Full text: (Erster Band)

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Brems — brennsch 
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152). ik bün keen Bremer „lasse mir nichts 
aufbinden“, „bin nicht leichtgläubig“, so old 
as de Bremer Wohld, vgl. Mhff. 2 Kr. 494, 1. 
Brems f. „die große Stechfliege“, 
„Dasselfliege" (s. Broms), die das Birsen 
(s. d.) der Kühe verursacht; daher he hett 
mi en B. sett „mich in Erregung versetzt“ 
Schönkirchen (Kiel). In Eid. auch „Wespe“. 
bremsig (brcmzi) adj. „erhitzt“ (bes. 
vom Alkohol), „sonnenverbrannt“, „frisch, 
gerötet von der Seeluft“ Rdsbg. Ang. Ellerb.; 
vgl. bramsig. 
Brenkel (breragl) u. Brinkei m. (De 
minutiv zu mnd. brink, s. Brinlc) „der Rand 
(Damm) zwischen 2 Moorkulen" Dtm. 
Brenn fbren) f. nur in der Vbdg. he liggt 
mi ümmer op de B. „fällt mir durch häufige 
Besuche lästig“, „mißbraucht die Gastfreund 
schaft“ Hü. Schw. 
brennen (bren) u. brinnen sw. v. „bren 
nen“ ; praet. ik brenn, part. brennt. 1. intr. 
dat Licht brennt, as wenn't för’n Boden is 
„schwach“. Sammelholt brennt ok „man soll 
auch das Kleine achten“ Tritt, dat is noch 
ümmer so wgn, wenn dat Bims brennt, weet 
nüms, keen’t daan hett Prb. dar mach lewer 
en Huus in Hamburg b. sagt man, wenn man 
etwas aus seinem Glase verschüttet, die 
Kaffeetasse umwirft oder dgl. Ang. as de 
Elw b. dee, kernen de Buum mit Stroh un 
wullen löschen Holst. 1840; vgl. Anno S. 137. 
Rätsel: steit en Busch un brennt un brennt 
ni up (Brennessel), he is so mager (holten 
Schw.), he kann b. Eiligen wird zugerufen: 
wongm brennt dat ?, sie antworten: nem dat 
Für is. wat man nich belpvt, wenn man 
oold ward, sä de Hex, dor schull se b. em 
brennt de Eer (Erde) ünner de Föt vom Un 
geduldigen. Wm. em brennt de Mgrs „er 
kann nicht still sitzen“, „unruhig u. un 
geduldig“ Schw. de Trill brennt heißt es 
beim Trillspiel (s. d.), wenn die heranrollende 
Scheibe senkrecht stehen bleibt und nun von 
der Gegenpartei mit dem Schlagholz zurück 
getrieben werden darf (vgl. Stahtrill) Ang. 
dat brennt oder du brennst rufen die Mit 
spieler der „Blindekuh“ zu, wenn sie Gefahr 
läuft, an einen Gegenstand zu stoßen, oder 
wenn ein Suchender in die Nähe eines ver 
steckten Gegenstandes kommt; auch Für, 
Für, dat Holt dat brennt Pbg. Slockverstek 
(s. d.), dat Für dat brennt Wandsb.; wird 
ein zusammengeknotetes Taschentuch ver 
steckt, so heißt es bei Annäherung des 
Suchenden de Knutt de brennt Dw. Prb. 
Beim Marmelspiel: he brennt, wenn ein Mar 
mel den anderen beinahe berührt. Von der 
Brandung heißt es: kiek, ivor dat dor brennt. 
— brennen Leev „brennende Liebe“, Silene 
babylonica. Hü. Storm., auch Lychnis chal- 
cedonica; vgl. Brandklusternggel. — 2. trans. 
he hett nix to bieten un to b. „ist sehr arm“ 
Ang. wat di nich brennt, dat blaas ok nich 
Eid. oder dat dörfst (bruukst) du nich kohlen 
Holst. 1840 (löschen Schw.). dor brenn he 
sien Nipp (Schnabel) von einem Vorlauten 
oder Voreiligen. Ang. mi brennt de Stell, 
wo ik stah „ungeduldig“. Schw. se siind all 
mit een Isen brennt „einer ist wie der an 
dere“, „über einen Leisten geschlagen“ Mh. 
Wm. Eid. de is up beide Ohren (oder twee- 
mal) brennt „gerissen“, „schlau“, „durch Er 
fahrung gewitzigt“ Ang. Schw. Hü. Oh. 
schall ik em mal en mit'n Steen b.? „werfen, 
daß er brennenden Schmerz empfindet“ 
Hohn; überh. „werfen“, „treffen“: he brenn 
op'n Knoop „traf genau“ Lbg. — 3. refl. 
wenn dat Kind sik eenmal brennt hett, schall 
et sik dat twete Mal wull in Acht nghmen 
Schlesw. he heit sik brennt „ist angelaufen“, 
„mit Schaden davongekommen“ (bes. von 
Geschlechtskrankheiten) Schw. de mit de 
Hand in de Netleln grippt, mutt sik ni 
wunnern, wenn he sik brennt Plön. — 
Komposita: af-, an-, dör-, opbrennen. — 
Subst. Brenner m. „Branntweinbrenner“, oft 
zugleich Bierbrauer. Precsters Kinner un 
Brenners Köh, wenn de gedeiht, is godes 
Veeh Holst. 1840. de Brenner heißen die 
letzten 6 Karten beim Kartensp. Muuschkatt 
(s. d.) Mh., auch der „Skat“ beim Schaaps- 
kopp (s. d.) Hohn. 
Brcnn-aben (brengm) m. „Brennofen“ 
der Töpfer. — i s e n n. das Eisen, .mit dem 
der Schuster die Schnittseiten der Sohle aus- 
putzt oder brennt. Dtm. — k g t e 1 m- 
„Brennkessel“, he hett'n Nes as de Helm 
vun B. Holst. 1800. — nettel f. „Brenn 
nessel“ Urtica urens (lütte, kruse B.) und 
dioica (grole B.); s. Nettel. dat Kruut kenn 
ik, sä de Düivel un sett sik in de B. Tee 
von der krausen Nessel dient als Heilmittel 
gegen Nesselsucht; die Blätter wendet man 
zum Beräuchern der Bellroos (s. d.) an. Dtm. 
Rätsel von der Brennessel s. Bäcker S. 213. 
Brennneltelbusch in dem Märchen „Jungfer 
Maleen“ s. Mhff. 2 Nr. 597. —snott m- 
scherzh. Bez. für „Qualle“ („Brennschleim“) 
Flensb. — snuut f. „Gerieht, das sich 
lange heiß hält“, sodaß man sich leicht den 
Mund verbrennt, z. B. Kartoffelsuppe mit 
Reis, Milchsuppe mit Grütze (s. Welling) 
Ang. Schw. Hus. Welling is'n brennsnuti 
Eten Ndtm. — water n. „kochendes Was 
ser, das über die Wäsche gegossen wird, 
damit die Lauge herauszieht“ Lbg. 
brennsch (brenh) adj. „brünstig“, de 
Säg is b. Ang. s. brgmsch.
	        
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