Full text: (Zweiter Band)

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Parken — Fastlegg 
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ik wuss ni, wo ik staken schüll, hier ni, dor 
ni, dor ni, dor! Bei den ersten hier und 
dor tickt man nur leise auf Leib und Brust, 
beim letzten berührt man die kitzlichste 
Stelle am Hals, indem man mit dem Fin 
ger das Stechen nachahmt. Kosereim: F. 
staken, Water kaken, morgen warm Wuss 
maken FL. Über F. im Wiegenlied s. eia 
Sa) S. 1028. — Farken vertqhrn ist Aus 
druck für das Feiern eines Festes; ein mit 
Obst, Rosinen, Pflaumen, Äpfeln und Brot 
gefülltes Ferkel ist Festbraten, bes. Hoch 
zeitsbraten. Auch ein kleines Tönnchen 
Branntwein (Fiefkannsholt) hieß Farken; 
der Bräutigam mußte es als Lösegeld den 
jungen Burschen stiften; tat er es nicht, 
so setzte man ihm einen Strohkerl mit 
Schimpfreimen; das Austrinken dieses 
Fasses hieß ebenfalls F. vertqhrn Dtm. Stap. 
Mschl. Ang. (abst.). Vgl. Nds. 5, 290. — 
Zssetzungen: Farken — barg Flurname 
Großensee (Tritt.). — fleeseh n. „Fer 
kelfleisch“. ik wull, dat ik bi Oreten seet 
un F. un Roben eet Tritt. —jüt (zyd) m. 
„Schweinehändler aus Jütland“, s. Groth 
3, 65. —s q g f. „Muttersau“, „Zuchtsau“. 
— s t @ r t m. „Ferkelschwanz“, he hett en 
Schruwengang mghr as en F. Holst. 1840. 
farken (fägn) sw. v. „Ferkel werfen“. 
de Sgg schail f. Mh. Wm. Dtm. 
Farn (fän) m., gewöhnl. Farnkruut 
n., auch Fahrn (fgrn) u. Fahrnkruut 
„Farn“, „Farnkraut“, Aspidium; groot F. 
„Adlerfarn“, Pteridium aquilinum; s. Brq- 
gen 2 S. 512. In der Johannisnacht trägt 
das Farnkraut Blüten und Samen; man 
muß in dieser Nacht mit großen Schuhen 
hindurchwaten; dann fängt man den Sa 
men in den Schuhen und wird unsichtbar, 
solange man sie an hat. Storm. Mh.; vgl. 
Jb. f. Ldk. 5, 368. 7, 381. Flurnamen: 
Far(e)n—hörst Schwarzenbek (Lbg.), Tang 
stedt (Storm.), Elmenhorst (Storm.), Ahrens 
burg (Storm.); —kamp Jenfeld (Storm.), 
-—kroog Wintershagen (Oldbg.), —kroogs- 
h?k Fissau (FL.). 
farri „fertig“ s. fardig. 
faschen (fasn) sw. v. „befühlen“, „be 
tasten ; Kompos: befaschen. Zu Kindern. - 
i mieten dat nicht all so befaschen Ang. 
Fasel-farken (fc'zlfägn) n. „das zur Auf 
zucht bestimmte Ferkel, das der Fortpflan 
zung dienen soll“; mnd. fasel „Tier, das 
der ^Fortpflanzung dient“, faseln „fortpflan- 
zen „Junge werfen“; ahd. fasal, altnord. 
fgsull, mhd. fesil „fruchtbar“; mnd. fiseier 
Penis (vgl. Nd. Kbl. 33, 26). Als Fasel 
swien bezeichnet man die halb ausge 
wachsenen Schweine, die noch geweidet 
werden und kein Mastfutter erhalten (FL. 
I.bg.); vgl. Schumann Wortsch. v. Lübeck 
S. 2. 
faseln (fpzln) sw. v. „tändeln“ (Sch. 1, 
309: „wie hebeln“, s. hgweln); „zögern“, 
„fackeln“: de faselt nich lang „macht nicht 
viel Federlesens“ Dtm. Auch wie im 
Hochd. „wirr oder töricht reden“, „schwat 
zen“. Dazu Fasel-hans, —mütz (Sch. 1 
309). 
Fasen-wagen s. Faas 3. 
Fasselabend, Fasslabend, Fass- 
1 ä m d s. Fastelabend. 
Fassun (fasu-m) n. „Faqon“, Fremdwort. 
dat Dings hett doch rein gqrkeen F. 
fassuunliek (fasü-nlig) adj. „artig“, 
„manierlich“ Holst. 1800 (Sch. 1, 309). 
Fast (fas), Fass, vereinz. Farst 
(Mschl. 1850), plur. Fasten u. Fassen 
(fasn), beide auch als Sing, gebraucht, m. 
(vereinz. f. u. n.) „Dachfirst“. Die Formen 
Fast u. Fass gehen mit Unterdrückung des 
von jeher schwach artikulierten r zurück 
auf mnd. verste > varste, verst 
>varst; sie sind im ganzen Gebiet bekannt. 
Auf Wm. u. Sdtm. beschränkt scheint 
Fest, F e s s. Daneben besteht eine Form 
mit Ablaut: mnd. vorste, vorst; diese ist 
erhalten in Forst, Förs, Föst (so im 
mer bei Groth, z. B. 1, 63. 248. 2, 87), F ö s s, 
Formen, die bes. in Wm. Dtm. Stap. Eid. 
üblich sind. Vereinzelt taucht eine Form 
mit Umstellung (Metathesis) des r auf: 
Frost Eid. und Frist Wschl. u. östl. 
Ang. — F. ist beim Strohdach der horizon 
tal gedeckte oberste Teil, wo die beiden 
Schrägseiten des Daches Zusammenstößen 
und durch einen Belag von Heidekraut 
oder Reet und Lehm verbunden und festge 
macht werden; vgl. Dack S. 645. Je nach 
dem verwendeten Material unterscheidet 
man Heid-, Reet-, Schoof-fass. — de Ad- 
bar spazeert längs de Fast oder steit op 
de Fasten, de Bqhn is bet an de Fassen 
null, de Duwen lopen hoch baam op de 
Forsten ömbi Hollingstedt (Treene) 1857. 
In einem holst. Bettellied von 1840 heißt 
es: haben in dat Huusfast dor hangt de 
langen Mettwüst, ggft uns von de langen 
un laat de körten hangen (von Firmenich, 
Germaniens Völkerstimmen 1, 55 mißver 
standen: in dat Huus fast = fest). Eben 
so in einem Rummelpottlied: denn wollt 
wi ok singen, dat sali haben in de Fasten 
klingen Holst. 1840. von de ös (s. d.) bet 
de Föß „von unten bis oben“, dat Geld sitt 
qwer de F. „die Hypotheken übersteigen 
den Wert des Hauses“ Kummerfeld (Pbg.). 
— Zssetzungen: Fastlegg, Fasslech 
(fa-slex) f. wörtl. „Firstlage“, die letzte 
obere Lage Stroh, Reet oder Heide, überh. 
der Dachfirst (wie das einfache Wort);
	        
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