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Kunst. Die nationalsozialistische Begierung hat niemals
verlangt, daß SA=Filme gedreht werden. Im Gegenteil:
sie sieht sogar in ihrem Übermaß eine Gefahr. [...]
Der Nationalsozialismus bedeutet unter gar keinen Um
ständen einen Freibrief für künstlerisches Versagen. Im
Gegenteil: Je größer die Idee ist, die zur Gestaltung
kommt, desto höhere künstlerische Ansprüche müssen daran
gestellt werden." '
Noch im Jahre 1935 fragte Dr. Otto Kalbus:
"Wer weiß, wieviel Zeit noch vergehen wird und muß, bis
der gigantische Kampf um deutsches Schicksal einmal in
Vollendung nachgestaltet wird."2
Als einzig gelungene Filme betrachtete man allerseits
"Hitlerjunge Qpex" (1933)^ und "Flüchtlinge" (1934).^
graphische Haussuchung durch das Schlüsselloch des
Schlafzimmers unternommen. Der private, nicht der po
litische Charakter wird enthüllt. Und diese Enthüllung
bedeutet zugleich eine Anpassung an das bürgerliche
Ideal der gleichen Ebene."
2 v.d.Vorseite: Vgl. dazu Kap. E. III.
3 0. Kalbus, Vom Werden deutscher Filmkunst, Bd. 2, S.120.
(Kalbus meint speziell den Film "SA-Mann Brand",1933») 1 2 3
1 J. Goebbels, Rede vom 23. 2. 1933- Vgl. dazu auch
Kap. E. III. b).
2 0. Kalbus, Vom Werden deutscher Filmkunst, Bd. 2, S.121.
3 0. Kriegk, Der deutsche Film, zu "Quex": "[...] der erste
1 , große zeitnahe Film aus dem Bereich der deutschen Revolu-
- tion." (S. 213)
Hier "hatte sich nicht nur künstlerische Leistung des
Filmschaffenden, sondern die Überlegenheit der natio
nalsozialistischen Weltanschauung offenbart. Denn ohne
die natürliche Größe dieser Weltanschauung wäre es nicht
möglich gewesen, den Gegner in aller Menschlichkeit dar
zustellen." (S. 213). -
0. kalbus, Vom Werden deutscher Filmkunst, Bd. 2,S.123:
"Im 1 SA=Mann Brand' war noch die Gegensätzlichkeit der Na
tionalsozialisten und Kommunisten zu sehr aus der Lei
denschaftlichkeit des Kampfes gesehen. Hier aber ist
alles bis aufs feinste abgetönt, ist alles menschlich
gefühlt und dennoch mit der reinen Entschiedenheit und
dem reinen Bekenntnis zur nationalsozialistischen Idee
gestaltet. [...] Wenn mit dem 'Hitlerjungen Quex' zum
erstenmal in großem Stil der Versuch unternommen wurde,
die nationalsozialistische Ideenwelt filmkünstlerisch

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