 
I, 496. —bieten „festbeißen“; refl. de 
Wind hett sik fastbgten. —bömen „den 
Windelbaum auf dem Fuder festbinden“ 
Dtm. (vgl. Groth 4, 98). — fahren „fest 
fahren“. he hett sik fastfifhrt „kann nicht 
von der Stelle“, „sich nicht herauswin 
den“, „hat sich verplappert“; auch vom 
Essen: „er kann nicht mehr“. Schiefertafel 
spiel der Kinder: „Zwei Spieler schreiben 
die Ziffern 1—12 in einem Haufen auf die 
Tafel und geben dann abwechselnd dem 
Mitspieler auf, von einer bezeichneten Zif 
fer zu einer andern einen Strich zu zie 
hen. Jede Ziffer darf zweimal genannt wer 
den. Das Spiel ist gewonnen, wenn von 
der zuletzt frei gebliebenen Ziffer aus dem 
entstandenen Labyrinth ein Strich heraus 
gezogen werden kann, ohne einen andern 
zu durchkreuzen. Es ist aber verloren, so 
bald ein Spieler es dem andern unmöglich 
gemacht hat, den aufgegebenen Strich zu 
ziehen, ohne einen anderen Strich zu be 
rühren“. Dies Spiel heißt Fastfghren FL. 
(Heim. 30, 158). — fr?rn „festfrieren“. 
he st eit dor, as wenn he fast fr gm is „steif“. 
em is de NesdrUppel an de Ngs fastfrgrn 
„hat immer einen Nasentropfen“ Keinf. 
— holen „festhalten“. Jungs, hoolt fast! 
Zuruf unter den Schleswig-Holsteinern aus 
dem Jahre 1863; auch jetzt noch Losungs 
wort der Plattdeutschen; zuweilen mit dem 
scherzenden Zusatz: Vadder will’t Huus 
verköpen Plön, hool achter f., dat’t vifr ni 
rutflüggt vulgäres Scherzwort Holst. 1800 
(Sch. 2, 149). Hast hüllt ni fast „eile mit 
Weile“ Wm. hool fast, wat du hesst, un 
nimm, wat du kriegen kannst, hool di fast, 
de Hqben is hoch. Scherzhaft: Vadder hüllt 
den Aben fast, dat he ni ümfallt „sitzt hin 
ter dem Ofen“, de grsten 50 Jahr hool fast, 
dat sünd de besten (s. Heim. 14, 147). 
harr ik di ni fastholen! sagt man scherzend 
zu jemandem, dem man, während er in Ge 
danken steht, durch festes Anpacken von 
hinten einen Schreck einjagt (Wm.). de 
Bank f. s. Bank S. 227. Spottreim auf den 
Schuster: Schoosterknast, hool’n Pickdraht 
fast mit Varianten s. Scho oster. — l?sen 
refl. 1. „sich ganz ins Lesen vertiefen“. 2. 
„sich in einem Hexenbuch festlesen“, sodaß 
man nicht vorwärts noch rückwärts kann 
oder nicht umhin kann, teuflische Streiche 
auszuüben. Vgl. Jb. f. Ldk. 8, 92. Mhff. 2 Nr. 
311 (aus Elbm.): wer sich festgelesen hat, 
kann nur dadurch wieder loskommen, daß 
er alles wieder zurückliest bis dahin, wo 
er angefangen hat. Vgl. Anm. zu Mhff. 2 
Nr. 86, S. 524. — maken „festmachen“. 
Manche Menschen, namentlich Priester, 
verstanden sich auf die Kunst des Fest 
machens, besonders der Diebe. Ein Prie 
ster in Ries sagte mitten in der Predigt: 
Stahl, als er merkte, daß ein Dieb die 
Äpfel in seinem Garten stahl; da mußte 
der stehen, bis der Priester heimkam. Ein 
anderer Dieb mußte mit einem gestohlenen 
Bock, wieder ein anderer mit einem Bündel 
Brennholz auf dem Rücken die ganze Nacht 
stehen; vgl. Mhff. 2 Nr. 312 u. Anm. S. 535. 
Man kann dem Festmachen entgehen, wenn 
man in den gezogenen Kreis rückwärts hin 
eintritt und vorwärts wieder heraus (Stap., 
s. Heim. 9, 67). Ein Priester, dessen Wagen 
festgemacht war, zwang den Zauberer da 
durch, daß er das eine Hinterrad vorn auf 
den Wagen legen ließ, herbeizukommen 
und den Wagen vorwärts zu schieben
	        
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