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Schaffens, die Beurteilung von Kunstwerken. Das sind
nämlich Paktoren, die für 5ade-kulturpolitische Arbeit
schlechthin grundlegend sind."
Damit rettet er sich zwar auf eine Gegenpoaition, die aber
in ihrer Allgemeinheit so wenig aussagekräftig ist und tra
ditioneller Ästhetik derart entspricht, daß sie weder der
eingangs von ihm referierten Meinung sntgegensutreter. vermag,
noch das Spezifische der HS-Kunstpolitik erkennen läßt.
?
Der als ungeheuer groß erachtete Wirkungsgrad den Pilm.»
und die Hotwendigkeit, «ui rationelle Produktionsfor* ange
sichts der technischen und - bis zur Verstaatlichung Sn Jahre
1943 _ auch wirtschaftlichen Bedingungen, die für einen auf
Gewinn hin angelegten Spielfilm notwendig waren, angewiesen
zu sein, ließ für diesen Staat, der sich der Wirkung dieses
Mediums bedienen wollte, eine systematische 3wschKft1.gc.-rg mit
ihn angesichts der politischen Möglichkeiten, die am aich
mit ihm einhandsite, als unumgänglich notwendig r:echeinan.
Die Einwäno« der Völkischen uni Bürg er 1 ich-kor: rrvafciven «v-
scheinen in ihrem kückzug auf "irrationales Schöpfertiun" r.' s
Eeaktion auf diese scheinbar rein von der Technik beherrschte
neue Ausdrucksfora zwar verstand].ich, sie waren Eher utchc
zeitadäquat und wurden im Herrsch&ftsprogram» bald unerheb
lich. 5
Die Konfrontation eines von neu entstandenen Strukturele-
aenten bestimmten Mediums mit alten ästhetischen Vorstellun
gen mußte notwendigerweise die unbefragt geltenden Ansichten
von Kunst in dem Moment problematisch erscheinen lassen, als
der Pilm in die Seihe der Künste aufgenomaen werden sollte.
Das hat auch die Sevision des überkommenen Bilds vom Künstler
zur Polge gehabt. Denn ein am individuellen Schaffensprozeß
orientiertes Künstleride&l offiziell weiterhin aufrecht er-
1 H. Arnold, Voraussetzungen einer nationalsozialistischen
Kunstkritik, HS—Monatsh., September 1936, S. 831 ff.;S.836.—
Zur möglichen herrschaftstechnischen Punktion dieser Punkte
vgl. das Kap. E. III.
2 Vgl. Kap. D. III.
3 Vgl. H. Brenner, Kunstpolitik, S. 63—86.

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