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Wiederaufbau des deutschen Vaterlandes [...] errichtet" wur
de. Durch die ressortmäßige Zusammenfassung von Schrifttum,
Presse, Rundfunk, Theater, Musik, bildender Kunst und Film
wurde die politische Einflußnahme auf die Kunst dokumentiert
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und der Film zu den "politischen Führungsmitteln" gerech
net. Man bestimmte den Wirkungsgrad der verschiedenen Publi
kationsmittel und wies jedem einzelnen seinen besonderen
Platz im Gefüge der Propaganda zu. Während man dem Rund
funk die schnellste Wirkung zutraute, gebe die Presseinfor
mation genügend Zeit zur tieferen Überlegung und stelle "die
Fortsetzung der Erziehung im späteren Alter" dar. Der Film
sollte Gehörtes und Gesehenes im Bewußtsein lebendig machen
und erst das zusammenfassende, abrundende und wirklichkeits
echte Bild vermitteln, wie es sich einem Augenzeugen darbie
te. Gegenüber dem persönlichen Eindruck des Dabeigewesenen
habe der Film sogar den Vorteil, unmittelbarer am Geschehen
zu sein, den tatsächlichen Ereignissen eine zielgerichtete
Wirkung geben unri sie dadurch noch steigern zu können, indem
er alle ablenkenden und unwichtigen Randerscheinungen fort-
lasse, ^und nur das zeige, was der beabsichtigten Tendenz ent
spreche.
Die Argumentation ist wiederum ganz nah an wirkungsvoller
Praxis orientiert. Die Annahme, man habe wissenschaftlich die
1 RGBl. I, Nr. 27,15.3.1933, S. 104; der Scheinobjektivismus
dieser Formulierung kann sich dabei nicht für den enthül
len, dem die Alternativmöglichkeit infolge einseitiger In
formation nicht gewährleistet ist.
2 Die Formulierung "politische Führungsmittel" wurde vor al
lem von dem Leipziger Zeitungswissenschafttler H. A. Münster
in seinem Buch "Zeitung und Politik", Leipzig 1933, heraus
gestellt. Zit. bei: K. A. Götz, Der Film als journalisti
sches Phänomen, Düsseldorf 1937, S. 2 und L. Heyde, Presse,
Rundfunk und Film im Dienste der Volksführung, Dresden 1943,
S. 8-23.
3 Vgl. H. Fischer, Der Film als Propagandawaffe der Partei,
in: JbRFK 1939, S. 66 ff.; C. Belling, Der Film im Dienste
der Partei, Berlin 1937» S. 29.
4 A. Hitler, Mein Kampf, München 1932, S. 262.
5 Vgl. H. Fischer, Der Film als Propagandawaffe, S. 66 ff.

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