Full text: (Erster Band)

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achtein — achter 
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Spottreim auf den Feldhüter: Schütter int 
Kgm hett a. Ohm, hett 19 Piepen, wüllt’n 
Schütter wat Schieten Kh.; vgl. Schütter. 
Von der Aussteuer: se kriggt all Doons a. 
mit „von jeder Sache 18 Stück“ Storm. 
Rätsel: grote Greet hett a. Föt, veer Flunken 
un een Stgrt; is dat nich Kadens wgrt? 
(Bockmühle) Eid. Im Laternenlied: Mien 
Latem is kugelrund, sgmtein Snieders wegt 
a. Fund Ahrensbg. s. Latem. Verbreitete 
Schelte: Tüjjel (Tappet, Schraffel) achtein 
„großer Tölpel“, s. Tüffel. In Zsstzgen z. B. 
achteinfötig „18 Fuß lang“; achteinjgrig: 
he is up den a—en Starkenhannei ut „sucht 
sich eine Braut“ Schw. 
achteinluinnerl die Zahl 1800. Häufig 
in der abweisenden Anwort auf die Frage: 
wongr wer dat ? oder woner büst du bgm?: 
A. un Kruuk (seltener a. un een und a. 
up’n Bing Oh.), as de Düwel noch’n lütten 
Jung wgr, — as de Buddels noch keen Hals 
(keen Born) harrn, — as de Pött noch ni 
Mood wgrn, — as de Köm in de Tut haalt 
wgr, — as se mit Kantüffeln (mit leddern 
Kanonen) üm de Eck schoten, — as dien 
Grotmoder Soldat wgr, — as de Püggen noch 
Prüken drögen, — as wi Steen saagten mit’n 
holten Saag. Seltener: a. un Wittkohl(kopp), 
as de Grönkohl ni wasse?i wull un (de) 
Steenbock vor Tünn leeg Ang. Hus. Pellw. 
Achtel (axl) n. „Achtel“, ’n halfachel 
Twern — 1 /' 16 Pfund Zwirn. Ndtm. Als 
Hohlmaß der 256. Teil einer Tonne, der 128. 
einer Kanne, die Hälfte eines Quart. Hus. 
Achtendeel, Achendeel (axndel) n. 
„Achtelte!!“, „Achteltonne“, Hohlmaß für Ge 
treide (früher auch für Butter und Honig. 
Wm. Fehm.), ein „dithmarscher Scheffel“, 
8ter Teil einer Tonne = 8 Kannen, 25 Pfund. 
Dtm. Eid. he is mit'n A. Bogg na de Mghl. 
Achendeelsputt m. Ausdr. für jedes 
große Gefäß, gern übertreibend: wi hebbt'n 
A. vull Kaffi kaakt Dtm. Ähnlich Achen- 
deelssett „weites niedriges Gefäß zum 
Milchsetzen“, he kümmt gliek mit'n A. an 
(etwa um Krabben zu holen) Dtm. 
achter (axda) adv. und praep. „hinten“, 
„hinter“; eine Form mit spirantischer 
Dentalis achser (a-xza) wird auf der 
Geest zwischen Heide und Tellingstedt u. 
von alten Leuten in der Geg. von Kollmar 
gesprochen, achster Hohn; eine Form mit 
geschwundener Gutturalis aster (asda 
<C * a-xzda) war, wie es scheint, früher in 
ganz Mittelholstein nördl. etwa einer Linie 
Itzehoe—Kaltenkirchen—Segeberg sowie in 
der Wilstermarsch verbreitet, wird heute 
aber nur noch vereinzelt von alten Leuten 
gebraucht, nam. in d. Geg. von Itzehoe, 
Kellingh., Kaltenk., Segeberg, Nortorf, 
Rendsb. (Fockbek, Nübbel), Hadem., 
Schenef., auch in der Probstei u. nördl. v. 
Lübeck, he hett en aster de Binn gaten 
Schmalfeld, he steil aster de Dgr Tensfeld 
Schmalensee Wm. aster’n Ins Flurname 
Daldorf. he sitt aster’n Aben Quarnstedt. 
aster’n Barg wähnt oh Lüd Prb. Ratekau. 
he is na astern kamen Hadem. In Ost 
holstein (Gut Sierhagen b. Neustadt) war 
neben achter auch die zum Hd. (aber auch 
zum Alts.) stimmende Form ajter in Ge 
brauch. Ganz vereinzelt für achter: hinner 
Lbg. Lüb. — 1. Adverb, „hinten“, de a. 
geit, mutt mal mehr topedden. achter hefj 
ik keen Ogen (Entschuldigung, wenn man 
etwas Naheliegendes erst nach langem 
Suchen findet), dor schall noch vgl Water 
den Barg dallopen, ghr de Buur a. Ogen 
kriggt Holst, du kannst dat drein as du 
wullt, de Stgrt is jümmers a. wenn jem. 
sich herausreden will. Schw. wi Igvt noch 
ümmer up de ole Wies, drggt de Mgrs a. 
Börm (abst.). Fopperei: du, wat hess du 
a. an’n Foot? Wenn der Gefragte sich um 
sieht, sagt man: De Hack. Plön, dat is en 
vun de Lüd, de a. hoch bgren doot näml. die 
Flasche, ein Trinker. Schwabst. he spannt 
de Pgr a. an Wagen Schw. de is a. vun 
Wagen stött „einfältig“ Sarau. a. fallt Swien 
weg, fallt de Oss af „das Ende entspricht 
nicht der Erwartung“, seh di vor, dat du 
a. ni affallst scherzh. Warnung, eig. „vom 
Wagen“; he is a. affulln „zurückgeblieben“, 
beim Wettlauf, beim Wettbewerb, bei Prüfun 
gen u. ä. he säht so a. affulln ut „zurück 
gekommen", „reduziert“ Ang. — Nach 
gestellt : he is knapp a., is dor kort a. 
„kommt kaum aus“ FL. achter mi Jcaamt de 
Hunn un de Jungs je a. „ich errege Auf 
sehen“ Oh. he (näml. die Lokomotive) hett 
tein Wagens a. FL. Blank achter schlechter 
Kaffee, der zweite Aufguß. Elbm. — Häufig 
in schroffer Abweisung: du kannst mi a. 
licken, küssen, blasen (Ang.); Iclei di a. 
ik kann mi man a. küssen „habe nichts 
erreicht“ Schwabst. seh di vor, dat du a. 
keen Nood littst Eid. Das Subst. de 
Achtere „Hintere“, das gelegentlich gehört 
wird, ist nicht volkstümlich; vgl. Achterste, 
Mgrs. — Sehr häufig in Verbindung mit 
oder Beziehung zu dem Gegenteil v g r, 
z. T. als zerlegende formelhafte Bezeich 
nung des Ganzen („überall“, „ganz und 
gar“): se is ümmer a. un vgr von der rüh 
rigen Hausfrau, he hett Ogen a. un vgr. 
he is a. un vgr beslagen „in allen Sätteln 
gerecht“, he is a. un vgr behext „weiß 
nicht aus noch ein“, he mucht gr ggrn vgr 
un a. geben, stoppen „ihr jeden Wunsch 
erfüllen“ Wm. dat geil ümmer Unkel a.
	        
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