Full text: (Erster Band)

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Darm — dat 
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geben und mit dem Worte: darkamen be 
grüßt. In dem (mit der Sitte schwindenden) 
Wort steckt wohl das im Mnd. nur vereinzelt 
belegte däre „passend“; mhd. un-däre „un 
passend“, „unfreundlich“, das namentl. vom 
Gruß und Empfang gebraucht wird (er 
wart undäre empfangen Mhd. Wbch. 1, 308). 
Darm (däm), Darf (s. d.), pl. 'Darms 
u. Darm, Därmen (Wm. Sgbg.), m. „Darm“; 
im Plur. auch „Gekröse“, „Eingeweide“ (s. 
Lümp, Ingedöm), zuweilen in der Vbdg. 
Lümp (Küt Wm.) un D. Dtm. Vom Schlecht- 
genährten oder Hungrigen sagt man: he 
hett nix in'n D. oder he is so hungrig, dat 
em de D. in’n Lief piept (kettelt, knackt) 
vgl. Heim. 8, 205. ik waag dor'n D. hi 
oder denn laat cn D. springen von eirem, 
dem es schmeckt (Ang.). de is ggrni satt 
to kriegen, ik löf, he hett man een D. oder 
he hett'n dgrgahn D. (Wm. Dtm. Hohn) 
von einem starken Esser; s. Aant S. 7, 
Adebar S. 47. he hett man een D. auch von 
langen, hageren Menschen; vgl. Eendarm. 
Mensch, wat hcbbt se em verlimmert, sc 
liebbt em meistto de (Lümp un) D. to't 
Lief rutrgten. dor dreit sik een de D. in’t 
Lief bi um bei traurigen oder schaurigen Er 
zählungen. he heit sik (mit de Mistfork 
Bornhöv.) in'n D. stgken (puult FL.) mit 
Zusatz un dat. Messer nich afwischt (FL.), 
auch he hett sik dör de D—en stgken (Sgbg.) 
oder . . . een ut’n D. puult (Hohn) „er hat 
einen gehen lassen“, he kämmt dor nendör 
as Schiet dör'n D. Lensahn, du büst ja wol 
gam in’n Mors verrückt un hesst in'n Kopp 
keen D. scherzh. Verdrehung (Hohn); früher 
aber geradezu se hadden wat mghr D—e im 
Koppe „Verstand“ Holst. 17. Jh. oha, nu 
kaamt de D—s! sagt man zu kleinen Kin 
dern, wenn sie sich in den Finger geschnit 
ten haben, daß es blutet (Hü.). Die Ra. 
bgter wat in de D. as glatt lank'n Arm ü. 
ähnl. s. Arm S. 171; die Gesundheitsregeln 
hool apen de D. u. ähnl., s. Achterpgrt u. 
apenholen S. 152. — Rätsel: u>at geit (läppt) 
rund um’t Huus un hett all de D. (en 
Kuppel D—s Holst. 1840, en langen D. 
FL. Oh.) achter sik (eine Henne mit ihren 
Küken) Dtm. Sgbg. Tritt. Rätsel mit Aufl. 
Botterkarn s. d. S. 465. — In einem Lied 
zur Stärkung der Zungenfertigkeit (s. Boom 
S. 431): wat wgr in dat lütt Jung? — 
En lütten D. — D. int Jung, Jung int Ei 
usw. (Dw.). — Zsstzgen: Dünn-, Dick-, Fett- 
Mast-, Iirans-, Back-darm. — Darm-fett 
n. s. Plückfett. — k r i 11 f. „Darmverschlin 
gung“ Wm. — strieker m. „Fiedler, 
Bierfiedler, der auf einem schlechten Instru 
ment spielt“ Holst. 1800 (Sch. 1, 206). 
Darnsk s. Dönsch. 
Darren (dän) m. u. f. (Wm.) „Darre“, 
„Vorrichtung zum Dörren von Malz, 
Zichorienwurzeln u. a. m.“; nach Sch. 1, 198 
„eine-Art Schornstein zum Trocknen der Ge 
müse und des Malz“. Im Bauernhause war 
der D. eine über den Backofen gelegte durch 
löcherte Bohle (Ostenfeld b. Hus.). Dazu 
darren (dän), darnen (Ndtm.) sw. v. 
„darren“. de Zichuurnwuddeln ward in 
Stücken sngden un gioer en Für up'n Darren 
darnt Ndtm. Daarenschüdder nach 
Sch. 3, 21 ein Lehrling, „der bei einem Ham 
burger Brauer in Dienst kommt unid 2 Jahre 
für geringen Sold dient“. 
Darrgras (dg-gras) n. „wolliges Honig 
gras“. Holcus lanatus. Holst. 1815. 
Dart (däd oder doad?) n. „Frühstück“ 
Eid. 1820, aus fries. dörd „erstes Frühstück“ 
(Föhr, Amrum). 
daschen (dasn) sw. v. se dascht man 
dorup los „sie schlägt mit der flachen Hand 
blindlings auf das Kind ein“ Viöl 1860. Wohl 
= döschen „dreschen“. 
Daschcndook (dasndög) m. u. n., zu 
weilen für Taschendook (s. d.), das sonst 
Snuuvdook heißt. 
Dass (das) m. „Dachs“ s. d. 
Dassel (dasl) m. „Kopf“. Nur in den 
Vbdgen kriggst een an'n D. und ik ggf di 
een an'n D. Neum. Kiel. Vgl. Dgts, Dgs- 
kopp. 
(lasten (dasn) sw. v. „tasten“; s. tasten, 
wi mgt de Hühner mal d. „abtasten“, um 
festzustellen, ob sie bald ein Ei legen wer 
den (Eckf.). Dafür meist beföhlen. 
dat (dad), dät vereinz. in Sschl. (Erfde, 
Hollingstedt 1850, Struxdorf 1850, s. det). 
1. „das“, bestimmter Artikel des Neutr. (d. 
wird nach Praep. fast immer zu ’t: int, op’t 
usw.; auch sonst zuw'eilen: he will’t Pgrd 
verköpen, ’t Meiste fallt bito; s. u. 3 sowie 
at). Ober den Genetiv und die Plural 
formen s. de. Alte Dativformen kommen 
noch recht häufig vor: he gung ut den Huus, 
he sitt op'n Dack, lo’n wgnigsten, an ghrsten; 
solche Formen haben vielleicht bei einigen 
Wörtern Übergang zum männl. Geschlecht 
veranlaßt (vgl. Been, Moor). In ursprüngl. 
Gestalt erscheint der Dat. noch in der Wen 
dung dat is ni an dgm. In der Regel ist 
der Dat. mit dem Nom.-Akk. zsgefallen: dat 
Mäten hett dal Kind dat Book schenkt; vgl. 
de. — In manchen Fällen haben plattd. 
Wörter ein anderes Geschlecht als ihre hd. 
Entsprechungen. Die meisten dieser Wörter 
zeigen im Hd. männl., etwas seltener weibl., 
im Plattd. sächliches Geschlecht: andere Ab 
weichungen, z. B. daß dem Neutr. im Hd. 
ein Masc. oder Fern, im Plattd. entspricht (vgl- 
Band, Dook, sowie Kantüffel, Bgr, Plumm,
	        
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