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bunden sind: den Brüdern Lumiire (Auguste Lumi&re [1862-
1954], Louis Lumidre [1864—19^*8] und Georges M&lids [1861-
1938]).
"Während man Lumiäre als den Urvater des DokumentärIs
mus betrachten muß, ist MfcliSs der früheste Exponent
filmischer Abstraktionstechnik} er unterwarf das neue
Medium zum erstenmal der Subjektivität eines Gestal
ters" -1
und war
"in der Geschichte des Films der erste, der eine Tech
nik der filmischen Inszenierung, der mise-en-scdne,
entwickelte. In bewußter Opposition zu Lumiäre an
noncierte Mfcliäs ab 1897 seine Filme als 'reproduzierte
Theaterstücke, die sich von den bisher üblichen kine-
matographischen Aufnahmen unterscheiden'.
Er "machte den Film, der bei Lumidre noch ein offenes
Auge auf die Welt gewesen war, zu einer Guckkastenbühne der
Illusionen".^ Sein Inszenierungsprinzip blieb für den Spiel
film recht lange erhalten: vor einer fest aufgebauten Kamera
agierten die Darsteller in den Kulissen einer Theaterbühne.
Literarische Torlagen wurden zum willkommenen Fundus für
Filmstoffe und brachten dem Kino zugleich künstlerischen Kre
dit. Mit der Entwicklung der filmeigenen Ausdrucksmittel, vor
allem im Stummfilm der 20er Jahre (die verschiedenen Arten
der Montage, entfesselte Kamera, Kopien- und Belichtungs
effekte wie z. T. schon bei Mfelids), emanzipierte man sich
allmählich von der literarischen Vorlage.
"Nach der Durchsetzung des Tonfilms gab es eine neuer
liche Hinwendung zur Literatur. Nur waren die Gründe
jetzt andere. Mangel an Selbstbewußtsein kannte die jun
ge Kunst auch in ihrem anfangs stark angefeindeten neuen
technischen Gewand nicht mehr. Stoffmangel mag nach wie
vor mitgespielt haben. Ein anderes kam hinzu. Das ge
sprochene Wort, der Dialog, wollte filmisch gestaltet
werden. Da bot besonders die bewährte dramatische Lite-
1 Gregor/Patalas.Geschichte des Films, S. 19«
2 Ders.,ebd.
3 Ders.,ebd.

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