der Volkserziehung versichern und es in den Dienst des Staa-
tes und der Nation stellen". "In der Gleichmäßigkeit und
p
ewigen Wiederholung" der Propaganda läge ihre "unerhörte
Bedeutung"^ und garantiere letzten Endes den Erfolg, weil
"durch kluge und dauernde Anwendung von Propaganda einem
Volk selbst der Himmel als Hölle vorgemacht werden kann und
4
umgekehrt das elendeste Leben als Paradies."
An dieser Äußerung, in der sich mit elitärer Anmaßung in
Vokabeln wie Volk, Staat, Nation die Menschenverachtung aus
spricht, erstaunt ebenso die Offenheit wie die Verwendung des
heute so belasteten Fremdworts "Propaganda". "Offenheit"
(soweit sie parteipolitisch vertretbar war) wurde bereits als
ein Kennzeichen dieser bewußt standortbezogenen Weltanschau
ung herausgestellt. In der Filmpolitik verkündete Goebbels
diese Haltung seit Beginn der NS-Herrschaft:
"Heute steht auch der Film im Dienste der nationalen
Erziehung. Wir haben keinen Grund, das zu leugnen, w
Wir gehören nicht zu jenen Heimlichtuern, die eine
kindliche, alberne Scheu vor dem Wort Propaganda oder
Tendenz besitzen. Alles, was unserem Volke dient, ist
gut, auch die Propaganda und auch die Tendenz."5
Das Fremdwort "Propaganda" - ursprünglich die abkürzende
Bezeichnung für das 1627 von Papst Urban VIII. gegründete
Missionskolleg collegium de Propaganda fide , im 19. Jahr
hundert im Anschluß an die soziale Eevolution verweltlicht
und verallgemeinert - erhielt durch eine Sprachregelung der
Pressestelle 1957 eine neue, prägnante Bedeutung, in der es
hinfort allein verwendet werden durfte:
1 A. Hitler, Mein Kampf, S. 264. - Wenn sich diese Äußerung
an der angegebenen Stelle auch nur auf die Presse bezieht,
so gilt sie doch allgemein für die Propaganda, wie es aus
dem Zusammenhang ohne weiteres ersichtlich ist.
2 Ders. ebd., S. 264.
3 Ders. ebd.
4 Ders. ebd., S. 502.
5 J. Goebbels, Jugend und Film, Hede in: Ders., Die Zeit
ohne Beispiel, S. 216.

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