Full text: F bis J (Zweiter Band)

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faat — Fack 
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den Snack f. „hast gut reden“ Oh. nu hett 
he dat f. „nun hat er es begriffen“, he hett 
dor wat vun f. „versteht etwas davon“, aber 
auch „er hat etwas von dem Fehler an sich“, 
z. B. he hett wat vun de Faulheit f. „hat 
Neigung zur Faulheit“, he hett wat vun 
sien Mudder f. „artet nach ihr“, he hett dat 
an alle Ecken un in de Mitt f. „versteht sein 
Geschäft“, „wird es zu etwas bringen“, he 
will dat an bei Enns f. hemm un ok in’e 
Mitt „kann nicht genug kriegen“, vom 
Habgierigen, he hett en ’n Lütten f. „ist 
betrunken“, ik heff de sösstig noch ni f. 
„bin noch nicht 60 Jahre alt“. Durch Ver 
mengung mit to faten hemm auch: to faat 
hemm, he hett et bi de rechte Enn to f. 
Ang. se hett em to f. „ihn ertappt“ (Groth 
2, 204). — faat nahmen „fassen“, nicht 
häufig, he nehm $r f. „faßte sie an“, 
„nahm sie mit“ (Groth 1, 116). he nehm 
sien Klock to f. „ergriff sie“ (Groth 2, 
307. 176). — Die Zugehörigkeit zum 
Verbum ist so verwischt, daß das 
alte Partizip als Substantivum empfunden 
wird, he nimmt gern f. bi beide Ennen un 
in de Mitt Schlesw. he will ümmer gern 
mitten op’n Sack Sitten un op beide Enn f. 
hemm Schlesw. se kriegt f. up em „über 
wältigen ihn“, von Kartenspielern, Strei 
tenden, Schuldnern. Eid. 1800 (Sch. 4, 320). 
he säht ut, as wenn he tein Pött Müs op- 
elen harr un harr f. up’e ölmte „sehr mür 
risch“ Löwenstedt (Hus.). Besonders häufig 
in Ang. in Vbdg. mit der Präposition up 
(ins Dän. übergegangen als faa fat paa): 
ik will mal f. up gr hemm „sie einmal vor 
nehmen“. se harr guud f. op gr „schalt sie 
tüchtig aus“, se lett keen heele Ste up de. 
wat se hett f. up „läßt kein gutes Haar an 
dem, den sie sich vornimmt“, von böswilli 
gen Klatschweibern. Jakob Loi (s. d.) hett 
f. up em „er ist faul“. Gott tröst, wenn he 
erst f. op een hett von einem, der kein Ende 
finden kann, nicht zu gehen weiß, ik kann 
nich f. drup kriegen „kann es nicht ver 
stehen“. he kreeg f. op en Wichelstruuk 
Mschl. 1850. — Ganz selten und nur litera 
risch belegt ist faat als Adjektiv in der Be 
deutung „gefaßt“: se leten ruhig un f.; 
nicht volkstümlich. 
Faat-balje (fg-dbalZo) i. „Waschtonne, die 
auf 3 daran befestigten Füßen steht“ Sch. 
1, 63. Wm. (Faatball). In einem holst. Nach 
laßinventar von 1754: Faaet Balje. Vgl. 
mnd. vateketel, vatekuven. 
Faat-dook (fg-dög), Faadook (Sch. 1, 
232), F ahrdook (Hohenw. Ahrenviöl) m. 
u. n. „feuchtes Küchenwischtuch zum Ab 
waschen der Schüsseln und Teller“, eig. 
„Tuch zum Anfassen“ (s. faten). hesst ok 
wat af, sä de Kock un slög de Kgksch mit 
’n F. um de Ohm Holst. 1840. de erste Nood 
mutt wehrt warm, sä de Fru un flick den 
F. mit’t Hemd Holst. 1840; vgl. Bettlaken 
S. 327. he is so stief verklaamt as ’n F. 
Schw. Scherzhafter Gutenachtgruß: slaap 
Slunt („Lumpen“, Verdrehung von sund 
„gesund“), hesst morgen ’n F. Dtm. Scherz 
hafte Drohung: ik stek di dood mit’n F. 
Hohn Stap. Im Kinderspiel „Fiete Roos“: 
en spinnewewens Kleed un en F. um’e Hals 
un en Pissputt up’e Kopp un en Paar 
gläsern Schoh Flensb. 1850. Zur Bespre 
chung des Schrien (harte Milch in den Brü 
sten stillender Frauen): F. un Schrien gün- 
gen beid to Rieten, F. gewünn, Schrien ver- 
swünn. Im Hamen usw. Sgbg. Als Schelte 
bezeichnet F. einen unselbständigen Men 
schen, einen „Waschlappen“ Pellw. — 
faatdookrein s. bessenrein S. 310. 
Faat-holer (fp-dhöla) m. „Haushalter, der 
mit wenigem auskommt“ Ndtm. 1860; eig. 
„Festhalter“. 
Faat-reck (fg-dreg), Faatriech, Faat- 
riek Stap., Faaterieg Hus. 1800 (Sch. 
1, 310), Faaterrieg Pellw. n. „Teller 
oder Schüsselbort in der Küche“, „Küchen 
schrank mit Börtern“; in Schlesw. allg. be 
kannt, in Holst, seltener (vgl. Schöttelreck, 
Pottreck). 
Fabian Sebastian der 20te Januar. Bau 
ernregel: F. S. lett den Saft (früher Sapp) 
in ’t Holt (in de Börne) ringahn (rinslaan), 
auch F. S. mutt oder sali de Saft usw. Holst. 
Fehm., auch fangt de Böm to saften an Eid. 
Dann darf kein Holz mehr gefällt werden. 
F. S. geit de Saft in’t Holt un de Ji)k in’t 
Fell Sdtm. 1810. Seltener: F. S. daut dat les 
vun ünnen an Sülfeld (Tritt.). Bastlösereim: 
F. S., laa.l den Saft ut’t Holt rutgahn oder 
laat mi de Wichelfleut afgahn Oh. Vgl. 
Sch. 1, 307. Mhff. 2 Nr. 652,5. Nd. Kbl. 
25, 63. 
fach (fax) nur in Vbdg. mit Zahlen: een-, 
tweefach usw., sonst Fack (s. d.). Zuweilen 
auch in Vbdg. mit Zahlen — fack: Sneier- 
luus (s. d.), Jcruup ut dien Huus, stick dien 
fieffack Hgrn ut usw. Dtm. Stap. 
Fack (fag), selten Faak (fgg) Hohn, 
plur., Fack, Facken n. „abgeteilter Raum“, 
„Fach“. 1. im sächsischen Bauernhaus der 
Raum zwischen je 2 Höftstendern (s. d.); 
nach der Zahl der Fack wird die Größe des 
Hauses bemessen, dat vörhuus (d. i. die 
große Diele mit ihren Nebenräumen ohne 
die hinten angebauten Zimmer) van 5 
Facken, twyschen den stendern ungefehr 
16 fodt Ndtm. 1625. Vgl. Sch. 1, 307. wi 
wüllt ’n F. anbuen, ’n paar F. ansmieten 
„das Haus vergrößern“; bildl. von einer 
Schwangeren: se buut een F. an Pbg. een 
F. na ’t anner waßt an de Schün an (vgl.
	        
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