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war die Verwirklichung des Ziels, den geistigen Gehalt des
Nationalsozialismus in der Kunst zum Ausdruck zu bringen,
bei den Auflagen, die auch von der Theorie her gemacht wur
den, von so vielen Hemmnissen begleitet, daß es sogar als
ausgeschlossen erscheinen mußte, diese Forderungen anders als
in der vorliegenden Art erfüllt zu sehen. Die Vermittlung
von utopischer Idee und konkreter politischer Lage in der
Kunst war im Reichsparteitags-Film "Triumph des Willens"
gelungen, z. T. auch in den ersten Propagandafilmen. Hier
konnte noch für eine anzustrebende historische Situation
agitiert werden; in der Zeit der "Stabilisierung" war dies
nicht mehr gestattet. Die Verwendung nationalsozialistischer
Symbole (wie z. B. Hitlergruß) widersprach Goebbels' Vor
stellung von Propaganda:
"Ich wünsche nicht etwa eine Kunst, die ihren natio
nalsozialistischen Charakter lediglich durch Zur
schaustellung nationalsozialistischer Embleme und
Symbole beweist, sondern eine Kunst, die ihre Haltung
durch nationalsozialistischen Charakter und durch
Aufraffen nationalsozialistischer Probleme zum Aus
druck bringt. Diese Probleme werden das Gefühlsleben
der Deutschen und anderer Völker um so wirksamer
durchdringen, je unauffälliger sie behandelt werden.
Es ist im allgemeinen ein wesentliches Charakteristi
kum der Wirksamkeit, daß sie niemals als gewollt in
Erscheinung tritt. In dem Augenblick, da eine Propa
ganda bewußt wird, ist sie unwirksam. Mit dem Augen
blick aber, in dem sie als Propaganda, als Tendenz,
als Charakter, als Haltung im Hintergrund bleibt und
nur durch Handlung, durch Ablauf, durch Vorgänge,
durch Kontrastierung von Menschen in Erscheinung
tritt, wird sie in jeder Hinsicht wirksam. Man sage
mir nicht, ein derartiger Fortgang schade der deut
schen Kunst. Wenn ich beispielsweise die Absicht ha
be, einen russischen Film zu beurteilen, dann nehme
ich mir nicht einen amerikanischen Revuefilm zum Bei
spiel. Wenn ich amerikanische Revuefilme betrachten
will, dann sehe ich mir auch einen derartigen Film
an. Die russischen Filme sind bolschewistisch, wäh
rend die italienischen Filme faschistisch sind. So
ist es auch in der 'Welt. Wenn man deutsche Filme
sehen will, so will man nationalsozialistische Filme
sehen. Je offensichtlicher das ist, um so wirksamer
wird sich der Film durchsetzen. Ich halte nichts von
der geschlechtslosen Art und tendenziöser Kunst. Jede
Kunst hat eine Tendenz. Kunst hat eine Absicht, hat

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