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Struktur. Offiziell zeigte sich dies in den 1937 beginnenden
Jahrestagungen der ReichsfiImkammer, auf denen Vertreter der
verschiedenen am Film beteiligten Gruppen zu Problemen des
Films Stellung nahmen, deren Ausführungen im "Jahrbuch der
Reichsfilmkammer" publiziert wurden. Diese Tagungen wurden
zwar nur dreimal abgehalten und fanden nach Kriegsbeginn
nicht mehr statt; dafür setzte aber eine intensive Beschäf
tigung mit den Problemen des Films ein, die in anderen Ver
öffentlichungen ihren Niederschlag fand.^ In diesen Darstel
lungen zeigt sich das stolze Selbstbewußtsein derjenigen,
die davon überzeugt sind, ein neues Ausdrucksmittel als Kunst
P
erkannt und ihm die Würde einer Theorie gegeben zu haben.
Gestärkt, wenn nicht gar hervorgerufen wurde dieses Selbst
wertgefühl durch die politisch propagandistische Aufwertung
des Films, die den Autoren schließlich ihren sicheren Rück
halt gab. Sie gerieten bei der Erklärung des Films als Kunst
nicht in die Rolle des Apologeten und damit in eine Position,
die erst noch zu rechtfertigen hat, sondern sie gingen von
dem Punkt aus, wo sie diese Frage bereits als entschieden
hinter sich gelassen hatten. Sie eröffneten eine Diskussion,
die der um andere Künste nicht nachstand, ja in jener Zeit
vielleicht sogar voraus war, weil sie durch die größere Wir
kung, die der Film den anderen Künsten gegenüber in der Be
völkerung hatte, zumindest gesellschaftlich größere Relevanz
besaß.
Die Schwierigkeit, den "neuen Geist" in einem technisch
neuen Medium mit den Mitteln einer überkommenen Dramaturgie
auszudrücken, mußte nun zu Auseinandersetzungen reizen, wie
es sie in dieser Form in den anderen Kunstarten natürlich
nicht gab. Dabei interessiert den Philologen nicht so sehr
die Beantwortung der spektakulären Frage, inwieweit die theo—
1 So wurde 1940 in Leipzig die erste und bis heute einzige
deutsche Filmbibliographie, Das deutsche Filmschrifttum,
von Traub/Lavies herausgegeben.
2 Vgl. dazu die Zitate der verschiedenen Autoren in Kap. D.
II. b.

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