Full text: A bis E (Erster Band)

börnen —.bös 
488 
487 
in Klaustorf (Oldbg.), Koppel bei Bendorf 
(Hadem.), Böhren Rendswühren (Bornhöv.), 
Börnsteen Todendorf (Fehm.), Börnswisch 
Kl. Vollsted (Nort.), Börentwedt Grünholz 
(Schw.), Börndiek oder Bärenteich Schwar 
zenbek (Lbg.). — börnen (bean), börmen 
(Lbg. FL. Kiel Ang. Hus.), börnen (Schw. 
Dw.), börnen (Ndtm.), borden (Mh. 
Oh.), b ö r r e n (Sch. 1, 135), b p r e n 
(Neurn.) sw. v. „tränken“, hesst du de Köh 
(Pgr) all börnt (bört Neurn. j 1 vgl. watern. 
wi wollt man en bittjen b. sagt der Postillon, 
wenn er die Pferde bei jeder Kneipe tränkt, 
nur um selbst Schnaps trinken zu können. 
Holst. 1800 (Sch. 1, 135). Bes. von Käl 
bern: „Milch zu trinken geben“ und dann 
gradezu: Kalwer (groot, fett) b. „aufziehen“, 
„mästen“; s. anbörnen. Daher he is good 
(he süht ut as Schw.) ut de Melk börnt von 
einem kräftigen, blühenden Kinde oder Men 
schen (Sgbg. Kiel). Spottreim: Jörn, 
schasst de Kalwer b. Büsum (seit.). Aber 
glaube : Am Maitag-Morgen will niemand als 
erster sein Vieh in dem Teich börnen (Holst. 
Lbg.) s. Jb. f. Ldk. 4, 179. — Zsstzgen (s. 
auch Born 2 )-. Börn-ammer n. „Tränk 
eimer“. — graben m. „großer Graben“, 
„Hofgraben“, in dem das Vieh getränkt wird. 
Kudensee (Win.). —kuul f. und Börm- 
(Rdsbg.), Börden- (Innien) lock n„ 
meist Börn-stpd, —stell f. „Tränk 
stelle auf der Weide“; s. Börn. Börn- 
stegg n., — stieg m. (Pellw.) „Weg, der 
zur Tränke führt“ Fehm.; —sieg Straßen 
name in Burg a. Fehm. Börn-, Börm- 
(Rdsbg.), Börden- (Innien) trog m. 
„Trog neben dem Brunnen oder der Pumpe 
zum Tränken des Viehs“. — börnig (be ani) 
Bgth. Kk. Fehm., b ö r m i g (Rdsbg.), hor 
nig (Itz. Hohenw. Lbg.), b o r n t i g 
(Ndtm.), bormig (Holst.) adj. (zu Born 2 ) 
„quellig“, „reich an Grundwasser“ vom Land, 
und daher auch „feuehtgründig“, „sumpfig“ 
von Wiesen, dat is dor so’n börnigen Grund 
op de Wisch. Vgl. auch bormen. — 
Börnsch (baani), Bornsch, Börnersch 
(Dtm.), Börndelsch (Stap.) n. „Vieh 
tränke auf der Weide“; s. Börn. Verdeut 
licht Bornsch -stpd f. Dtm. 1856. 
Börs 1 (beas) f. „Börse“. Volkstüml. nur 
in der Vbdg. B. hooln oder afhooln (s. d.) 
„ein Plauderstündchen (en lütten Iilgntj) ab- 
halten“ nach Feierabend namentl. im Krug 
und in der Schusterstube. Vgl. Groth 1, 37. 
Börs 2 (beas), Böß (bös) Hohn (auch 
dat böse Stück Ang. s. bös 1 1) f. „Bauch 
speicheldrüse“, „Pankreas“ Hü. (1850) 
Ndtm.; vgl. Slott. Die B. vom Schwein wird 
gewöhnlich fortgeworfen, zuweilen wird sie 
aber mit der Milz bezw. dem Bregen zu 
sammen gebraten und gilt dann als besond- 
derer Leckerbissen bei der Slachtcrköst. In 
Wm. ist B. ein Teil des Kuhmagens. Aber 
glaube: Aus der Böß kommen die bösen, aus 
der Milt („Milz“) die milden (guten) Ge 
danken (Hohn). 
Borst, börsten s. Böst, bösten. 
Bört s. Bohrt. B ö r t e 1 s. Bertel. 
börtig (bö'adi, bg-adi, byadi), börig 
(Sch. 1, 54) adj. „gebürtig“, he is b. ut Kiel; 
gebräuchlicher: he hqrt in Kiel to Huus. 
Vgl. baren. 
Börtjen (beadzn), Börten (FL.) pl. 
Börtjens, n, „Lätzchen“, das man den 
kleinen Kindern beim Essen vorbindet; vgl. 
Böten, Buschen. Verdeutlicht: Kladder-, 
Klacker-, Slabb-, Slacker-B. B. wurde auch 
eine Art Anisgebäck genannt, das es an den 
Markttagen und zu Fastnacht gab (Dtm. 
ausgest.). 
bös 1 (bös) „böse“. 1. Adj. „schlimm“, 
„arg“; vgl. arg. mien Finger is b. „ent 
zündet“; vgl. Bös-sghr. dat is’n bösen 
Kraam „üble Geschichte“, dat is ja’n b. 
Stück Arbeit „sehr schwer“, „schwierig". 
dat is'n böse Küll „grimmige Kälte“, du 
büst ja’n bösen Briet (Kerl) „ein ganz 
schlimmer Mensch“, „ein Ausbund“, doch 
auch „ein Allerweltskerl“; vgl. Baas, dat 
böse Stück = Börs 2 (s. d.). böse Blöme 
„Saat-Wucherblume“ Chrysantemum segetum 
(Ang.); s. Wokerbloom. Am häufigsten von 
der Gemütsbewegung: „erzürnt“, „zornig“, 
in Vbdg. mit warm, wesen, maken; vgl. 
dull. laat dat na, ans warr (bliev Ang.) 
ik b. maak mi ni frst b. „reize mich nicht 
zum Zorn“, he is b. (fei b. Ang., so b. as 
Hans Witt sien Ganner Aschebg.). sien Fro 
is so b., man schall de Hände dabi warmen 
Schlesw. 1840. Bei Kindern meist „leicht 
beleidigt“, „maulend“, „launisch“: maak man 
ni fgrts so'n böse Snuut. du musst solang 
b. sien, bit du werrer good büst Holst. 1840. 
Wenn beim Spiel ein Kind sich benachteiligt 
fühlt und sich grollend oder schmollend 
zurückzieht oder wenn es aus irgend einem 
(nichtigen) Anlaß mault, so hänselt man es 
mit den Reimen: büst (mi) b., gah na 
(mank) de Gös mit Zusätzen: büst guud, 
gah na de Bruut (kriggst een an de Snuut 
Hohn) (FL. Hohn) oder büst mi good, kumm 
up'n Schoot (Neum.) oder büst du quaad, 
gah mank de Schaap (Sch. 3, 253) oder büst 
dull, gah na de Bull (Hohn Viöl, weiter fort- 
geführt: de patt di up Foot, denn büst mi 
weiter good Innien) oder denn paut de 
Ganner di op Foot, un du warrst mi werrer 
good (Heikendf.) oder perr den Ganner op 
den Foot, büst (warrst) mi wedder good (Plön 
Üters.). büst du b., kruup in den Kees, büst
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.