Full text: F bis J (Zweiter Band)

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fälligen — fangen 
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felligen ffe-ltn) Ang. Wsehl. schw. v. 
„flach umpflügen“; es geschieht nach der 
Ernte mit dem Stoppelfeld (Stoppeln f.) 
oder beim Neubruch des Weidelandes 
(Dreesch f.) und geht nur etwa 5—8 cm 
tief (Ggs. to Saat, deep, ünnerdgr plögen). 
Vgl. Nd. Jb. 10, 90 aus dem Jahre 1794: 
„fälligen bedeutet im Holst, das, was man 
in Oberdeutschland stürtzen nennt“. Ver 
deutlicht: school f. Itz. 1800 (Sch. 4, 16). 
sommerfalgen „die sommerliche Vorberei 
tung des Ackers auf die Wintersaat“ Eid. 
Ndtm. — Vereinzelt auch „das gepflügte 
Grasland (Brache) mit der Egge bearbei 
ten“ Westensee. — In Ang. u. Schw. nennt 
man felligen auch das erste notdürftige 
Umgraben des Gartens im Herbst ohne 
Zerkleinerung der Schollen. — Komposita: 
affalgen (s. S. 64), pwer-, ünner-falligen 
vom Unterpflügen des Mistes (Rdsbg.). 
fällig (fadi, fadix) adj. 1. „unbeholfen“, 
„schwerfällig“ Eid. Schwabst., zu fallen 
(s. d.); vgl. Fallum, Fallindebrie usw. wat 
is dat för een fällige Kerl „langer, unge 
schlachter Mensch“ Eid. — 2. „außerordent 
lich“, „sehr“, „ganz“ wie faalich (s. d.). 
dat is f. hold Nordsehl, dat is f. wiß „ganz 
gewiß“ Nordfr. Pellw.; vgl. plattdän. de er 
falle wiß Viöl. he is nich f. klook „ist 
nicht recht klug“, dann auch geradezu im 
gleichen Sinne: he is nich f. in de Kopp 
oder he is nich so ganz f. Nordfr. 
Fallikeit (fadikaid) f. „Richtigkeit“, 
„Gebühr“, alles mott sien F, hehben Pellw., 
aus fries. Faalighaid „VollWertigkeit“; vgl. 
faalich, fällig. 
Fallindebrie s. bei fallen. 
Fall-land „Falligland“ s. Fällig. 
Fall-sük „Fallsucht“ s. fallen. 
Fals (fals) m. „Falz“, wie im Hochd.; 
vgl. Nd. Jb. 1, 86. Zsstzgen: Fals-bank 
für eine Art Hobel beim Zimmermann. 
— b e e n n. zum Feststreichen der Kante 
beim Buchbinder. — bock m. Schuh 
machergerät. — hamer m. Werkzeug der 
Schmiede. — h o b e 1 m. „Leistenhobel“ der 
Tischler. — falsen (falsn) „falzen“, wie im 
Hochd., z. B. Leder dünn machen (Schu 
ster), Papier umbrechen (Buchbinder), 
Dachplatten umbiegen (Kupferschmied), 
Randbiegung herstellen (Zimmermann). 
Vgl. felsen. Vereinzelt — fälligen (s. d.) 
„flach umpflügen“ Storm. 
Falsch 1 (fals) f. „trocknes, hartes Gras 
auf Wällen und Mooren“ Dtm. Hü. 
„Grashaufen, die die Kühe auf der Weide 
stehen lassen“, de Haas seet in de F. FL. 
Vgl. Fällig. 
Falsch 2 s. Fällig. 
falsch (fals) adj. „falsch". 1. „heuchle 
risch“, „unaufrichtig“, he is’n ganz fal 
schen Kerl, ’n f. Kri)t (Sch. 1, 308). he is 
so f. as’n Katt, as’n 1mm Dw., as’n Slang, 
as de Sunn Ang., as Schuum vun’t Water, 
as Kalk an de Wand (Sch 1, 308). 2. „trü 
gerisch“, „unsicher“, z. B. vom Wetter: de 
Hundsdaag sünd f. (Heim. 14, 218). dat is 
so f. to gähn (bei Glatteis) Dtm. Wm. Elbm. 
Dw. 3. „zornig“, „wütend“, ik bün f. op 
em. Junge, wat wgr he f.l dor bün ik f. 
Öwer, wenn de f. ward, stickt he beid 
Bann in de Tasch un haut mit de Ngs op'n 
Disch Schönkirchen (Kiel), de Oie haben is 
f. vom Donner (Heim. 14, 243). Vgl. 
fünsch. — In der Bedeutung „verkehrt“ 
wird /. im Plattd. nicht gebraucht; es 
heißt: de Rgken is verkehrt oder stimmt 
nich. 
Familn (famrln) f. „Familie“, neben 
Familje u. Famili in Gebrauch, du harrst 
dormit ’n gans Familn glücklich maken 
kunnt Wm. 
fammeln (famln) sw. v. „tasten“, „her 
umfühlen“ Flensb.; zu dän. famle. Ablauts 
formen: fimmeln u. fummeln (s. d.). 
f ammlig (fa-mlix) adj. „ungeschickt mit 
den Händen“. Flensb. 
Fandi, Fanderhand, Fan jerans, 
Fannerans, Fandihans, „rechtes 
bezw. linkes Pferd“, s. Vandi und fein*. 
Fanell (faned) m. für Flanell Wm. 
Glückst. 
Fanferlüschen (fanfaly-sn) „Firlefanz“; 
in einem Gedicht an die Jungfern im 
Flensburger Wochenbl. von 1790 Nr. 50: 
mit sone Flittern un F. sünd ehrliche 
Harten swar to fischen (vom Putz). 
Fang (fang) m. „Fang“; „Ernteertrag“, 
mnd. vank. Neok. 2, 409: diß Jahr was de 
F. dünne (mehr Beispiele Schiller—Lübben 
5, 198; vgl. Nd. Kbl. 21, 11). Auch „die 
Ernte“ überhaupt: wa wied büst mit dien 
F.f „wie weit bist du mit der Ernte?“ Dtm. 
Besonders aber „das in der Scheune la 
gernde Korn, das während des Winters von 
Tagelöhnern mit dem Flegel ausgedroschen 
wird“, en F. annehmen „das Ausdreschen 
der gesamten Ernte annehmen“ Sdtm. 1810. 
F. döschen diese Arbeit verrichten; Subst. 
dazu Fangdöscher „Drescher für die ganze 
Ernte“, „Akkorddrescher“. War alles abge 
droschen, so hieß es: nu is de F. dood. Das 
Wort ist auf Dtm. beschränkt; vgl. nord- 
fries. fung. 
fangen (faiö) st. v. „fangen“. Präs, ik 
fang, he fangt; Prät. ik fung (fürs) oder 
füng (fyiö); Part, fungen (fürs), de Vagein 
f. will, mutt ni mit’n Knüppel dormank 
smieten FL. he hett’n Hgk (’n Quabb) fun 
gen „ist ins Wasser gefallen, ist eingebro 
chen“. he hett’n Bewer fungen „zittert vor
	        
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