Full text: (Erster Band)

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dood — doodkriegen 
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gerhafti g' „sehr ausgehungert“ Kremp. 
doodstill „totenstill“, namentl. vom Wind 
gebraucht: dodemtillen Wind „gänzliche 
Windstille“ Wm.: auch noch verstärkt: dood- 
blickstill (EUerb.), dooddammstill (Arnis). 
dood (död), daud adj. „tot“. 1. prädi 
kativ. slapen kannst du, wenn du d. büst 
zu dem, der früh schlafen gehen will, wenn 
dat Kind d. is, ward de Sood todeckt, ival 
helft dat Klagen, wenn dat Kind d. is Ang. 
wenn de Fisch d. is, helft em dat Water nix. 
kaak mi Fledersupp, wenn ih d. bün „deine 
Hülfe kommt zu spät" PL. he geit Of'n 
Baren dal, wenn he all 3 Daag d. is Wm. 
Stoßseufzer: ik wull, dat ih d. w§r un mit 
Speckpannkoken todeckt; vgl. auch Heim. 
13, 261. wenn wi d. sünd, stinkt wi all lieh 
dull PL., — sünd wi all liek guud Wschl., 
— schitt de Hund so guud up dien Graff as 
up mien Hus. 1840. Sehr verbreitet ist das 
Sprichwort: de d. is, lett sien Kieken „die 
Toten kommen nicht wieder“, als Abwehr 
gegen Gespensterglauben; auch mit dem Zu 
satz: sä de Schooster, dor slög he sien Fra 
mit'n Hamer op'n Kopp (als sie sich im 
Sarg noch einmal aufrichtete, um zu sehen, 
was er machte) oder sä de ol Buur, dor 
geef he sien Fru en mit'n Biel vör’n Kopp 
Prb. (abst.). de d, is, hett betahlt vom 
Toten kann das geschuldete Geld nicht mehr 
i'ingefordert werden; früher hieß es in die 
sem Palle gradezu: dat Geld is d. (vgl. Zs. 
37, 31). du kämmst oh noch mal blind 
(lebennig Hohn) vun de Welt un dood in’t 
Barg (in’l Holt Sschl.) scherzhafte Straf 
androhung oder Trost für Ängstliche (Oh.); 
vgl. blind S. 388. ik seh di all d. in’t Sarg 
„sehe voraus, daß du das Spiel verlierst“ 
beim Kartensp.; vgl. Jb. f. Ldk. 8, 90. 
d. as'n Bott zum Spieler, der verloren hat. 
Wm. den harrn wi d. „die Karte hätten wir 
gestochen“, kannst em d.? „kannst du ihn 
stechen?“ Hohn; über das Spiel 101 dood! 
s. bei hunnert. dor liggt de Muus d. in't 
Schapp „da gibt es nichts mehr zu essen“ 
Hü. Vom Wetterpropheten: de ölen Pro 
pheten sünd d. un de nien wgt dor nix vun 
af PL. Ang. — dat Für is d. „aus“ Ang. 
vHölst. ul). Bauernregel: wenn de Vagel- 
bgrn sünd rood, is de Middagsslaap d. „dann 
beginnt für den Bauern eine hi Ido Zeit“ 
Ang. ik bün so d. in mi „fühle mich nicht 
frisch“ Ang. Sparcbrood is d, „der Sparer, 
Ernährer, Familienvater ist tot“; vgl. Sch. 
4, 162. Balje is d. „es fehlt au Bat und 
Hülfe“ (Sch. 1, 226). Luchache is d.. 
Lachsche l§vl noch Stap. Tanz: Lolt is d. 
s. Lott. Pfänderspiel: Harm is d. s. Harm. 
Spottreim: Hamann is d. s. Hamann. Klage 
ruf der Unterirdischen: Popper is d. (Mhff. 2 
Kr. 463f.)s. Popper. Kinderlied: swarl, 
will, rood, Wiehnachtsmann is d., wi wüUI 
em begraben in unscn Poppenwagen Ham- 
dorf (Rdsbg.). Rätsel s. achter S. 25. Ver 
stärkung: murspoggendood s. d. — Oft in 
Vbdg. mit reflexiven Verben das Ergebnis 
der Handlung bezeichnend: he arbeit sik rein 
d. (vgl. arbeiten S. 162). he slgpt sik lewer 
d. as dat he tweemal geil „nimmt mehr als 
er tragen kann, um nicht zweimal zu gehen“. 
de Fulen drggt (slppl) sik d. un de Flie- 
tigen loopl sik d. he lacht sik d. (un dal 
s. d.); dal is to’n Doodlachen. he süppf 
(fallt) sik noch mal d. dat läppt sik d- 
„geht von selbst zu Grunde“, „überlebt sich“. 
dat is unechten Kraam, dat heit sik achter 
Gold d. lopen Neust, dor hett noch keen 
Minsch en Stück Wild d. lopen, dat mutt 
d. schalen warm Jägerspr. Pbg. Abweisung 
eines Schwätzers: sabbcl di. d., wärest mor 
gen graben Dtm. Mit manchen Verben ver 
schmilzt d. als prädikativer Nominativ oder 
Akkusativ zu einem Begriff, in dem die 
ursprüngliche syntaktische Bedeutung nicht 
mehr empfunden wird: dood-blieben 
(dödblim), das häufigste Wort für „ster 
ben“ (vgl. S. 387). de Irivt (gelobt) warm 
will, mutt d. de is to'n Starben to dumm: 
wenn he nich so dumm wer, wpr he all 
lang doodblrben Barmstedt, so lang dal 
Doodblieben Mood is, is en sik dat Lgbeu 
nich sfker Lbg. för't 1). kann de Doktor 
nix ggben. wenn keen doodblifft, kann ik 
ui leben, seggt de Kuhlengräber Dw. wenn 
du d. irulll, Vader, mußt du di ok dorto 
hergeben Eid. Als eine Frau das Schwein» 
das gestochen wurde, bedauerte, sagte der 
Schlachter: die duerst jiimmer so öwer dal 
Swien, doriim kann dat ni d. Bokel (Rdsbg.)- 
dood bliffst mal, seggt de Kuckuck op'n 
Bald; ewig schasst leben, seggt de Kuckuck 
hi Hfben Kh. Abzählreim s. Allo S. 108. Als 
Doodbliewermaand bezeichnet man den März, 
in dem Erkältungen, Lungenentzündung usw- 
viele alte Leute hinwegnehmen (Dtm.). —' 
dood-fodern „zu Tode füttern“. mH 
vflen Dank hett de Smidt sien Katt dood- 
fodert s. Dank. Beim Kartensp. dor kann 
ik di mit d. „die Karte kann ich noch lange 
bedienen". — gähn „erlöschen“, dat Für 
is doodgahn Ang. (Holst, idgalin). —haue 11 
„totschlagen“; häufig in Nachbarreimen: hau 
em dood, seggt Kloth. —hungern Möllers 
un Bäckers sünd de letzten, de doodhungert 
Dw. liier int Huus is grote Nood, dor hun 
gert de Miis in't Broodschapp dood- 
— kriegen „mit etwas fertig werden' • 
se kgnt et nich d. Ang. he is ni dood to 
kriegen „nicht umzubringen“, bes. von Leu 
ten, die immer das letzte Wort haben-
	        
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