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auffällt, seine gesamte Argumentation zunichte machen.) Sei
ne mangelnde Fähigkeit, von momentanen technischen Mängeln
auf einen Zeitpunkt zu schließen, wo diese behoben sein wer
den, verrät die in Kreisen der bürgerlich-konservativen Kul
turkritik häufig anzutreffende Abneigung vor allem Techni
schen, die bei den Nationalsozialisten gerade nicht anzu
treffen war. Sie hielten sich auf ihr Verhältnis zur moder
nen Technik etwas zugute, spannten sie in ihr Programm ein
und gaben sich durch ihre Verwendung ein fortschrittliohes
Image.
"Der Nationalsozialismus hat das Wunder fertiggebracht,
die Technik dieses Jahrhunderts, die schon im Begriff
stand, den modernen Menschen sich vollkommen botmäßig
zu machen, aufs neue zu beseelen und sie mit dem Geist
nicht nur der Zweckmäßigkeit, sondern auch der ästhe
tischen Schönheit zu erfüllen. Die edle und kühne Har
monie unserer monumentalen Straßen und Brücken ist ein
überzeugender Beweis dieses riesigen Umwandlungspro
zesses im Verhältnis eines Volkes zur Technik."1
Für Dörfler bleibt der Film nichts anderes als ein tech
nisches Heproduktionsmittel, dessen einzige Qualität darin
besteht, schauspielerische Leistungen für alle Zeiten und für
jede Bevölkerungsschicht festzuhalten. Allenfalls gilt ihm
das Kino als Anregung, doch einmal ins Theater zu gehen, um
das "kostbare Echte" zu erleben. Kino wird hier zum Warte
saal für Zukurzgekommene oder bestenfalls zum sozialen Musen
tempel für Minderbemittelte.
1 J. Goebbels, Plädoyer, Rede, in: J. Goebbels, Die Zeit ohne
Beispiel, S. 121.- Vgl. dazu auch: Warncke, Filmtechnik,
in: JbRFK 37, S. 93.

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