Full text: Untersuchungen über die Fauna der Schwentinemündung, mit besonderer Berücksichtigung der Copepoden des Planktons

44 (132) 
Theodor Kuhlgatz, Untersuchungen über die Fauna der Schwentinemündung. 
') Ueber die Litteratur siehe weiter unten! 
In der Schwentinemündung fand ich zwei, in der Mündung der Trave ausser diesen beiden noch eine als 
unzweifelhaft selbständige Arten anzusehende Formen. 
Hydrobia ttlvae (Penn.) ') Taf. I. Fig. i—9. 
Synonym: Turbo stagnalis Raster. 
Turbo ulvae Penn. 
Rissoa ulvae Penn. 
Hydrobia stagnalis L. var. ulvae Marts. 
Hydrobia stagnalis L. var. coruea Risso. 
Hydrobia kilo'ensis Dkr. 
Oberseite des Rüssels vorn mit einer schwarz-braunen Querbinde Färbung der Sohle hell blau-grau. 
Naht flach. Oberer Winkel der Mündung spitz. Fühler mit schwarzem Ring oder Riegel. 
Die Farbe des Thieres ist in ihrem Gesammteindruck hellgrau, die Gesammtform eine gedrungene. Der 
Rüssel stellt im ausgestreckten Zustande eine von oben nach unten zusammengedrückte Walze dar, deren Breite 
zwei Drittel ihrer Länge beträgt. Am Vorderende um die Mundöffnung herum ist er gelblich gefärbt. Von oben 
gesehen ist er vermöge zahlreich eingestreuter Pigmentkörnchen ebenfalls gelb; hierzu kommen braune bis rothbraune, 
bisweilen auch schwärzliche Schattirungen, in der Regel zu jeder Seite an der Basis in der Flöhe der Augen; und 
mit diesen in gleicher Linie oft noch ein mittlerer Fleck. Unmittelbar vor dem leicht gekerbten Vorderrande 
verläuft eine schwarz-braune Querbinde, die sich nicht auf die Unterseite fortzusetzen pflegt. Unter etwa 200 
Exemplaren befanden sich zwei, bei denen die ganze Oberseite des Rüssels die schwarz-braune Färbung dieser 
Binde angenommen hatte. Auch von unten gesehen zeigt der Rüssel eine gelbliche h ärbung. An der Basis 
wird er röthlich mit seitlichen rothbraunen Flecken. 
Die Fühler sind im ausgestreckten Zustande etwas dicker als die der beiden folgenden Arten; auch sie 
zeigen gelbliche Pigmentkörnchen, die freilich nicht so zahlreich sind, dass die hellgraue barbe durch sie beein 
trächtigt wird. Etwas vor der Spitze tragen sie stets einen schwarz-braunen bis schwarzen bleck oder Riegel, 
der sich vielfach ringförmig um den Fühler herumzieht. 
Die Augen stehen auf kleinen Erhöhungen am Grunde der Fühler. Taf. 1, Fig. 3 u. 9. 
Der Fuss ist ziemlich breit. Seine Oberseite zeigt eine gleichmässige, gelblich-graue bärbung. Die Sohle 
ist am Vorderrande nur sehr schwach ausgebuchtet. Etwas hinter demselben verschmälert sie sich ein wenig, 
erreicht dann wieder ihre volle Breite und verläuft so in annähernd gerader Richtung bis zum Hinterende, wo 
sie eine schwache Rundung bildet. 
Die Grundfarbe der Sohle ist gelblich, geht aber nach der Mitte zu allmählich in hellgrau über. 
Die Radula zeigt das für diese Gruppe charakteristische Schema 2. 1 .1 ■ 1 . 2. 
Die Mittelplatte ist unten jederseits bogenförmig ausgeschnitten, sodass die Basis dreizackig erscheint mit 
zwei seitlichen Flügeln und einem Mittelzapfen. Ueber der Mitte jedes dieser Bogenausschnitte trägt sie einen 
Zahn. Die Bezahnung der Krone besteht stets aus einem grösseren Mittelzahn und einer Anzahl von Nebenzähnen, 
auf beiden Seiten, die nach aussen zu an Grösse abnehmen. Die Anzahl dieser Nebenzähne ist nicht 
überall die gleiche. So fand ich bei zwei Exemplaren jederseits 3, bei zwei Exemplaren jederseits 2. Taf. 1, 
Fig. 7 u. 8. [Fig. 8: Exemplar aus der Unterelbe bei Cuxhaven], 
Die Zwischenplatte hat die Form eines rhombischen, an der einen Ecke in einen allmählich sich verjüngenden 
bogenförmigen, geschweiften Fortsatz auslaufenden Vierecks. Ihre Bezahnung besteht aus einem grösseren Zahn, 
zwei sehr kleinen inneren und drei äusseren, an Grösse abnehmenden, Zähnen. Es kommen jedoch auch 
gelegentlich vier äussere Zähne vor. Taf. I, Fig. 6. 
Die beiden Seitenplatten haben die Form einer aufrecht stehenden Mulde, so zwar, dass die kleinere 
Seitenplatte in die Höhlung der grösseren hinein passt. Ihre Konkavseite kehren sie der Mitte der Radula zu. 
Ihre obere weit vorspringende Kante trägt die Bezahnung. 
Die grössere von ihnen zeigt eine erhebliche Anzahl nach aussen zu an Grösse abnehmender Zähne. Bei 
zwei Schnecken zählte ich deren 12; bei einer anderen schwankte die Anzahl der Zähne an den verschiedenen 
Platten zwischen 10 und 12, bei einer weiteren zwischen 12 und 16. Taf. I, Fig. 4.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.