Full text: F bis J (Zweiter Band)

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fangen — Fanni 
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Kälte“, s. Bgwer S. 830. du wullt mi wull 
f.t „mich festkriegen“, he hett’n Uesen 
Slaap, de den f. will, mutt vor Dag opstahn. 
„er läßt sich nicht leicht fassen“. Zuweilen 
intrans. dat fangt vun Daag good „es fängt 
sich heute gut“, „die Fische beißen gut“. 
spee op’n Worm, denn fangt dat bgter 
Ellerb. 
Fang-ball (fa-wbal) m. „Fangball“, Ge 
schicklichkeitsspiel der Kinder, in ver 
schiedener Weise gespielt: a) Mehrere Kin 
der stellen sich in kleinen Abständen von 
einander auf; ein Spieler hat den Ball und 
wirft ihn einem andern schnell zu; der muß 
ihn fangen und ihn schnell weiterwerfen. 
b) Der Gummiball wird auf den Fußboden 
geworfen, und wenn er emporschnellt, mit 
der Hand immer wieder zurückgeschlagen. 
c) Der Spieler wirft den Ball an die Wand 
und fängt ihn nacheinander in verschiede 
ner Weise: mit beiden Händen, mit der 
rechten Hand, mit der linken Hand, mit 
beiden Händen, indem er zuvor in die 
Hände klatscht oder die Hände nach hinten 
streckt und klatscht oder die Hände über 
dem Kopf zusammenschlägt oder sich ein 
mal um sich selbst dreht usw. Vgl. Nd. Jb. 
13, 99. Zuweilen muß auch der fallende 
Ball mit dem Unterarm aufgefangen und 
mit der Hand wieder emporgeworfen wer 
den. Oder er muß zum Schluß mit dem 
Kopf aufgefangen und in die Höhe gesto 
ßen werden (s. die Reime unten), d) Der 
Spieler hat einen Ball in der rechten und 
einen in der linken Hand; den einen Ball 
wirft er in die Höhe und ehe er wieder 
herunterkommt, wirft er den zweiten in die 
Höhe, fängt den ersten, wirft ihn wieder in 
die Höhe und fängt den zweiten usw. Vgl. 
Nd. Jb. 13, 100. Dasselbe Spiel übt man 
auch mit 3 Bällen. Bei den Spielen c) und 
d) sind folgende Reime (mit manchen Va 
rianten) üblich: Johann Markmann, smiet 
an de Wand, een Hand, anner Hand, beid 
Hänn, opfer, dopfer, stopfer (apel, Stapel 
oder hümpel, rümpel oder hobel, nobel, stö 
bet oder wuppdi, stuppdi) acht er op op’n 
Kopp. Oder: Johann (Peter) Matthies güng 
op t Ies, brook dijr, fung’n Aal, güng to 
Huus, kaak sik Supp; Peter Smidt eet mit, 
een Hand, anner Hand, hopp, stopp, een 
merrn vor de Kopp. Vgl. Heim. 22, 132. 24. 
147. Auch hochdeutsche Reime sind dabei im 
Gebrauch; z. B. „Adam, Eva, wasche deine 
Hände, trockne sie wieder ab, leg sie in die 
Seite, ringel, rangel, reite, Trentchen (Ball, 
vgl. Trent) hoch, Trentchen nieder, fange 
in der einen Hand, fange in der andern 
Hand, und dreimal über’n Kopf“ (Panker 
in Oh.); bei jedem Vers wird die entspre 
chende Bewegung ausgeführt. 
Fang-dag (fa-ndar.) m. „Fangtag“, dat 
is alle Daag Fischdag, awers nich alle Daag 
F. „nicht jeder Tag bringt Verdienst“. 
Auch: dat sünd ni jümmer Fangerdaag, dat 
gif ft ok vgl Hangerdaag Sdtm. — g e 1 d n. 
„die Belohnung, die der Taubeneigentümer 
dem geben muß, der seine Tauben aufge 
griffen hat“. Sch. 2, 23. — j a h r oder 
Fänger—fahr im Spruch: all Jahr sünd 
keen Fangerjalir „nicht jede Ernte glückt, 
nicht jedes Geschäft schlägt ein“ Dtm. 
— 1 i e n, auch Fange-, Fangel-, Fanger-lien 
f. „Fangleine“. 1. Tau zur Befestigung des 
Bootes am Lande. 2. starke Taue, durch 
die der Richtbaum bei Aufführung eines 
Gebäudes hin- und hergelenkt wird (Dtm.). 
3. an alten Mühlen die 3 Taue an der 
Außenkante der leinenen Segel, mit denen 
die Mühlenflügel bespannt waren; sie die 
nen zum Reffen des Segels, weil je nach 
der Stärke des Windes die Segel ganz, drei 
viertel, halb oder einviertel gespreizt wur 
den; die oberste dieser Leinen, mit der das 
letzte Viertel des Segels gespreizt wurde, 
hieß Bgwerlien, die anderen wohl Middel,- 
und Ünnerlien. —steen m. „Fangstein“, 
ein Mädchenspiel. Mehrere Mädchen spie 
len, auf Steinfliesen knieend, mit einem 
Läufer (Marmel) und 4 Holzwürfeln; eine 
läßt den Läufer springen und muß, bis sie 
ihn wieder auf greift, die Würfel in ver 
schiedener Weise (bald einen, bald 2 usw.) 
aufnehmen. Fängt sie den Läufer nicht, 
so heißt das Fallels (s. d.); berührt sie einen 
Würfel, der nicht berührt werden soll, so 
heißt das Stappels. In diesen Fällen (s. 
backein S. 203) übernimmt das zweite Mäd 
chen das Spiel. Eine besondere Hantierung 
dabei hieß in Flensb. (1850) inne Kunde 
lock; das war das Greifen des Läufers in 
der Öffnung, die man durch Krümmen des 
Zeigefingers gegen das innere Glied des 
Daumens bildete. Gewisse Hantierungen 
mit den Würfeln bezeichnete man als een 
Eierleggen oder twee Eierleggen. Die ein 
zelnen Handlungen wurden nach Punkten 
berechnet; wer zuerst 100 Punkte erzielte, 
hatte gesiegt. Vgl. Fiefsteen. — up m. 
„Fang auf“, imperativische Wortbildung. 
he is rech so’n ölen F. „einer, der jedes 
Wort aufschnappt“ Mh. 
Fangschum (farasü-m) „alte wollene 
Kappe“ Fehm. (abst.); aus franz. fanchon 
„Kopftuch“. 
Fangtorn (fa-rstgan) m. „Fanalturm“, 
untergegangen, lebt nur noch in Flur 
namen in Dtm. (Fiel, Meldorf, Süderhastedt). 
Fanjerhans, Fannerhans, Fanj 
„rechtes oder linkes Pferd“ s. Vandi u.fein s . 
Fanni Zuruf an Pferde und Pferdename 
s. Vandi.
	        
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