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optischen Gesetze sich zu erkennen, geben, können wir •
von einem filmischen Gebrauch dieser Tonalttel spre
chen.
Hehlinger gelangt zu einem zwar sehr präzisen, aber dafür
auch eingeengten Begriff von "Filmisch", der all die Mängel
aufweist, die Wesensbestimmungen von veränderbaren Gegen
ständen, zu eigen eind. Sie bieten leicht die Möglichkeit,
andere Entwicklungen als "unfilniach" abzuqualifizieren.
Dieser Problematik ist sich Hehlinger, der gerade zu festen
Normen kommen möchte, nicht bewußt. Immerhin sieht er aber
von allen Gattungsgrenzen ab und befreit sich von der leidi
gen Diskussion um die Frage, ob der Film epische oder drama
tische Struktur habe.
"Wir sind genötigt, von allen Gattungsgrenzen möglicher
Filmformen abzusehen und das Merkzeichen "filmisch’' nur
in den diese Gattungen schaffenden Ausdrucksmitteln zu
suchen.
[... ]
Der Begriff filmisch muß etwas bezeichnen, das die
Erscheinungsform Film zur Voraussetzung hat und nur mit
ihr in organischer Verbindung gedacht werden kann,nicht
in dem Sinne, als oh die Bestätigung des Filmischen im
SirnsalfilmkuEstwerk erst zu suchen wäre, sondern in der
Forderung, daß der Film die Bedingung des Filmischen zu
erfüllen habe. Der Begriff filmisch kann also seiner Be
stimmung nach durch keinen anderen Begriff ersetzt wer
den, weder durch dramatisch noch episch noch pantomi
misch noch mimisch.”2
b) Die Gestaltungsmittel
Die Autoren, die den Film aufgrund seiner Strukturelemente
zur Kunst erklären, untersuchen einmal die spezifisch filmi
schen Gestaltungsmittel (z.B. die Kameraeinstellungen) und ver
suchen außerdem, die nicht spezifischen Gestaltungsmittelz.B.
Schauspieler) in ihrem Gebrauch beim Film zu bestimmen. Dabei
ist zu bedenken, daß diese in der NS-Ästhetik niemals als Ele
ment einer autonomen Struktur angesehen werden, sondern daß sie
stets funktional im Hinblick auf die intendierte politische Wir
kung sowohl interpretiert als auch eingesetzt werden.
1 B.Hehlinger, Filmisch, S. 101. - Diese Meinung vertrat be
reits E.Amheim, Film als Kunst, Berlin 1932.
2 B. Hehlinger, Filmisch, S. 97«
5 Vgl. Kapp. C.I., F.II.b) und O.lehnich,Eigengesetzlichkeit.

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