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Sie zeichneten sich durch die eingangs geschilderten Merkmale
aus, die man in einigen ausländischen Produktionen und vor
allem den russischen Revolutionsfilmen meisterhaft realisiert
fand. Ansonsten aber galt, was Dr. L. Fürst noch 1937 auf der
I. Jahrestagung der Reichsfilmkammer in einem Referat sagte:
"Die gegenwärtige künstlerische Situation des deutschen
Films ist durch den Begriff einer Anarchie
der Stile deutlich charakterisiert. Dieser Zu
stand entstammt dem an sich verständlichen Streben nach
einer Verbreiterung der für den Film unerläßlichen wirt
schaftlichen Amortisationsgrundfläche. Auf der geisti
gen Ebene der Filmindustrie liegt es nun nahe, die Fil
me, die Welterfolge geworden waren, zum Vorbild weite
rer Produktion zu nehmen. Demnach beachtete man danach,
die amerikanischen, leider weniger die französischen
Filme zu imitieren, entfernte sich jedoch immer mehr von
einem künstlerischen Ergebnis, weil eben das, was den
Erfolg des amerikanischen oder des französischen Films
verursachte, in geistiger Substanz und Stil hundertpro
zentig amerikanisch bzw. französisch war.
zur Darstellung zu bringen, so ist dieser Versuch, so
weit das bei den ganz neuartigen Methoden überhaupt
möglich ist, auf der ganzen Linie gelungen."
4 v.d. Vorseite: A. Götz, Der Film, S. 183, zu "Flüchtlinge":
"Er vermag auch die abgespannteste Empfangsbereit
schaft zu einem politischen Bekenntnis zu aktivieren,
ein Ergebnis, das von höchster Bedeutung für den Be
stand des Volksorganismus ist."
0. Kriegk, Der deutsche Film, S. 237:
"Ein Beispiel dafür, wie sehr die künstlerische Persön
lichkeit und die Zeitnähe für einen volksführenden deut
schen Film notwendig sind, wurde am Anfang der Produk
tion dieser Jahre mit dem Ufa-Film 'Flüchtlinge' gege
ben. "
0. Kalbus, Vom Werden deutscher Filmkunst, Bd. 2,S.104:
"Mit 'Flüchtlinge' (Regie: Gustav Ucicky, Filmautor:
Gerhard Menzel) ist plötzlich der 'neue Film' da, der
seit der nationalsozialistischen Revolution gefordert
lind erstrebt wird. Dieses Filmwerk ist vom 'neuen Geist'
getragen, denn es verkörpert die hohen sittlichen Ideen
der Selbsthilfe und des Führerprinzips."
1 L. Fürst, Der deutsche Filmstil, in: JbRFK 37, S.31

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