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art auffallenden Gestaltungsmittels mit dem einzig bewußten
Bestreben, hervorzubeben und zu unterstreichen - der Solo
stimme im Konzert oder dem Monolog im Bühnenstück vergleich
bar - enthüllt eine geistige Haltung, die keine kritische
Distanz zu den Gestalten und den sie schaffenden künstleri
schen Mitteln erkennen läßt.
2. Der Schauspieler
Ein wichtiges aber nicht notwendiges filmisches Gestal
tungsmittel ist der Mensch als Darsteller. An dem Grad der
Bedeutung, die ihm beigemessen wird, und sin der Funktion,die
er innerhalb der verschiedenen Gestaltungsmittel einnehmen
soll, läßt sich ablesen, inwieweit sich die Filmkritiker in
ihren Überlegungen von den Vorstellungen des Theaters gelöst
haben. Die NS-Filmtheoretiker kommen dabei zu Ergebnissen,
die - formal betrachtet - denen anderer führender Autoren
gleichzustellen sind und die verraten, daß hier der Film als
eine Kunstart sui generis ernst genommen und seine Ästhetik
aus seiner Struktur entwickelt wurde. Die von der NS-Weltan-
schauung geforderte Funktionalität aller Bereiche und die
absolute Unterordnung unter den Primat ihrer Politik relati
vieren allerdings die Bedeutung der Ergebnisse für die Film-
Ästhetik und modifizieren sie derart, daß eine ideologiekri
tische Untersuchung jedes dieser Texte über die Verwendung
des Menschen im Film vonnöten ist.
aa) Der Filmstar
Der größte Teil des Kinoprogramms besteht aus Spielfil
men, in denen Menschen Träger der Handlung sind. In den An
fangsjahren handelte es sich zumeist um Laien oder unbekann
te Theaterkräfte. Im dritten Jahrzehnt der Filmgeschichte än
derte sich das, und Künstler bekannter Bühnen verhelfen dem
Film durch ihre Darstellung zu Erfolg und künstlerischem An
sehen. Das Aufgebot großer Namen war weitgehend das Aushänge
schild eines Films und die schauspielerische Leistung der

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