Full text: (Erster Band)

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bleustem — Blick 
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(Groth 3, 214). Auch vom Himmel: de 
He wen is so b. Wm. Auch in der Form 
bleusterlich Wm. Vgl. Blass. 
bleustem (bloisdan) sw. v. „rot glän 
zen“, „aufflammen“, „hoch aufleuchten“ 
(Kremp. 1797). ein bleustert de Backen 
otier he bleustert „sein Gesicht glüht“ (im 
Fieber oder vom Trinken) Schw. Mh. Wm. 
Dtm., vgl. blüsen, blähen, dat Abendrood 
bleustert Bokel. Wenn das Morgenrot bleu 
stert, gibt es Hegen. Neum. Kollm. Vgl. 
bleistern und Blass. 
bli s. blied. 
Bliant (bli-and), auch entstellt zu 
Bli am (Ndtm.) und Bliats, Bliass 
(Sdtm.) m. „Bleistift“, aus dän. Blyant 
„Graphit“, „Bleiglanz“, Blyantspenn „Blei 
stift“, früher in Ang. Nordfr. (Viöl), Hü. 
allg. gebräuchlich, vereinzelt in Schw. („der 
große flache Bleistift der Zimmerer u. Tisch 
ler“ Wm. und Dtm. (z. B. Groth 3, 108), 
jetzt überall abst. und durch Bliefeller oder 
Bliesticken ersetzt. In der Wm. (wo Blei 
für Blie gesprochen wurde) war früher eine 
Form Bleiatsticken bekannt (1850). — Bin 
anderes Bliant (aus franz. bliaul) „mit Gold 
durchwehter Seidenstoff“ kommt bis ins 17. 
Jh. vor, ist dann ausgestorben. 
Bliats, Bliaß s. Bliant. 
Blick 1 (blig) m. „Blick“ (eigentl. 
„ Glanz“, „Strahl“; vgl. Blick 2 , blicken), 
dat heff ik so in B. „kann ich nach Augen 
maß bestimmen“, kiek mi nich so an, ik 
kunn noch'n Lock in Kopp kriegen vun dien 
Schärpen B. (Sh. he hett sun schuulschen 
B. „hinterlistig“. Der „böse Blick“ spielt 
im Aberglauben eine große Rolle, namentl. 
schiebt man ihm die ‘Schuld zu, wenn man 
nicht abbuttern kann und wenn das Vieh 
nicht fressen will. 
Blick 2 (blig) n. „Blech“ (eig. „Glanz“, 
s. Blick 1 ), en holsteenschen (dithmarscher) 
Magen is inwennig mit B. beslagcn Kdsbg. 
Börmerkoog. Vgl. Gold-, Isen-, Koken-, 
Küpper-, Mischenblick. — Adj. blickern 
(bligan) u. blicken, blecken „aus Blech". 
b. Kasten, Kann, Doos usw. Zu einem 
Wort verschmolzen: Blickernbüss f. „Bo 
tanisiertrommel“ Ndtm., scherzh. für Apo 
theker (Groth 1, 91). Blicken-slpger, 
selten Bliclcslgger (Eid.) m. früher allg., jetzt 
abst. u. meist nur mehr scherzh. „Klemp 
ner“. 1735 erscheint in Üters. unter den 
Handwerkern 1 Blickenschläger, 1794 in 
Travental 1 Bleckenschläger. Vgl. Blick- 
schooster, —smidt. Blickenslgger-dütsch n. 
„Missingsch", he harr sik op sien Beisen 
en beten vun Berlinsch B. opsammelt, wat 
Handwarksbursehen do gern mit to Huus 
brächen un mank uns Hgkers un Kramers 
als Hochdütsch utgeben (Groth 3, 51) Dtm. 
— Blick-kist f. „Blechkiste“, namentl. 
zum Aufbewahren von Backwerk. Dtm. 
— pieper u. — pußer m. „Blechbläser“, 
„Trompeter“; vgl. —tuter. —quarr f. 
„Blechtrompete“ Storm. — sch^r f. 
„Blechschere“, Werkzeug der Schmiede. 
— schooster m. „Klempner“, selten; vgl. 
Blickensieger, Blicksmidt; in der Soldaten- 
spr. „Blechmusikant“ (1900). —smidt m. 
„Klempner“, s. —schooster u. Blickensieger. 
— tuter m. „Hornist“ Soldatenspr.; vgl. 
—pieper, —pußer, —schooster. 
Blick 3 (blig, auch blig), Bleck (bieg) 
Dtm. Fehm., B1 $ k (bieg) und (selten) 
Bleek (bieg) n.; die Formen lassen sich 
örtlich nicht genau scheiden, bes. Blick und 
Blfk gehen durcheinander u. werden z. T. 
von denselben Personen nebeneinander ge 
braucht ; im ganzen überwiegt durchaus 
Blick, namentl. in der Bdtg. unter 2. 1. ein 
(meist eingefriedigtes, abgeschlossenes) 
Stück Land, ein Fleck Erde, ein kleiner 
Raum“ (schon ein lat. Vokabular von 1419 
übersetzt spatiolum mit blek); ik hefßn 
lütt Blick up mien Koppel mit Flass beseit 
Rdsbg. dor is ’n lütt B. dor is Ahl (s. d.) 
ünner Rdsbg. dat is'n schön B. Ilawern; 
bes. das Grasland in der Nähe des Hauses 
(vgl. Toft Schlesw.) vgl. Bleek; auch ein 
Stück Gartenland. Bramst.; ein Stück Moor 
land (Wellsee); ein freier Platz im Wald 
(Bramst.); Buschblick eine mit Busch be 
wachsene Stelle, vgl. Mhff. 2 Nr. 540. dat 
Iiarkblick heißt in Krempe der Ortsteil bei 
der Kirche. — 2. „das Beet im Garten“; 
sing, überwiegend Blick, plur. Blgk, Blpker 
(FL. Prb.), Blicks (Rdsbg.), Blicken (Itz.), 
Blieken (Hohn). Blick in'n Kohlhof Kremp. 
1797. ’n B. mit Arfen, ’n B. Wöddeln und 
als Grundwort in Arfen-, Blomen-, Kohl-, 
Kruut-blick u. a. Rätsel: ik weet ’n Bett 
vull rode Swestern, de hebbt all'n grönen 
Busch up’n Kopp. Dat is’n Blick mit Wud- 
deln (Wurzeln, Möhren) Wm. Synonyma: 
Beet, Bett, Jahrt, Brink, Stück. — 3. früher 
sehr oft in der Bdtg. „Flecken“, „Ort“, 
„Stadt“; in Urkunden des 14.—16. Jh. werden 
z. B. Husum, Neumünster, Lütjenburg, Sege- 
berg, Preetz, Heide, Kappeln, Schwabstedt, 
Lunden sehr häufig als bleck oder blick be 
zeichnet ; noch jetzt: he wahnl in’t Blick 
„im Ort“ im Ggs. zu den außerhalb des 
Dorfes Wohnenden. Neukirchen (Hlghf.). So 
auch wohl in der Ra., mit der sich die Jun 
gen beim Schneeballen ärgern: de Herrn in't 
Blick un dat gemene Volk op de anner Sied 
de Brügg Bramst. Als Blickgraben wird 
der Graben um den Ort bezeichnet (Berge- 
dorf). — 4. in Flurnamen blick und blek
	        
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