Full text: (Erster Band)

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Eek — eem 
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eiche bei Mölln, zu der um 1825 tausende 
von Krüppeln wallfahrteten, s. Jb. f. Ldk. 
4, 178. — Sagen: Drei uralte Eichen im 
Schloßwald von Augustenburg (Alsen) hei 
ßen „Verschwörungseichen“, weil unter ihnen 
zur Zeit Christians V. (1670—99) die drei 
Herzoge von Plön, Glücksburg und Augusten 
burg (nach einer andern Fassung: „der da- 
uialige Herzog und einige hervorragende 
Adlige“) sich verschworen haben sollen, den 
dänischen Minister Griffenfeldt zu stürzen. 
Anderes s. bei Brüdigams-eek S. 553 u. 
Hoofiesen. — In Orts- u. Flurnamen ist E. 
häufig (früher oft Eck geschrieben): Eek- 
barg Hohn Ellerb., —holm Daldorf (Born- 
höv.), —holt, —koppel Damp (Schw.), Eken- 
bof, —höst Damp (Schw.), —kamp Holm 
(Üters.), —kratt Daldorf (Bornhöv.), —soll 
Sierhagen (Neust.), Eiksoll Bünsdorf (Hü.), 
—husch Tritt., Eeken Lutzhorn (Barmst.), 
Siebeneichen Dorf in Lbg., up’n veer Eeken 
Stuvenborn (Tritt.), Eichede (im Volks- 
fflunde Eik) Dorf b. Oldesl. — eken (egrs), 
e i k e n, adj. „eichen“, „aus Eichenholz“. 
en e. Laad „eichene Truhe“, en linden 
Herrn gwerduurt en e. Knecht „ein ge 
linder Herr überdauert einen eichenen 
Knecht“, d. h. wohl „ein Knecht, der seinen 
Dickkopf bei einem ruhigen Herrn glaubt 
durchsetzen zu können, zieht doch den Kür 
zeren“ Holst. 1840; Wortsp. zwischen lind 
»gelind“ und linden „aus Lindenholz“. — 
Substantiviert de Eken „Stock, Handstock 
aus Eichenholz“; vgl. Eek-hester. he sneed 
sik’n E. ut'n Knick. In einem Neckreim: 
Hornbgker Husaren (s. d.) ... kriegt wat 
mit'n E., fangt luud an to queken Lbg. — 
Zsstzgen (vgl. Ecker): Eek-, Eik- 
a P P e 1 (mnd. ekappel) m. 1. „Gallapfel“, 
nach Sch. 1, 286 „rundes Gewächs an den 
Eichblättern, woraus zu gewisser Zeit der 
Hallapfel springt“ Holst. 1800. Wm. Lbg.; 
jetzt meist Gall-appel. Zu Pulver geriebene 
Halläpfel wurden früher als Heilmittel ge 
gen verschiedene Krankheiten gebraucht 
(z. B. gegen hohle Zähne, zum Blutstillen 
usw.). _ 2. „Eichel“ Ahrenviöl; s. Ecker. 
'boom, auch Eken— oder unverbunden 
eken Boom m. „Eichbaum“, „Eiche“. Volks- 
tüml. nur in der Wendung en Kerl as en E. 
Sprichwort: mit Gewalt kann man keen 
Esel drieben, awer wol en Vigelin an en E. 
Iweislahn Dtm. Dazu adj. eek-bömig „steif 
nackig“, „eigensinnig“ FL. — h e s t e r m. 
»Handstock aus Eichenholz“, eigentl. „jun 
ger Eichenschößling“; vgl. Ekenhessen (s. 
U ') u. mnd. lieister, bester „junger Baum, 
namentl. von Eichen und Buchen“. — h p r n 
„Eichhörnchen“, aus dem Hd.; vgl. —kalt, 
Eken-aap (s. u.), Ecker-buck, —katt, Eker- 
SchleRwig-Holsteinisches Wörterbuch. 
ken, Kateker. Reim: seet’n E. up'n Hggen- 
dgrn, up'n Bgrnboom baben drup Barmst. 
— katt f. „Eichhörnchen“ Schw.; s. —hgrn. 
— s t g d Dorf in Sdtm. Die Bewohner sol 
len zuweilen große Ausdauer im „Um 
schwieren“ haben: in E. swiert se acht Daag 
Sdtm. — Eken-aap m. „Eichhörnchen“ 
Wrist (Kh.); s. Eek-hgrn. —bahl, 
—boll (Kk.) f. „Eichenbohle“, —boom 
m. , s. Eek-boom. —bork f. u. n. „Eichen 
rinde“; s. Eek. Aberglaube s. bei 1mm. 
— d r u m m , pl. —drümm, m. „Eichen 
stumpf“, s. Brumm S. 879. — hessen m. 
„Schößling einer Eiche“, „junge Eiche“; vgl. 
Eek-hester. Nur noch in der Beschwörungs 
formel gegen Gicht: E., ik klaag di, all de 
rieten Gicht de plaagt mi, ik kann dor ni tvör 
gähn, du kannst dgrmit bestahn, den grsten 
Vagei, de gwer di flüggt, den giff dat mit 
in de Flucht, de nghm dat mit in de Lucht, 
dabei faßt man den Schößling einer ge 
fällten Eiche an; vgl. Mhff. 2 S. 513. —holt 
n. 1. „Holz der Eiche“, meist eken Holt. 
Strichspiel: Eken-, Böken-, Ellernholt usw. 
s. Strgkspgl. — 2. „Eichenhölzung“, selten, 
dafür de Eken oder Eken-stück, —koppel 
u. ähnl. —kprn n. „Eichenkeimholz“ Kh.; 
s. —spint. — kratt n. u. m. (Itz.) „Eichen 
gestrüpp; s. Kratt. Verdeutlicht: Ekenkratt- 
busch m. schon 1792 bezeugt. — loof n. 
„Eichenlaub“, meist als Ekenblgd bezeich 
net. Scherzh. für Egenloff in der Wendung 
E. rukt „Eigenlob stinkt“. — spint n. 
„Eichenholz zunächst der Rinde“. E. ward 
wormstgkig, Ekenkgrn (s. d.) ward so hatt 
(„hart") as’n Steen Kh. —staken m. 
„sehr dünner Eichenstamm“. E. brauchte 
man früher zuweilen zur Einzäunung der 
Kämpe (1720); vgl. Heimatb. d. Kr. Rdsbg. 
S. 346. — stamm m. „Eichenstamm“, 
nicht sehr gebräuchlich, dafür meist einfach 
Eek. Vgl. —drumm. —stänner m. 
„Pfeiler, Stützbalken aus Eichenholz“, meist 
eken Stänner. — Stubben, —stoppen 
(Kh.) m. „Stumpf einer gefällten Eiche“; 
vgl. Groth 3, 247. —stuuk m. „senk 
recht stehende und in der Torfmasse ein 
gewurzelte Eichenstuken von 3 / 4 —2 Fuß 
Stammdurchmesser" Holst. 1820; wohl Be 
zeichn. für längere Eichenstümpfe mit 
Wurzeln. 
eem (em), auch gm, öm (öm), pm (wie 
in Kgm), ö m m adj. „empfindlich“, „schmerz 
haft“, teils aus fries. em (Wiedingharde), em 
(Sylt), im (Amrum) übernommen (Nordfr. 
Nordstr. Eid. Hus. Stap. Ndtm.), teils aus dän. 
em, plattdän. öm (altnord, aumr) „zart“ 
(Ang. Flensb. Leck Bredst. Viöl Ahrenviöl 
Eggebek, vereinz. Ndtm.). mien Finger is so 
öm, eem „schmerzt noch bei Berührung“, 
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