Full text: (Erster Band)

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Apengroof — Appel 
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Apengroof f. „kleiner Graben zur Ent 
wässerung“ im Ggs .zu Wettern u. Fleet 
(s. d.) Sdtm. 
Apenkopp s. apen 2. — k ö p p „eine 
Anzahl roter und blauer Blümchen, deren 
Blüten sich bei bevorstehendem Regen 
schließen sollen (z. B. Geranium disseetum), 
werden mit dem gemeinsamen Namen A. 
oder Rggenbloom zusammengefaßt“ (Heim. 
10, 71). 
Apenkraam m. „Affenkram“, na so'n A. 
gah ik ni Kk. 
Apenkroos m. „offener Krug“. Schelte 
für einen Betrunkenen: Kam A. Holst. 
(1840). Aber auch für „Schwätzer“ ge 
braucht: he is richti so'n A. Ang. Dtm. 
apenkiinni adj. „offenkundig“, he teilt 
dat ni a. hemm „nicht unter die Leute ge 
bracht haben“ Wm. Dtm. Mh. 
Apenlock n. Bez. für einen, der die 
Tür hinter sich offen läßt. Wm.; vgl. 
~-mgrs, —stgrt. — m g r s m. 1. wie —lock. 
A., schaß Tomgrs to Fru hemm eine Frau, 
die die Tür immer wieder schließt. Ang. 
2. „Mispel“ Mespilus germanica. Vgl. Aheseh, 
s - —ars, sehr verbreitet. — oog m. Schelte. 
Dtm. — s n a w e 1 m. „Narr“, zweifelhaft, 
°b zu apen oder zu Ap Bgth. 
Apensnuul f., zweideutig wie Apenkopp 
(s. apen 2), „offenes Gesicht“ od. „Affen 
gesicht“ Dtm. Im Verwunderungslied: 
Kuclcuck mit. sien A. keek to Klaas sien 
Finster rut Hus. 
Apen-spill n. „Affenspiel“, ein belieb 
tes Würfelspiel für Kinder, he is mit't (oder 
’at't) A. weglopen „ist heimlich (unter Hinter 
lassung von Schulden) ausgerückt“ Ang. 
Hus. he is ut’t Hamborger A. lopen „hat 
e in häßliches, affenartiges Gesicht“ Wm. 
dat ü dat reine A. „lächerliche Geschichte“, 
wicht der Rede wert. 
Apenstert (sdgad) m. dass, wie —lock, 
~~mgrs 1. 
Apern „.Narreteien“ Reinb. 18. Jh. icat 
** dat vor apern? Zu Ap. 
Aphcw Fata morgana. Westk. (apen 
Heivenf, s. apen 2). 
Apkalt „Affe", s. Ap. 
Aporten (ayg-adn) plur. „Gerüchte“, 
»Klatsch“; veraltet. — d r f g e r m. „Ver 
breiter von Klatschgeschichten“ Itz. (abst.). 
Apostel (apu-sl) m. Wenn der Drache 
hoch in der Luft steht, schickt man „Apostel“ 
hinauf; in die Mitte eines Kartenb’attes wird 
ein rundes Loch geschnitten; ein zweites 
Kartenblatt wird zu einem Rohr zusammen 
gerollt und in das Loch hineingesteckt; diese 
„Apostel" werden auf die Leitleine des Dra 
chens gebracht und vom Wind zum Drachen 
hinaufgetrieben, wällt mal'n A. rupscliicken. 
— p f r d m. „Apostelpferd“, spann dien 
Apostelpgr an „mach dich auf die Beine“ 
(per pedes apostolorum). Wm. (abst.). Sch. 
1, 44. — s a 1 v f. unguentum aeruginis, grön 
A. Eckf. 
Appegeerhuus s. Abbegeerhuus. 
Appel (abl) m. ,„Apfel“; plur. Appeln 
und (selten) Appels (Pbg.). rode, rot- 
strieperte, ggle, riepe, säte, eure, struwe 
(herbe), schrauelige (schrumpelig), rotte, 
drögde, braade Appeln. Sorten: Siepel-, Söt-, 
Prinzen-, Zitronen-, Pannkoken-, Wahr-, 
Jüngfertittschenappel u. a. m. Ein mit schar 
fen (ungeränderten) Courantschillingen ge 
spickter Apfel war die Hauptzierde des 
Weihnachtstellers. Ang. (1860). Ein Apfel 
mit einer hineingedrückten Silbermünze, von 
einem Gevatter unters Kopfkissen gelegt, er 
leichtert einem sterbenden Kinde den Todes 
kampf. Nordfr. Klütfen un Appeln beliebtes 
Gericht. Wm. se sünd bi uns in de A—n 
west „haben Äpfel gestohlen“. Lockmittel: 
kriggst ok'n A. de A—n piept all (an de 
Wuddel) „locken schon, obwohl sie noch 
nicht reif sind, noch garnic-ht blühen“ Ang. 
Sch. 3, 208. dat hüllt noch, wenn de Jungs 
all lang mit dien Knaken na de A—n smiet 
FL. Neckreim der Kinder: wullt du'n AA 
Ja. Stgk’n Finger int Muul (in Mgrs) un 
babbel (grabbel). he hett dat för’n Fi un A. 
krggen „sehr billig“ Eid. he sitt achler'n 
Aben un braad A—n „faulenzt“, he wahrt 
sik in en rotte A. to bieten „ist vorsichtig“ 
Ang. he bitt darin as in en rotten A. „beißt 
gierig hinein“ Wm. he säht ut as'n dgr- 
schgten A. „krank“, „ungesund" Sdtm. dat 
is’n AA „das stimmt“, „ist wahr“ Dw. Mh. 
de Gös na Wiehnachen, de A—n na Faßlaam 
un de Der ns na dörti hebbt den Gesmack 
verlgren Sgbg. dor jöll'n A. ut Rglirl Aus 
ruf der Verwunderung, bes. beim Kartenspiel, 
wenn unverhofft eine große Karte fällt (die 
Mitspieler reagieren dann zuweilen mit der 
Frage wgr he ok braad? und dat is wull'n 
(ulen); auch wenn kleine Kinder nach dem 
Essen aufstoßen (Oh.) oder jem. einen fahren 
läßt (FL. Kh.). — gif ft dat A—n ahn Pimp- 
huus (Kernhaus)? „eines gehört notwendig 
zum andern“ Eid. een fulen A. stickt vgl 
gesunne an. de Rood (Rute) mutt immer 
bi'n A. liggen. de A. ward nich ghr braad 
as dat Abenrghr heet is Storm. wenn de 
Graaf ’n A. bruukt, nimmt sien Vaagl den 
ganzen Boom Eut. dat is en sure A. int.o- 
bieten Wschl. de A. fallt ni wied tun Stamm 
(Zusatz: so as dat Schaap is, is dal Lamm 
Oh.), vun Boom, vun Plummboom (Wm.), 
verdreht im Wortspiel mit Pgrappel: de A. 
fallt ni wied vun’t Pgrd; vgl. die Ra. dor 
swemml wi A—n, sä de Pgrappel to den
	        
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