Full text: (Erster Band)

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backen 
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Hus. Seltener: dat Lüdbrüden geil um as 
in Oldeslo dat Backen Kh. Backen un 
Waschen gif ft de reinsten Kann M schl.; 
Gottloff dat wi b. ward, sä jene Fru, denn 
gifft’t fr st mal reine Hann Hohenw. he 
smökt (pafft, qualmt, dam.pt, rookt), as wenn 
en lütt Mann (Lüttmann, en armen Mann, en 
lütt Geestbuur) backt von einem starken 
Raucher (der Backofen armer Leute raucht 
wegen schlechter Feurung besonders stark); 
daher wird backen auch gradezu für 
„Tabak)-rauchen“ gebraucht: he backt as'n 
lütten Mann Kk. dor is noch keen Brood up 
backt „es ist noch ganz neu“ FL. he is man 
half (ni recht, man eenmal) backt, „nicht 
ganz richtig im Kopf“ oder „noch sehr 
unreif“ (Bünsdorf 1850), auch mit dem Zu 
satz un gorni gasselt FL. Nordfr. Hus., vgl. 
wanbacken, man mutt ni ehr (Bannkoken) 
b., fhr man Mehl hett vgl. April. Fru, 
verköp ’t Bett un back Eolcen (vgl. Back 
trog) oder wal he.lt dat denn för Food för't 
Brood, twölf backt un dörtein lehnt von 
leichtsinnigen Leuten. Schw. för mi ward 
gwerall Brood backt „ich finde überall mein 
Auskommen“ Börmerk. för em hebbt se 
dat letzte Brood backt „er wird bald ster 
ben“. egen backt Brood smeckt. am basten. 
Mudder backt Bannkoken un Vadder puckt 
den Band af von einem Leckeren. Prb. wal 
de een ne backt, dat braut (broot) de anner 
„es kommt nichts um“, „alles findet seine 
Verwendung“ Wm. vgl. Bäcker, Backhaus, 
achterna back Eier „zu spät kommen, erst 
Eierkuchen backen wollen, wenn man schon 
auf dem Wagen sitzt und abreisen will“ 
Beinb. (18. Jh.), s. achterna. Abweisungen: 
laat di wat b. gah hin un back di wat. 
ik will di wal b. (auch kacken) tivischen 
Hemd (Hand Ttdsbg.) un Hacken Holst. 
(1840). ik will em mal iveller ’n Pudel 
b. „Streich spielen“ Pelhv. Auf die Frage 
wat is de Klock? antwortet man: Mudder 
backt Supp Ang. Wetter: de ool Hex backt 
Bannkoken „es regnet bei Sonnenschein“. 
— Gebräuche beim Brotbacken: ln den 
Teig wird mit der Hand das Zeichen des 
Kreuzes (oder 3 Kreuze) gedrückt, „damit 
die Hexen und Nachtgeister nicht daran 
können" Ang. Hus. (vgl. Heim. 2, 98); 
dazu murmeln die Frauen: nu dieh (gedeihe) 
as en Lggen int Dorp Hus. oder „im Kamen 
Gottes“ Schw. Nach dem Einschieben des 
Brotes nahm man vor dem Schließen des 
Ofenlochs die Mütze ab (Sgbg.) u. verrich 
tete ein stilles Gebet (Bornh.) oder sprach 
den Backsegen: uns Brood is in Aben, uns 
Herrgott is da baben (s. Aben). Ist das 
Brot abgebacken, so hat die Aufschlägerin 
ihre Seele darin verbacken (Ang.). März 
schnee als Sürwater verhütet das Verschim 
meln des Brotes (Kdsbg.). Vgl. auch Back- 
aben, Brood. — Kinderlieder: schuuv in 
Aben usw. s. Aben. Laternenlieder: de 
Bäcker de backt, de Klock sleit acht, juch- 
handrei und de Bäcker de backt de Semmel 
so lütt, s. Laterne, backe, backe Koken s. 
Aben und Koken. Spottlied: in Kuhrn, in 
K., wer backen will, mutt sürn usw. s. 
Iiühren. Das Quacken der Frösche an 
Sommerabenden deutet man als Marx, M., 
M.l wüllt wi backen, b., b.l ik, ik, ik 
back mit! s. Heim. 13, 103 oder: Marx, 
M., M., woner wullt du b. ? Morg'n, morg’n, 
morg’n! Denn back ik — ik — ik — ok 
FL. — Zssetzungen: af-, dör-, in-, ut-, ver 
backen; vgl. auch wanbacken. Ableitungen 
s. Back 5 , Backeis, Back-aben, —aft, —bf.r, 
—bett, —brett, —dfk, —dook, —fisch, —fru, 
—holt, —huus, —kamer, —kist, —mann, 
—m§lil, •—muH, —müs, —plaat, -—plumm, 
—schuur, —steen, —stuuv, —torf, —trog, 
—waar, —warm. 
backen 2 sw. v. ein körniges Gemenge 
durch Hinzutun von Wasser zu einer festen 
Verbindung machen, aus der das Wasser 
durch Pressen oder Brennen entfernt wird. 
Torf b. s. Torf, Backtorf. Steen b. s. Lehm, 
Backsteen. Kees b.; Neckreim: Andrees, 
back Kees Viöl (1860). Vgl. backern. 
backen 3 , b a c k s e n (s. backsen 3) sw. 
v. 1. intrans. „kleben“, „haften“, de Snee 
backt „läßt sich zu Schneebällen formen“. 
dat backt tosamen as Pick un Tpr „läßt sich 
nicht trennen“ Wm. de Wand backt „ist 
frisch gestrichen“, de Stohl backt an Foot- 
borrn fast wenn geölt ist. he is fastbackt 
„zu bequem, um aufzustehen“, wenn em an 
de Wand smittst, blifft he b. von einem 
Schmutzfinken. Bes. häufig in der Vbdg. 
to b. kamen „bös zu Gange kommen“, „mit 
etw. anlaufen“, eig. wohl vom Pfannkuchen, 
der beim Umwerfen in der Pfanne haften 
bleibt: vgl. Pannkoken. Knepmakers kaamt 
mennimal to b. Bgth. he keem mit sien 
Klookheit to b. Schw. du büst dor ja 
snaaksch bi to b. kamen „es ist dir übel 
gegangen“ Hohn, lewer mit en arme Mann 
to racken as mit en rieke to b. „ich will 
mich lieber an der Seite eines armen, aber 
strebsamen Mannes abplagen als durch die 
Heirat mit einem reichen Taugenichts be 
trogen sein“ Ang. em backt allem in de 
Hann „kann nicht mit der Arbeit fertig 
werden“ Dtm. he kann nix liggen laten, 
wat backt oder em backt trat an de Fingern 
„er stiehlt“, he is b. blcben „ist nicht ver 
setzt worden“ Schülerspr. Dazu: Backen- 
bliewer m. Neckwort für unversetzte Schüler 
(Neum.). — 2. trans. „kleben“; „heften“.
	        
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