Full text: F bis J (Zweiter Band)

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Fack — Faden 
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Groth 3, 135). wenn ik ok’n Huus harr vun 
14 Fack, de. nehm ik ni in’t letzt (in’t ach 
terst) Ablehnung eines Ehevorschlags; vgl. 
achter S. 27 u. Achterfack S. 39. he is in’t 
achtens F. kamen „hat nichts mehr zu 
sagen“, „ist ohne Einfluß“ Rdsbg. Zur Hei 
lung des Schrien (s. bei Faatdook): dat 
vgrst F. vurit Huus, dat achters F. vun de 
Schün, dormit still ik mien Schrien; im Na 
men usw. Flensb. — dat apen F. „offener 
Raum an der großen Diele des Bauernhau 
ses für Geschirr, Häckselbank u. a.“ Ang. 
— 2. „Abteilung des Kornbodens“, der zwi 
schen den Dachbalken liegende Raum, in 
dem die Garben zu liegen kommen, to F. 
staken oder stqden von der Tätigkeit des 
Fackmeisters (s. u.), der die vom Wagen 
auf den Boden geworfenen Garben weiter 
befördert an die Stelle, wo sie liegen blei 
ben sollen, in’t F. stahn übertr. „seinen 
Mann stehen“ Wm. dat Huus is vull bet 
an’t letzte F. übertr. von völligem Satt 
sein (Dtm.). Lied der Schwalbe: as ik hier 
annerletzt (vergangen Jahr) mal wqr, w$r 
vull dat F.; as ik awers wedderkeem, w$r 
allens verlickert, verlackert, verschickt, 
verschackt, mit manchen Varianten; s. 
Urdsbr. 2, 241. Heim. 13, 105; vgl. Fatt. 
Zsstzg. Slippfack (s. d.); vgl. auch Slipp- 
lock. Ableitungen: Facklock (fa-glog) n. 
„die Stelle, von der aus der erste Mann auf 
dem Boden die vom Wagen gestakten Gar 
ben ins Fack weiter befördert“ Ang. Ndtm. 
— meister u. — staker m. „der Mann, 
der am Facklock steht und to Fack staakt 
oder stpdt“ Dw. — 3. formelhafte Vbdg. 
Dack un Fack, wie im Hochd. he hett nich 
Hack noch F. „obdachlos“ (s. Sch. 1, 201). 
is doch good, wenn een ünner Dack un F. 
is, sä de Voss, do harr he sik in’n Ooosstall 
sinken (vgl. Heim. 23, 113). — 4. Peter (Jo 
hann) Muus sien F. „Gefängnis", he sitt 
in, kämmt in P. M. sien F. Storm. Sgbg. 
Oh. FL. — 5. in der Weberei die Strecke 
des Gewebes von einem Knoten zum andern 
(Storm.). — 6. in der Vbdg. een F. Wull 
»die Wolimenge, die ein Schaf liefert“ 
Ndtm. In dieser Bdtg. könnte man an 
w S ü a ^ s - f a hs „Haupthaar“, holl, vaht 
?, Senken. — Verdrehung: fief Fack 
hoch! für v i vat Wm 
fackeien (fakai-n) sw. v. „herumlaufen“, 
„schwärmen“, nur bei Sch. 1, 307 nebst den 
Zsstzgen herum- und ut-fackeien. Vgl. 
hochd. ^ fickfacken „zwecklos hin- und her- 
laufen , Fickfacker „unbeständiger Mensch“, 
„Windbeutel ; s. auch fackeleuten u. flick- 
fleuen. 
Fackel (fagl) f. wie im Hochd. (seit.). 
In der Geg. von Hohn auch die Laterne, 
mit der die Kinder im Spätsommer singend 
durch die Straßen ziehen; dazu fackeln 
„mit der Laterne gehen“. — fackeln 
(fagln) sw. v. „sich unruhig hin- und her 
bewegen wie das Licht einer Fackel“, daher 
„schwanken“, „zögern“ (nur in Vbdg. mit 
der Negation), he fackelt ni lang „macht 
nicht viele Umstände“, „schlägt gleich 
drein“ (Sch. 1, 308). wenn wi dorbi kaamt, 
fackelt wi nich „betreiben wir es ernstlich“. 
dat fackelt nich „das ist keine Kleinig 
keit“ (Holst. 1797), „damit ist nicht zu 
spaßen“, mit’n Dood is nich to f. Häufige 
Redensart: to sik nahmen fackelt nich d. h. 
man ist schnell bereit sich etwas anzueig 
nen; wird im Scherz gesagt, wenn jemand 
aus Versehen Sachen eines anderen an sich 
nimmt oder benutzt, so hebbt wi ni fackelt 
„so haben wir es nicht verabredet“ Dtm. 
fackeleuten (fagolovdn) sw. v. „sich 
zwecklos herumtreiben“, „müßig gehen“, 
„seinem Vergnügen nachgehen“; nur in 
Flensb. u. Ang., vereinz. in Schw. (räm- 
fackeleuten „viel ausgehen“), de D$rn geit 
bloot (to) f. Weiterbildung von fackeln (s. 
d.), vielleicht mit Anlehnung an dän. lei 
„faul“; vgl. noch hochd. „Fackelei“ = „Um 
herschweifen“ (17. Jhdt.). Selten in der 
Bdtg. „entgehen“, „über alle Berge gehen“; 
dies vielleicht durch Vermengung mit fleu- 
ten gähn. — Fackeleut, auch entstellt 
zu Fadaleut „flüchtiges Mädchen“ Ang. 
facken (fagn) sw. v. „werfen“, he facker 
de Kugel achter sik in de Höchde un fung 
em op sien Kopp Ang. 1865 (N. M. Peter- 
sen, plattd. Fabeln S. 143; sonst nicht be 
legt). Vgl. focken«. 
Facker (faga) m. im Kinderspiel: einer 
sucht mit einem Stock in der Hand die 
andern zu haschen; wenn er einen erwischt, 
darf er ihn verprügeln; der Prügelnde heißt 
F. Preetz. 
Fackler (fagla) m. „Schreiber“ in der 
Kundensprache. 
faddig s. fattig. 
Faden (fgdsn, fgön), älter Fadem (noch 
bei Sch. 1, 305 mit der Ausspracheform: 
Faam), plur. Fadens m. „Faden“, „Klaf 
ter“. 1. als Längenmaß (eigentl. „soviel 
die Arme umspannen können“, vgl. alts. 
falhmös „beide Arme“, s. auch Fadendarm) 
von Brennholz und Torf gebraucht. „Es 
muß ein Klafter oder Faden Brennholz alle 
mal drey Hamburger Ellen (s. El) in der 
Höhe und Weite enthalten“ Schlesw. 1770. 
— 2. Faden zum Binden, Nähen, Weben 
(eigentl. zum Abmessen, s. 1.); vgl. Bind-, 
Twqrns-faden, Draht S. 833. dubbelten 
F. ritt ni licht, langen F. schändt de Naht, 
körten F. faat de Naht Dtm. Wenn jemand 
mit zu langem Faden näht, heißt es im Scherz: 
Nawersch, wghr di weg oder stieg to Bi)hn
	        
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