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mäßige, also Nichtintellektuelle" zu wirken, erfaßte eine
Partei mit totalitärem Herrachaftsanspruch und zumal einer
Ideologie, die auf Ausschaltung des Intellekts gerichtet war,
die Bedeutung des Films für ihre Propagandaarbeit und kam
mit der ihr eigenen Offenheit zu dem Schluß, es wäre "gerade
zu frevelhaft und leichtsinnig [...], wenn ein verantwor
tungsbewußtes Staatsregiment sich des Führungsanspruchs über
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dieses wichtige Instrument begeben würde," "der das packend
ste Mittel der Erziehung oder der Agitation zu sein vermag."^
Die ersten Schritte der neuen Regierung auf dieses Ziel
waren das wiedereingeführte Filmzensur-Gesetz vom 16. Febru
ar 193^- und die Errichtung der ReichsfiImkammer, die im Rah
men des berufsständischen Aufbaus durch den NS-Staat am 14.
Juli 1933 als vorläufige Filmkammer ins Leben gerufen und des
sen Mitgliedschaft bald Voraussetzung für jede berufliche Tä-
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tigkeit wurde. Sie war das Vorbild für die am 22. September
1933 gegründete Reichskulturkammer, in welche sie als letzte
von den sechs anderen Kammern am 1. Oktober 1933 als Reichs
filmkammer eingegliedert und dadurch dem Reichsministerium
für Volksaufklärung und Propaganda unterstellt wurde,^ das
"zum Zwecke der Aufklärung und Propaganda unter der Bevölke
rung über die Politik der Reichsregierung und den nationalen
1 F. Hippier, Betrachtungen zum Filmschaffen, Berlin 1943,
S. 14.
2 Ders. ebd., S. 14.
3 0. £ riegk, Der deutsche Film, S. 180.
4 Gesetz über die Errichtung einer vorläufigen Filmkammer vom
14.7.1933 (RGBl 1933 I, S. 483); ihr unmittelbarer Vorgän
ger war die am 23. Oktober 1923 gegründete Spitzenorganisa
tion der Deutschen Filmindustrie (SPIO); vgl. auch:
G. Klimsch, Die Entwicklung des nationalsozialistischen
Filmmonopols, masch. Diss., München 1954-; J. Wulf, Theater
und Film im Dritten Reich, S. 311.
5 Vgl. H. Brenner, Die Kunstpolitik des Nationalsozialismus,
Hamburg 1963, S. 243 ff.; J. Wulf, Theater und Film im
Dritten Reich, S. 271, 283.

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