Full text: (Erster Band)

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een — eenerwo 
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gewöhnlichen Gebrauch): giff mal een ut 
„gib mal einen (ein Glas Bier oder Schnaps) 
aus“, he hett sih een antuut (tilgt) „sich 
einen Rausch angetrunken“, hang (stick) di 
een int Gesicht „zünde dir eine Pfeife (Zi 
garre) an“, he lacht (smuustert, hggt, är 
gert) sih een eigentlich „er lacht sich einen 
Knast (s. d.) an den Leib“, dann für „ver 
steckt lachen“; vgl. wat. — eens (ins) ad 
verbialer Genetiv zu een (mnd. eines, ens), 
heute meist ins (s. d.) „einmal“. 1. mit 
starkem Ton: „ei’nmal“, „ein einziges Mal“ 
(zu een 1). nu noch e. un denn nich mghr, 
hett ool Staah seggt, dor frieg he de vgrte 
Fru oder sä de Jung un lick dat Letzte ut'n 
Sirupsputt, dat is e. un ni bet „einmal und 
nicht wieder“ Oh. — 2. schwach betont und 
mit oft sehr geringem Nachdruck im Satz 
gefüge (zu een 3): „einmal“, vulgär: „mal“. 
doo mi de Fork e. her „gib mir mal die 
Porke“. kiek e., wat de Kerl läppt. Heute 
selten und fast immer durch ins ersetzt; 
ebenso bei faken-eens und mal-eens. — 3. in 
Vbdg. mit Präpositionen: mit eens „zugleich“, 
„gleichzeitig“, dat künnt wi mit e. af- 
maken. Auch „plötzlich“: ik güng jüst 
gwer de Straat, dor kämmt dor mit e. ’n 
Pgrd ansusen. in eens „immerzu", „in einem 
fort“, de ölen Wiewer saustert doch ok in 
e. weg. he pusselt den gansen Dag in e. 
rüm. Dafür häufiger mit Flexionsendung: 
in eenßen oder in eensten (Sdtm.). he drinkt 
so in e. weg; dat blitz in e. weg; he maak 
den gansen Kraam in e. fardig. dat geit in 
e. so mit dörch „zugleich“, „zusammen“. Um 
die ausgelegten Angeln und Netze wieder 
zufinden, muß man sie in eens hebben d. h. 
sich die Richtlinien nach 2 verschiedenen 
Gegenständen (Tonne, Boie usw.) merken 
(Ellerb., s. Mark), um eens: dat de he 
um e. „absichtlich“, „um einen bestimmten 
Zweck zu erreichen“ Bredstedt. ut'n eens 
„auseinander“, ik weet nich woans wi ut’n 
e. kamen schüllt, sä de Knecht, mien Herr 
will mi ni beholen un ik unll ni blieben 
Reinfeld. — 4. in Vbdg. mit warm „werden“ 
wird eens prädikativ gebraucht: dor hgrt 
vgl to, bet twee Sinns e. ward von Ehe 
leuten gesagt (Itz.). se worrn toletzt doch 
noch e. „handelseinig“. Nicht häufig. — 
5. Aus dem Adv. ist ein Adjektiv entwickelt: 
„von gleicher Art“, „einheitlich", se hebbt 
eenßen (ensn) Kleder an „sie tragen 
gleiche Kleider“, wi hebbt eenßen Föt „un 
sere Füße sind von gleicher Größe“, de 
Dören mgt doch eenße Farf hemm „die 
gleiche Farbe“, schenken, schiefen, Schuuf- 
kor schuhen fangt all mit eenßen Bookstaben 
an Hohn Hü. ¥m, auch sonst in Holst, be 
kannt, aber zurückgehend. Vereinzelt dafür 
auch eens: wi hebbt eens Gedanken Holst. 
1860. — eenßen (ensn) sw. v. refl. „sich 
einigen“, dor mgten i ju nu um e. Ang. 
(vereinz.)i — Zu een gehören noch eenig, 
eenzig, eenmal (s. d.), ferner Substantive wie 
Een-been, —darm, —spänner, —tritt u. a. 
und zahlreiche Adjektive, z. B. een-fach, 
—foldig, —haarig, —hüsig, —tätig u. a. 
Außerdem die Bildungen mit dem Genetiv 
des Femininums von een wie eener-lei, 
—wegen, —wo (s. d. einz. Wörter). 
een-anner (ena-na) „einander“. se 
hemm it guud mit e. von zwei Liebenden 
(Ang.). se kernen verbi e. „sie erzürnten 
sich“ Ang. van e. nehmen „subtrahieren“ 
Wm. 1700. Flektiert: se besökt eenannern 
vel Oh. 
Een-been (e-nben) n. „Einbein“, im 
Rätsel = „Knochen“, s. Dree-been S. 843. 
Lenken Ehnebeen Neckname für eine Frau, 
die beim Sitzen einen ihrer Füße unter 
zuschieben pflegte; s. Storni Ges. W. 3, 303. 
— beröl u. — boomöl Arzneimittel 
(Oleum Juniperi) zum Einreiben gegen Hatt- 
spann und Bgfkoken Storm. Sdtm. — darm 
m. Schelte für lange, magere Menschen (Sch. 
1, 206), „Hungerleider“ FL. Eid. Auch Be 
zeichn. für den Fischreiher (Schw.). 
een-doon(t) (endön), enendoont 
(Holst. 1797) „einerlei“, s. doon 6 S. 770. 
Auch verstärkt: alleendoon Sch. 1, 233. dat 
is e., Speck oder Swienfleesch Schlesw. 1850. 
de mi to neeg kämmt, den hau ik dal, e., 
wokeen dat is. Vereinz. weitergebildet: een- 
doontaftig „gleichgültig“ Wm. Vgl. eenerlei. 
een-drötig (emdrgdi) adj. „gleichmäßig“, 
„anhaltend“, dat rggent e. weg Holst., vgl. 
eben-drgtig. 
eener-dags (enadg-xs) adv. „eines Tages“ 
Ang. — lei eigentl. Gen. Sing, „von einer 
Art“, „einerlei“, tritt jetzt vielfach an die 
Stelle von eendoon (s. d.). dat is e., wat 
de Eier kaakt ward oder braad, Schell ward 
ümmer wegsmgten Neust, e., Speck oder Ei 
Dw. Der Gleichgültige sagt: riet, riet, riet 
intwei, morgen is dat e. Wenn jemand sagt: 
dat is mi e., erfolgt die Antwort: e. is’n 
Gooskgtel (Meggerkoog) oder is Grönbittern 
oder is nix oder wenn’t all e. is, denn is 
Kohschiet ok'n Pannkoken Dw.; vgl. 
annerlei. e. is, wenn man de Hand in 
Sirup stickt, wat för’n Finger man denn 
togrst aflickl Kh. Adjektivisch: de dree 
hemm e. Vadder „denselben Vater“ (aber 
eine Stiefmutter) Ang.; vgl. tweeerlei. 
— wggens, —wf gen, — wggent, 
— w g g t (seit.), — wprns, — wo „ir 
gendwo“. sök man, e. mutt dat doch sien- 
ik heff den Kerl doch all e. sehn.
	        
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