Full text: (Erster Band)

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brunsen — Bruus 
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immer: rui Brunsbüttel! na Brunsbüttel! s. 
Balje. Ein Brunsbüttler soll den Dieben 
nachgerufen haben: Van nu an schälen gy 
sulves verklären, wer tom hilligen Deenst ju 
heft erlcaren: bet de Kedinger ehr Land 
ünner Water sehn un int Kedinger Land de 
Bitmarschen lehn, schälen gy jammern un 
z agen, schälen gy stöhnen un klagen: na 
Brunsbüttel! no, Brunsbüttel! Vgl. Mhff.“ 
Nr. 166. Aus dem Lied des Schuhmacher- 
gesellen: un bi B. is en Waterpool, för de 
Bräuleins ok en hoge School um 1855. Bruns 
büttler Haben drifft baben, Brunsbüttler 
Koog drifft hoch um 1860. Brunsbüttler wind 
beißt in Burg (Sdtm.) der Südwestwind. 
brunsen (brunzn) sw. v. „brünstig sein“ 
von der Sau. Wm.; s. brusen. 
Brunsilgen, Brunsilln „Brasilien“ Dtm. 
(Groth 1, 156. 2, 181). 
Brunsilk „Basilienkraut“ s. bei bruun. 
Brunswik (brunsvig) das Herzogtum 
Braunschweig. Trinklied: de Hertog von 
B- de harr en ool Pgrd, dat harr en fule 
nute, op een Oog wgr't blind, dat anner 
ganz ute, suup ule, suup ute! Holst. 1840; 
andere Fassung bei Kock, Schwansen 2 
.' ii°■ Brunswiker IFwss „Blutwurst Kh„ 
Scherz auch für ein langes, dickes 
Schiffstau. Holst. 1860. 
Brusch (brüh) m. „Knorpel“, „sehniges 
ieisch“ Ang. (aus dän. Brüsk), s. Gnuusch. 
r u s c h i g adj. „knorpelig“ Ang. 
bruscheern adj. „von guter gesunder 
Farbe“ p r b. 1800 (nach Sch. 3, 332). 
brusen (brüzn) sw. v. „brausen“, dat 
buff bruust; de Wind bruust un suust. dat 
Beer f U ng an to b. im Verwunderungslied. 
e Putt bruust gwer „kocht über“, de Erd- 
? r n bruust „breiten sich aus“, „gedeihen 
Snt“ Kiel 1800. de Voss bruust dass, wie 
ruul (s. bruen) Dtm. Hü. PL. de Sgg 
ruust „ist brünstig“ Wm. Dtm. Eid. Stap. 
0,111 ; vgl. Bronn, he bruust de Nacht dörch 
vom Nachtschwärmer. s Schw. Auch trans. de 
omen b. „begießen“ (s. Bruus). dat Haar 
oVbrusen „emporstreichen“ Dtm. Über das 
artenspiel Brusen s. Bruus u. Bruusbart. 
° ' Bruus, bruuschen. 
brusig (brwzi) adj. „aufbrausend“, „auf- 
ftCregt ‘ Kk. „brünstig“ vom Schwein. Üters. 
°rdfr. 5, un mus ig >( sehr munter“ Ang. 
Wetter „stürmisch“ Itz. 
brussen (brusn) sw. v. „brünstig sein“ 
Von |Bchwein. Dtm., s. brusen. 
Brust die lioehd. Form für Bost ist in 
n ?L u. Flensb. allg. üblich. 
r ^ ru « (brud) u. Brott (brod) f. u. n. 
G>torm.) „Brut“, de Hghn hett vgl B.; bes. 
°n Bienen: de Imm riet all B. ut „beseitigen 
le Drohnen“ Pbg. Brott-ruum m. „Brut 
raum“, der Baum im Bienenkorb, der von 
der Königin mit Eiern bestiftet wird. 
bruttig (brudi) u. brottig (bro di) auch 
b r ü 11 i g (Hohn) adj. „schwül“, „brütend 
warm“, bes. von der Luft vorm Gewitter; 
auch bruttiwarm und bruttwarm; Bruttluft, 
Brutthitt. Synonyma: lurig, lummerig, be- 
klummt, stickenwarm, stekenhitt. — Vereinz. 
wird b. auch in derselben Bdtg. gebraucht 
wie sonst brott (s. d.) „kurz angebunden“, 
„grob“, „keck“, „selbstbewußt“ Ang. Storm. 
bruttsch (brudi) adj. „rotglänzend“, 
von der Gesichtsfarbe des Säufers. Bredstedt. 
Vgl. bramsig. 
Bruuk „Brauch“ s. bmlcen. 
bruun (brün) adj. „braun“, so b. as'n 
Tater, as Torf. Stall vull brune Pgr im 
Bätsel s. Backaben S. 201. se hebbt em b. 
un blau singen. Als Aprilscherz werden die 
Kinder in die Apotheke geschickt, um för’n 
Groschen Bruununblausladrup zu holen; s. 
April. Mutter Bruun ist „die Kaffekanne“ 
Ang. (auch dat ool Ilghn s. Hghn). b. Semp 
„Ackersenf“ Sinapis arvensis. Fehm., s. 
Semp. b. Kohl „Braunkohl“, b. Koken 
„braune Kuchen“, Weilinachtsgebäck; der 
Weizenmehlteig wird mit Sirup oder sel 
tener mit Honig gesüßt, b. Sucker „Kandis 
zucker“. Subst. de Brune 1. „braunes 
Pferd“. Spottreim s. bei Bless S. 382. 
Scherzh. giff mi’n Schimmel un'n Brunen 
„Kümmel und Bier“ Eid. 'n Bruunbless 
„braunes Pferd mit Mess“ (s. d.) Eid. 2. „das 
spanische Kohr“. Drohung: sali ik mit den 
Brunen op di kamen? Holst. 1800; ausgest. 
— Zssetzungen: Bruun-beer n. das in 
der Hausbrauerei hergestellte, stark schäu 
mende, alkoholarme Bier (s. bruen); jetzt 
im Ggs. zu dem stark eingebrauten „bairi 
schen“ Bier. —kohl m. „Braunkohl“; im 
Bätsel: dor seel mal'n Fru achter de Tuun 
un beseeg gr Bruun, se dach in gr Sinn, 
harr’k man een dicken fetten dorin die 
Frau besah ihren Braunkohl im Garten und 
wünschte sich ein Stück Speck zu einer 
Mahlzeit Kohl (Schw.). — rood n. „rote 
in Buttermilch ausgerührte Farberde, mit der 
man das Holzwerk der Bauernhäuser be 
strich“ Schw. (abst.). —silk, —silken 
n. „Basilienkraut“, Ocimum Basilicum L. 
Sch. 1, 170. Wm.; jetzt Brumsilk (Heim. 3, 
42). Brunsillenspön „Späne, zum Färben 
gebraucht“ Wm. Brunbewenken volkstüml. 
Bezeichn, für „Königssalbe“ (Basilicum) 
Fehm. Vgl. Beweten. 
Bruus (brüüz) u. Bruß (brüs) f. 
„Brause“. 1. der durchlöcherte Aufsatz an 
der Bohre der Gießkanne (auch diese selbst). 
2. die durch Stoß, Schlag oder Fall erzeugte 
Anschwellung oder Beule, namentl. am Kopf,
	        
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