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man sich im Grunde mit dieser Gesellschaftsform, ihrer Ideo
logie und Ästhetik identifizierte, eine grundsätzliche Alter
native aber entweder nicht sah oder in den maßgeblichen Krei-
sen von Produktion und Vertrieb nicht akzeptieren wollte.
b) Johann
Erstaunlich viele Aspekte und kritischen Blick zeigt
E. Johann in dem Taschenbuch "Kleine Geschichte des Vilms".
Hier sei nur auf die Punkte hingewiesen, die neben der Erwäh
nung allgemein bekannter Tatsachen dies schmale Bändchen wohl
tuend von derart umfangreichen Werken wie denen von Biess und
Vraenkel unterscheidet.
Johann bedauert, daß die Weimarer Bepublik die "ungeheuren
Propagandamächte" des Vilms, die Hitler "gespürt" hatte, für
sich nicht ausgenutzt hatte. Vielmehr
"beschränkte sich die Bepublik darauf, die Polizei zu
spielen, also zu zensieren. Biese Bolle konnte ihr kaum
Sympathie einbringen. So kam es, daß das größte Ge
schenk, das sie brachte, die Vreiheit und Unabhängigkeit
der künstlerischen Aussage, unter dem Eindruck kleinli
cher Zensurdebatten nicht deutlich genug in das Bewußt
sein der Öffentlichkeit einging. Tatsächlich ist es doch
die Vreiheit der Bepublik gewesen, die die Blütezeit
des deutschen Vilms überhaupt ermöglicht hat. Bie Bepu
blik kam gar nicht oder erst, als es zu spät war, auf
den Gedanken, sozusagen für ihre eigene Virma zu werben;
sie, die dem Vilm alle Vreiheiten gab, nahm sich selbst
die wenigsten; Hitler machte es umgekehrt, er nahm sich
selbst alle Vreiheiten und gab dem Vilm die wenigsten."
An Vritz Lang, der von Hitler ausersehen wurde, "künftig
einmal die Vilme des Britten Heiches in Szene zu setzen" (146),
1 Biese Ansicht wird bestätigt, wenn man bedenkt, daß die enga
giertesten und künstlerisch bedeutendsten Werke über die Aus
einandersetzung mit dem deutschen Vaschismus aus der BBB kom
men. Aus der großen Zahl dieser Werke sind nur wenige bei uns
bekannt geworden; sie gehören zugleich zu den besten deut
schen Nachkriegsproduktionen. Es sind dies die Staudte-Vilme
"Bie Mörder sind unter uns" (1946); "Botation" (1949){ "Ber
Untertan" (195"0» "Ehe im Schatten" (194-7, Begie: Br. Kurt
Maetzig). Brei Vilme von Konrad Wolf: "Lissy" (1957);"Sterne"
(1959){"Professor Mamlock" (1961) und "Ber Vall Gleiwitz"
(1961, Begie: Gerhard Klein).

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