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nennende Filmgeschichte von Neumann/Belling/Betz "Film 'Kunst',
Film-Kohn, Film-Korruption", Berlin 1937.
a) Die Entwicklung des Films in Deutschland bis zum
Jahre 1933 als Spiegelbild weltanschaulicher Kämpfe
Die NS-Filmhistoriker betrachten die Geschichte des deut
schen Films nicht allein unter dem Gesichtspunkt der Ent
wicklung seiner künstlerischen Ausdrucksformen, sondern sie
sehen in ihr ein Abbild des politischen Kampfes verschiede-
•i
ner Weltanschauungen um die Macht. Die Jahre der Weimarer
Republik, die vornehmlich im Blickpunkt der Betrachtung
stehen, sind in ihren Augen gekennzeichnet von dem vergeb
lichen Befreiungsversuch deutscher Produzenten aus der wirt
schaftlichen Umklammerung amerikanischer Konzerne und dem
Ringen deutscher Künstler gegen die Bevormundung jüdischer
Produzenten und von ihnen abhängiger marxistischer und in
ternationalistisch eingestellter Regisseure und Drehbuch-
p
Schreiber. Während die anderen Lander ihren nationalen
Filmstil trotz mancherlei Beeinflussung zu bewahren gewußt
hätten,^ sei es der nicht genügend selbstbewußten Art deut
scher Künstler kaum gelungen, sich gegen "jüdischen Ungeist"
4.
durchzusetzen und sich zu ihrem eigenen Wesen zu bekennen.
1 Vgl. auch: R. Oertel, Filmspiegel, Wien 1941; O.Kalbus,
Vom Werden deutscher Filmkunst, 2 Teile, Hamburg 1935*
2 Vgl. N. Fischer, Filmschau, Nat-soz. Monatshefte, 13. Jg.,
1942, S. 55; W. Panofsky, Die Geburt des Films, S. 37»
E. Schopen, Der Film, Süddeutsche Monatshefte, 30. Jg.,
1933» S. 294; R. Bie, Emil Jannings, S. 5; B. Oertel,
Filmspiegel, S. 136 ff.
3 W. Panofsky, Die Geburt des Films, S. 73 ff.» setzt Film
stil und eine angenommene Mentalität der einzelnen Na
tionen in Beziehung und bespricht den Filmstil Italiens,
Deutschlands, Schwedens und der USA aus den ersten zwei
Jahrzehnten der Kinematographie.
4 Auch R. Brasillach/M. Bardöche, Histoire du Cin&ma, Paris
1953» machen Juden und Ausländer dafür verantwortlich,daß
die deutschen Filme ihre Wesensmerkmale verloren hätten.

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