Full text: (Erster Band)

519 
Brie — Brigg 
520 
heißt auch Brickenspgl FL. 5. beim Licht 
stippen (s. d.) die Holzscheibe, an deren 
Unterseite sich die Haken zum Einhängen 
der Dochte befinden. Schw. Zsstzg. Bricken- 
lcopp Kuhname. Plön. 
Brie (bri), Bree (Oh. Fehm. FL.), 
Brei (ffm.), im Wiegenlied Breia (eija 
poleia kaakt mien Kind en B. Holst. 1840) 
m. „Brei“, bes. „dickgekochte Grütze“ (Dtm. 
1755 Eid. 1795), mit einem Stück Butter s. 
Botter, wo auch andere Belege. Beer un B. 
früher beliebtes ländliches Morgen- und 
Abendessen. Ostenfeld. Brie oder ik schrie! 
Holst. 1840. B. is de Kinner alltied nie 
Holst. 1840. B. kalcen un an de Wand 
smieten un denn aflicken, dat is wat für 
ole Lüd, de keen Tehn mghr liebbt Fehm. 
Bauernregel: Petersdag-Brie bi Dag „am 
22. Februar kann man das Abendessen schon 
bei Tageslicht einnehmen“ Schlesw. he hett 
ivull’n Hals B. to gten, man ni to singen 
vom schlechten Sänger. Sdtm. Auf die Frage 
des Lehrers: „wer kann mir etwas vom 
Kolibri sagen?“ antwortete ein Junge: wi et 
jeden Abend kole Brie Hus. he süht ut, as 
toenn he mit de Höhner vun B. gten harr 
„voll Schmutz um Nase und Mund“, „mit 
Speiseresten beschmiert“ Wm. he spricht, 
as harr he B. in’t Muul „undeutlich“ Holst. 
1840, „nimmt den Mund zu voll“ (Sch. 1, 
148). he is en rechte Fall (Graps) in de 
Brie „plump“, „tölpelhaft“, he geit dor Um 
rum as de Katt üm den hüten B. wie im 
ILd. he fallt allerwggens bi as de Katt bi’n 
B. „naschhaft“ Dtm. he fallt bi’t Elen as 
de Flegen bi’n B. „gierig" Dtm. he geit 
darop los as de Katt op den hüten B. „über 
stürzt“ Dtm. he lickt ut as'n Half bi’n 
liitten B. Dtm. de den B. anrghrt, mutt em 
gten. wenn’t B. regent, hebbt wi keen 
Lepel (Sleef) vom Verpassen günstiger Ge 
legenheiten. dal rggent B. „sehr heftig“ 
Holst. 1800. em is'n düchtigen Kladden in 
B. füllen „hat eine reiche Erbschaft ge 
macht“ Dtm. he kaakt er in een Ohr Grütt, 
in dat anner Ohr B. Fehm. he hett B. in 
Brggen „dumm“ Schlesw. he hett in den B. 
daan „dummes Zeug gemacht“ Sch. 1, 149. 
ik hau di to B. Drohung. — Die Schwalbe 
läßt man sagen: ik un Peter Nickels, Peter 
Nickels un ik gten Schaapmelk un Bri-i-i!“ 
Eid. Neckreim: Marie, Marie stgk Botter 
in B. Text des alten Stapelholmer Braut - 
tanzes: Moder, de Brie brennt an, is dor 
keen Geld (keen Botter) mehr in’n Bann? 
Rghr de Brie um un dum, dat de Botter na 
haben kummt, Moder de Brie de brennt, 
Brie de brennt an. Vgl. auch Bohn. — 
Zssetzungen: Brie-fatt n. „Breifaß“. 
ivenn’n Unglück hemm schall, brickt'n den 
Finger in B. af Nordfr. Abzählreim: ulen 
dulen duss, Stück von ole Wuss, Stück vun 
ole B. dat is ole wat Holst. 1840. Kinder 
lieder s. bei AB S. 10. — frfter m. „Brei 
fresser“, scherzhafte Schelte. Petersdag 
kaamt de Briefrcters in’t Land am 22. Febr. 
gehen die Dienstjungen zu. Holst. 1840. 
— n a 11 n. „saure Milch, in die Gersten 
graupen gekocht werden“, früher die täg 
liche Gesindespeise. Eid. (1795). Brienatt- 
fatt das Faß, in dem die geronnene Milch 
den Sommer über aufbewahrt und das immer 
nachgefüllt wurde; vgl. Bart. — t i e d f. 
s. Bett-tied. 
Briemer (brima), vereinz. Briemert 
Hus. m. „Draufgänger“, „Treiber“, bes. von 
Jungen gesagt. Eid. Hus. Stap. — bricmsch 
(brims) adj., in Schlesw. u. Dtm. viel ge 
braucht, südl. der Eider nur vereinzelt im 
Kreise Kdsbg., im übrigen Holst, unbekannt. 
Die Bedeutung schillert ähnlich wie bei 
bramsig. 1. „verwegen", „draufgängerisch“. 
he is’n briemsclien Kgrl, vör'n Düwel ni 
bang, he süht so b. ut „unternehmend“, als 
ob er etwas Großes vorhätte, „übermütig“ 
namentl. von Knaben und jungen Leuten 
gesagt; vgl. Briemer. he geit dor b. up los 
„forsch“, aber auch „sinnlos“, „in blinder 
Wut“, von Tieren gesagt, die verwildert sind 
und sich nicht greifen lassen wollen: de Oss 
is b. 2. „wütend“, „zornig“, „leicht gereizt", 
„unfreundlich“, „mürrisch“, „finster“, auch 
vom Wetter: dal is en briemsche Werrer 
„stürmisch“, „rauh“ Pellw. Vgl. grantig, 
gritzig, gnadderig u. ähnl. 3. „unverschämt“, 
„frech“, „dummdreist“, mehr im Osten üb 
lich: Ang. Schw. Eckf. Rdsbg. 
Bries (bris) f. „Brise“, „frischer See 
wind“. dor steit'n Barg B. Ellerb. Vbm. 
briesen: dat briest siecht „ist kein rechter 
Wind“ Dtm. 1860. 
Briet (brid) m. „roher Geselle“, „Stro 
mer“, „Kowdie“, von Hamburg aus nach 
Holst., namentl. in die größeren Städte ge 
drungenes Wort, bes. als Bezeichn, für die 
„Halbstarken“. Wohl aus franz. brüte 
„brutal“, „roh“ in der Franzosenzeit entlehnt. 
Brigade-slölel in der Soldatenspr. (1915) 
= Bielbick (s. d.). 
Brigg 1 (brig) f. „Zweimaster“ See- 
mannsspr., vgl. Sch. 2, 13. Tanzlied: ik 
maak mal ut Mudder gm Neihkasten en B-, 
dat Ding dat wgr leck un harr nich rech 
Schick, dideralalala, dideralalala, dat Ding 
wgr leck un harr nich rech Schick Hlghf- 
Brigg 2 (brig u. brig) m. „vierräderiger 
Wagen mit Seitensitzen“, „Break“, wohl in 
Anschluß an Brigg 1 aus dem englischen 
Wort entstellt; auch verdeutlicht: Brigg 
wagen Tritt.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.